Der entscheidende Punkt: Der Transfer war keine bestätigte Rettung des Zcash-Shorts. Am 17. September meldeten On-Chain-Beobachter, ein Garrett Jin zugeschriebenes Wallet habe 35.001 ETH – damals rund 85 Mio. US-Dollar – von Binance abgezogen und zu Hyperliquid transferiert. Zum Zeitpunkt dieser Beobachtung hielt dasselbe zugeschriebene Wallet Berichten zufolge einen Short von 37.760 ZEC im Wert von etwa 51,5 Mio. US-Dollar. Der unrealisierte Verlust lag demnach über 26 Mio. US-Dollar, der geschätzte Liquidationspreis bei rund 2.631,53 US-Dollar.
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Der Transfer eröffnete dem Trader mehr Handlungsoptionen: Er hätte die ETH etwa in Sicherheiten für gehebelte Positionen umwandeln oder als Margin hinterlegen können. Er belegt aber nicht, dass die ETH tatsächlich als Margin eingesetzt wurden, dass der ZEC-Short aufgestockt oder reduziert wurde oder dass das Liquidationsrisiko verschwunden war. Lookonchain stellte die mögliche Verwendung der ETH ausdrücklich als offene Frage dar; im ersten Bericht war von keiner weiteren Bewegung der eingezahlten ETH die Rede.
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Vom Gewinn im Juni zum hohen Buchverlust
Die gemeldete Abfolge erklärt, weshalb der ETH-Transfer so viel Aufmerksamkeit auslöste:
- Juni: Ein früherer ZEC-Short des Wallets wurde laut Berichten mit einem realisierten Gewinn von rund 11,24 Mio. US-Dollar geschlossen.
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- Anfang Juli: Das Wallet eröffnete demnach einen neuen Short über etwa 32.760 ZEC zu einem durchschnittlichen Einstiegskurs von rund 444 US-Dollar.
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- 7. September: Nachdem ZEC über 1.200 US-Dollar gestiegen war, schätzten Tracker den Buchverlust dieser 32.760-ZEC-Position auf etwa 25,7 Mio. US-Dollar.
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- Ebenfalls am 7. September: Berichten zufolge kamen weitere 7.000 ZEC bei rund 1.195 US-Dollar hinzu. Dadurch stieg das gemeldete Short-Engagement auf 39.760 ZEC beziehungsweise rund 47,22 Mio. US-Dollar Nominalwert. Der durchschnittliche Einstiegspreis erhöhte sich auf ungefähr 576,30 US-Dollar; der damals gemeldete Liquidationspreis lag bei etwa 2.292 US-Dollar.
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- Bis 17. September: Ein späterer Schnappschuss bezifferte die Position auf 37.760 ZEC, etwa 51,5 Mio. US-Dollar Nominalwert, bei mehr als 26 Mio. US-Dollar Buchverlust und einer Liquidationsschwelle nahe 2.631,53 US-Dollar.
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Die unterschiedlichen Größenangaben sind am sinnvollsten als Momentaufnahmen zu verschiedenen Zeitpunkten zu lesen, nicht zwingend als Widerspruch. Positionen können sich durch neue Trades, Teilverkäufe, Preisbewegungen von ZEC sowie geänderte Sicherheiten oder Hebelparameter verändern.
Warum das Aufstocken eines verlustreichen Shorts riskant ist
Wer einen Short nach einem Kursanstieg vergrößert, verfolgt eine Strategie mit hoher Überzeugung – die Daten belegen jedoch nicht, warum der Trader dies tat. Durch das Aufstocken kann der durchschnittliche Einstiegskurs steigen. Dann genügt ein kleinerer Kursrückgang, damit die Gesamtposition wieder profitabel wird. Steigt der Kurs weiter, wächst jedoch auch das Risiko.
Genau dieses Muster zeigten die Berichte vom September: Das Wallet erhöhte den Short um 7.000 ZEC, obwohl der unrealisierte Verlust bereits über 24 Mio. US-Dollar lag.
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41 Spätere Beobachtungen schätzten die zugehörige Short-Position bei einem ZEC-Kurs über 1.400 US-Dollar auf knapp 53 Mio. US-Dollar, mit einem durchschnittlichen Einstieg um 665,85 US-Dollar und rund 28 Mio. US-Dollar Buchverlust. Als ZEC über 1.500 US-Dollar stieg, wurde der Verlust später auf rund 30 Mio. US-Dollar geschätzt.
