Lamouchi, der 54-jährige ehemalige französische Nationalspieler, hatte das Amt erst im Januar 2026 übernommen. Sein Vertrag war eigentlich bis Juli 2028 ausgelegt . Nach nur fünf Spielen und einem einzigen Sieg – einem mageren 1:0 im Testspiel gegen Haiti – ist die Ära Lamouchi nun Geschichte
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Dass die Stimmung im Lager schon vor der Entlassung am Boden war, zeigen Berichte über hitzige Auseinandersetzungen. Augenzeugen und Medienberichten zufolge kam es unmittelbar nach dem Schweden-Spiel im Stadion und später sogar im Mannschaftshotel zu Wortgefechten und Streitigkeiten unter Spielern und Betreuern .
Auf eine Anfrage von ESPN am Montagmorgen, noch vor der offiziellen Verkündung, blieb ein Verbandssprecher bezeichnend vage: „Wir haben ein Problem mit dem Trainer“, lautete der einzige Kommentar . Laut übereinstimmenden Medieninformationen rechnete Lamouchi selbst zu diesem Zeitpunkt bereits fest mit seinem Rauswurf
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Die 1:5-Niederlage gegen eine effiziente schwedische Mannschaft war eines der schlimmsten WM-Ergebnisse in der tunesischen Verbandsgeschichte. Tunesien ist nach absolviertem ersten Spieltag Gruppenletzter: null Punkte, eine Tordifferenz von minus vier. Zum Vergleich: Schweden führt die Tabelle mit drei Zählern und plus vier Toren sicher an .
Der Weg ins Achtelfinale ist damit steinig. Japan und die Niederlande, die sich im Parallelspiel 2:2 trennten, folgen mit jeweils einem Punkt auf den Plätzen zwei und drei . Für Tunesien geht es am 21. Juni gegen Japan weiter, ehe zum Abschluss die Niederlande warten.
Die Entscheidung des FTF offenbart eine tieferliegende Krise. Es ist erst das vierte Mal überhaupt, dass ein Team während einer laufenden WM-Endrunde den Trainer austauscht. Der Fall nach Spiel eins ist jedoch historisch singular . Die Unruhe beim Championnat 2022-Teilnehmer ist systemisch: Schon Lamouchis Vorgänger musste Ende 2025 seinen Hut nehmen. Zudem war Lamouchi selbst nur wenige Wochen vor seiner Verpflichtung als Nationaltrainer bei seinem vorherigen Klub (Al-Duhail SC) entlassen worden
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Der Kontrast zur erfolgreichen Qualifikation könnte kaum krasser sein. Unter Vorgänger Jalel Kadri marschierte Tunesien ohne Niederlage und sogar ohne ein einziges Gegentor durch die Afrika-Gruppe H – eine der dominantesten Kampagnen des Kontinents. Von dieser defensiven Stabilität war beim Debakel in Monterrey nichts mehr zu sehen.
Für Mondher Kebaier zählt jetzt nur Schadensbegrenzung. Rein rechnerisch ist das Weiterkommen zwar noch möglich, doch die Art der Auftaktpleite und das Beben auf der Trainerbank lassen kaum Raum für Optimismus. Sollte es dem Routinier nicht gelingen, die Mannschaft mental aufzurichten, droht Tunesien ein Vorrunden-Aus ohne jede Chance.
Fans und Experten fragen sich vor allem, warum der Verband nicht schon vor dem Turnier die Reißleine zog, wenn die Chemie zwischen Coach und Mannschaft derart gestört war. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Notbremse ein Weckruf war – oder der finale Sargnagel für tunesische WM-Ambitionen.
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