Die Polizei von Kansas City leitete noch am Freitagabend Ermittlungen ein. Sergeant Phil DiMartino bestätigte, dass sich die Untersuchung auf ein Teamfahrzeug konzentrierte, das gerade die Strecke von Florida nach Missouri hinter sich hatte. Wo genau der Diebstahl stattfand, war zunächst unklar, da der Vorfall erst bei der Ankunft bemerkt wurde . Bürgermeister Quinton Lucas schaltete sich ein und erklärte, Behörden auf "lokaler, bundesstaatlicher und föderaler Ebene" seien involviert
.
Der Fall nahm rasch Fahrt auf. Schon in der darauffolgenden Woche erhob die Staatsanwaltschaft von Jackson County, Missouri, Anklage gegen zwei Männer: Mustafa Salik und Erfan Kamal – beide wohnhaft im texanischen San Antonio . In ersten Meldungen waren die Namen noch mit Mustafa Kam und einem teilweise geschwärzten "…dan Kam" angegeben worden, die Gerichtsakten brachten dann Gewissheit
.
Jedem wird ein einziger Anklagepunkt wegen Hehlerei ("receiving stolen property") zur Last gelegt. Dies wird in Missouri als Verbrechen der Klasse D (Class D Felony) eingestuft. Das maximale Strafmaß beträgt sieben Jahre Haft. Die Richter setzten die Kaution für beide Männer auf jeweils 75.000 Dollar fest . Zunächst hatte die Polizei sie als "Personen von Interesse" in Gewahrsam genommen, bevor die formelle Anklage bekannt gegeben wurde
.
Die wichtigsten Details zu Verdächtigen und Ermittlungen im Überblick
| Detail | Information |
|---|---|
| Beschuldigte | Mustafa Salik und Erfan Kamal |
| Wohnsitz | San Antonio, Texas, USA |
| Anklage | Je ein Anklagepunkt: Hehlerei |
| Deliktsklasse | Class D Felony |
| Maximalstrafe | 7 Jahre Freiheitsstrafe |
| Kautionssumme | 75.000 Dollar pro Person |
Keine 24 Stunden nach der Entdeckung des Diebstahls vermeldeten die Behörden am Samstag, dem 13. Juni, einen entscheidenden Erfolg: Der Großteil der gestohlenen Gegenstände war wieder da . Bürgermeister Lucas selbst bestätigte die Sicherstellung zusammen mit dem ersten Statement zur zeitlichen Abfolge der Tat
. Die schnelle Polizeiarbeit verwandelte eine drohende Krise in einen wunden Punkt, der zwar schmerzte, aber keine bleibenden Schäden hinterließ.
Die FA gab umgehend Entwarnung und versicherte, es seien "keine essenziellen Ausrüstungsgegenstände entwendet" worden, die die Vorbereitung auf das für den folgenden Mittwoch angesetzte Eröffnungsspiel gegen Kroatien gefährdet hätten . Für das, was eventuell noch fehlte, wurde umgehend Ersatz beschafft. Das Training konnte ohne größere Verzögerung aufgenommen werden.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird als erstes Turnier in drei Ländern ausgetragen: den USA, Mexiko und Kanada. England, nun unter Trainer Thomas Tuchel, startet hoch gehandelt in die Gruppe D. Der unerwartete Diebstahl warf ein grelles Licht auf die oft unsichtbaren Risiken eines milliardenschweren Turniers – eine Sicherheitslücke, die unweigerlich Fragen zur Teamlogistik in einem ungewohnten Umfeld aufwarf .
Im Nachhinein war die Störung für die Spieler wohl eher psychologischer Natur. Statt in ein perfekt vorbereitetes Camp zu kommen, betrat die Mannschaft eine Anlage, die nur wenige Stunden zuvor noch Mittelpunkt einer polizeiübergreifenden Untersuchung gewesen war. Ein "heftiger Schlag" und ein Fall von knapp vermiedenem "Chaos", titelten mehrere englische Medien treffend .
Den sportlichen Erfolg der Three Lions wird diese Episode nicht schmälern, doch der Fall dürfte die Transportprotokolle für den Rest der Turnierzeit noch einmal deutlich verschärfen. Für die beiden Männer aus Texas hingegen beginnen die Konsequenzen gerade erst.