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Keine der vorliegenden Quellen belegt Jins persönliche Motivation. Sichtbar ist lediglich ein anhaltend pessimistischer Trade, der während der Kursrally ausgebaut wurde. Die Annahme, er habe eine Umkehr erwartet, gezielt eine Liquidationsschwelle verteidigen wollen oder die ETH sicher als Margin einsetzen wollen, bleibt Spekulation.
Was die ETH-Einzahlung zeigen kann – und was nicht
Eine Überweisung an eine Derivateplattform kann Kapital bereitstellen, das für Handel oder Sicherheiten genutzt werden könnte. In diesem Fall hätte sie die Möglichkeiten des Wallets erweitern können, den ZEC-Short zu steuern – sofern die ETH umgetauscht oder als Margin hinterlegt worden wären.
Doch On-Chain-Transaktionen haben klare Grenzen: Sie zeigen, dass ETH von Binance zu Hyperliquid bewegt wurden. Ohne eine nachfolgende, nachvollziehbare Aktion lässt sich daraus weder die Absicht des Traders noch die konkrete Verwendung der Mittel beweisen. Die zeitnahen Beobachtungen meldeten ausdrücklich keine weitere Aktivität und fragten, ob die ETH zur Stützung des ZEC-Shorts verkauft würden.
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Die praktische Schlussfolgerung lautet daher: Die Einzahlung könnte akute Finanzierungsengpässe gelockert haben, war aber kein Beweis dafür, dass die Position gerettet wurde. Das Risiko eines Shorts hängt weiterhin vom ZEC-Kurs, den tatsächlich wirksamen Sicherheiten, dem Hebel und allen späteren Handelsentscheidungen ab.
Zuordnung des Wallets, BitForex und die „Wal“-Behauptungen
Berichte bezeichnen Garrett Jin als ehemaligen CEO von BitForex und datieren seine Zeit in dieser Funktion auf 2017 bis 2020.
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25 Unabhängig davon verknüpfte der On-Chain-Ermittler Eye eine große Hyperliquid-„Wal“-Adresse über ENS-Namen und Wallet-Aktivitäten mit Jin. Diese Verbindungen wurden als Behauptungen auf Basis öffentlicher Blockchain-Zuordnungen berichtet, nicht als unabhängig geprüfter Nachweis der Wallet-Inhaberschaft.
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Jin bestritt, Eigentümer der dem „Wal“ zugeschriebenen Gelder zu sein. Ein weiterer Bericht zitierte ihn mit der Aussage, die Vermögenswerte gehörten einem Kunden.
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27 Dieses Dementi ist relevant: Aus der öffentlichen Transaktionshistorie eines pseudonymen Wallets lässt sich die Eigentümerschaft nicht abschließend beweisen.
BitForex stellte im Februar 2024 den Betrieb ein. Dies geschah vor dem Hintergrund von Berichten, wonach etwa 56,5 Mio. US-Dollar aus Exchange-Wallets bewegt worden seien und Nutzer ihre Guthaben nicht mehr abheben konnten. Einige Berichte bezeichneten den Vorgang als mutmaßlichen Exit-Scam. Das ist eine in den Quellen wiedergegebene Anschuldigung – kein Nachweis dafür, dass Jin persönlich Kundengelder entwendete, sämtliche mit BitForex verbundenen Wallets kontrollierte oder den ZEC-Short mit solchen Mitteln finanzierte.
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Fazit
Der gemeldete Transfer von 35.001 ETH war eine auffällige Ausweitung der verfügbaren Mittel eines Wallets mit einem großen, verlustreichen ZEC-Short. Er bestätigte für sich genommen weder eine Margin-Aufstockung noch eine Schließung des Shorts oder eine erfolgreiche Abwehr einer Liquidation.
Am besten belegt ist die drastische Wende des Trades: Auf einen gemeldeten Gewinn von 11,24 Mio. US-Dollar aus einem ZEC-Short im Juni folgte ein neuer, deutlich größerer Short – und mit der ZEC-Rally ein Buchverlust von mehr als 26 Mio. US-Dollar.
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Wer die Position weiter verfolgt, sollte weniger auf den Schlagzeilenwert der ETH-Überweisung schauen als auf nachfolgende On-Chain-Aktivitäten: Wurde Margin hinterlegt, ETH getauscht, das ZEC-Engagement verändert oder das Liquidationsrisiko tatsächlich gesenkt?