„Dies ist die finale Version der App und der Dienst wird bis zum 15. Juni 2026 verfügbar sein. Vielen Dank, dass Sie uns über die Jahre begleitet haben. Ihre Unterstützung und Aktivität haben uns wirklich viel bedeutet und dazu beigetragen, diese App zu dem zu machen, was sie geworden ist. Wir sind dankbar für die gemeinsame Zeit“
.
Die App verbleibt nun als funktionslose Hülle auf den Geräten. Da sie keinerlei Schutz oder Datenkompression mehr bietet, müssen Nutzer sie manuell deinstallieren .
Samsung Max war nicht von Anfang an ein Samsung-Projekt. Die App begann ihr Leben als Opera Max, ein von Opera Software entwickelter VPN-Dienst zur Datenkompression, der 2014 erstmals vorgestellt und bis 2016 aktiv als Datenmanagement- und Privatsphäre-App beworben wurde . Opera stellte den Dienst im August 2017 ein und begründete dies damit, dass die App „ein wesentlich anderes Wertversprechen als unsere Browser-Produkte hatte und einen anderen Fokus für Opera darstellte“
.
Anstatt die Technologie verschwinden zu lassen, erwarb Samsung sie und brachte die App am 23. Februar 2018 als Samsung Max neu auf den Markt . Noch heute verweist der Paketname im Google Play Store –
com.opera.max.global – auf die Opera-Herkunft .
Trotz des Marketings als „No-Log-VPN“ bröckelten die Privatsphären-Versprechen von Samsung Max unter genauerer Betrachtung. Die Diskrepanz zwischen der öffentlichen Werbebotschaft und den schriftlichen Datenschutzrichtlinien sorgte für massive Kritik .
Nutzer auf Reddit und Sicherheitsforscher fanden heraus, dass die Datenschutzrichtlinie die Erfassung von eindeutigen Gerätekennungen, IP-Adressen, Browserverlauf, installierter Software, Standortdaten und Mobilfunkanbieter-Informationen erlaubte. Diese Daten konnten laut Dokumentation an Dritte, etwa Werbe- und Analysepartner, weitergegeben oder verkauft werden . Ein VPN-Test von VPNMentor kam zu dem Schluss: „Ich kann dieses VPN nicht empfehlen, da es unsicher ist und möglicherweise sogar Ihre Daten sammelt“
.
Weitere technische Analysen zeigten zusätzliche Schwächen auf: Die App machte keine Angaben zu ihrer Verschlüsselungsstärke, bot keinen Kill-Switch und keine Auswahl des VPN-Protokolls – alles Merkmale, die man von einem vertrauenswürdigen VPN-Dienst erwartet . Der Widerspruch zwischen dem „No-Log“-Marketing und der Realität der Datensammlung veranlasste Medien wie WebProNews zu der klaren Aussage: „Samsung Max VPN sammelt Ihre privaten Daten und verkauft sie“
.
Samsung Max konnte im Laufe seiner Lebenszeit eine enorme Nutzerbasis aufbauen und übertraf die Marke von 50 Millionen Downloads bei Google Play . Die weite Verbreitung macht die Abschaltung besonders einschneidend für all jene, die sich auf die kostenlose Datenkompression verlassen hatten.
Zum Zeitpunkt der Abschaltung hat Samsung keinen Ersatzdienst für Samsung Max angekündigt. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass eine ähnliche Funktionalität in andere Samsung-Anwendungen integriert wird . Nutzer, die eine Alternative suchen, müssen daher auf VPN-Dienste von Drittanbietern zurückgreifen
.
Die Einstellung von Samsung Max ist kein Einzelfall. Samsung zieht sich leise aus mehreren seiner eigenen Software-Produkte zurück und setzt stattdessen auf das Ökosystem von Google. Nur wenige Wochen nach dem Max-Aus soll Samsung Messages – die hauseigene SMS- und RCS-App des Unternehmens – in den USA im Juli 2026 eingestellt werden. Samsung fordert alle Nutzer auf, zu Google Messages als Standard-Plattform für Textnachrichten zu wechseln .
Samsung hat für keine der beiden Abschaltungen eine Begründung geliefert, aber das Muster ist deutlich: Das Unternehmen wendet sich von der Pflege eigener Versionen von Diensten ab, bei denen bereits starke Alternativen von Drittanbietern – insbesondere von Google – dominieren. Für die Nutzer bedeutet dies konsistentere geräteübergreifende Android-Erfahrungen, aber auch den schleichenden Verlust Samsung-spezifischer Werkzeuge.
Für alle, die immer noch an Samsung Max festhalten, ist der einzig verbleibende Schritt, ein anderes VPN zu finden und die funktionslose App zu deinstallieren.
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