Maurice Heumann wollte den PC-Klassiker Call of Duty: Modern Warfare 2 von 2009 mithilfe von KI-Agenten möglichst originalgetreu in C++ nachbilden. Am 30. September 2026 erklärte er, das Spiel sei nun spielbar und fast alle sichtbaren Fehler seien behoben. Kurz darauf wurde ein von ihm veröffentlichtes Video nach einer Urheberrechtsmeldung deaktiviert. Berichten zufolge war auch die Website mit dem Code nicht mehr erreichbar. Die verfügbaren Meldungen belegen jedoch nicht, dass Activision das gesamte Projekt offiziell abgeschaltet hat.
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Was bei einer Dekompilierung passiert
Bei einer Dekompilierung wird von einem bereits kompilierten Programm rückwärts gearbeitet: Aus Maschinencode soll wieder lesbarer Quellcode entstehen. Heumanns Ziel war es, Modern Warfare 2 möglichst nah am Original in C++ zu übertragen und dort, wo es sinnvoll erschien, Anpassungen vorzunehmen.
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Zu Beginn ließ er vier Claude-Agenten zusammenarbeiten: Drei bearbeiteten unterschiedliche Teile des Spiels, während ein vierter die Arbeit koordinierte und Änderungen am gemeinsamen Code prüfte.
20 Am 30. September schrieb Heumann, inzwischen seien 17 Agenten parallel im Einsatz.
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Es ging also nicht darum, ein neues Spiel zu entwickeln, das lediglich von Modern Warfare 2 inspiriert ist. Heumann beschrieb das Vorhaben als möglichst originalgetreue Dekompilierung, die Funktionen und Verhalten des Spiels erhalten sollte.
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Vom kaputten Skriptsystem zum spielbaren Stand
Der Fortschritt verlief nicht geradlinig. Ende August meldete Heumann, etwa 80 Prozent des Spiels seien dekompiliert. Zugleich berichtete er von erheblichen Problemen: Unter anderem funktionierte das Skriptsystem nicht.
28 Am 30. September erklärte er dann, das Spiel sei vollständig spielbar; die meisten sichtbaren Fehler seien behoben. Außerdem habe er erstmals eine spielinterne Nuklearwaffe ausgelöst.
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Diese Fortschrittsmeldungen stammen von Heumann selbst und sind keine unabhängige Bestätigung, dass die Dekompilierung abgeschlossen war. „Spielbar“ bedeutet zudem nicht automatisch, dass jeder Teil des Codes fertig ist. Auch Heumann hatte das Projekt zuvor als laufende Arbeit beschrieben.
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Was mit dem Video und dem Code geschah
Nachdem Heumann Aufnahmen des Projekts geteilt hatte, wurde das Video mit einem Hinweis deaktiviert, wonach ein Rechteinhaber die Meldung eingereicht hatte. Medienberichte meldeten außerdem, dass die Website, auf der der Code lag, nicht mehr erreichbar war.
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Das ist nicht dasselbe wie ein belegter kompletter Projektstopp: Die Berichte dokumentieren ein deaktiviertes Video und einen nicht erreichbaren Code-Link. Sie belegen weder, dass Activision Heumann eine Unterlassungsaufforderung schickte, noch dass das Unternehmen das gesamte Projekt offiziell vom Netz nahm.
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Warum der Vergleich mit Fallout: New York nur bedingt passt
Auch das KI-Projekt Fallout: New York verschwand aus dem Netz, doch die Vorhaben unterschieden sich. Dabei handelte es sich um ein eigenständiges Browserspiel, das als neuer Teil des Fallout-Universums präsentiert wurde – nicht um den Versuch, den Code eines bestehenden Spiels nachzubilden. Der Ersteller erklärte, ZeniMax habe ihm eine Unterlassungsaufforderung geschickt; anschließend ging das Projekt offline.
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Die berichteten Reaktionen sind ebenfalls verschieden: Im Fall von Heumann wurde ein Video nach einer Urheberrechtsmeldung deaktiviert. Beim Fallout-Projekt berichtete dessen Ersteller von einer rechtlichen Aufforderung. Beide Fälle als identische Abschaltungen darzustellen, ginge über die belegten Informationen hinaus.
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Was sich daraus ableiten lässt – und was nicht
Die Projekte zeigen, wie KI-Werkzeuge Einzelpersonen dabei helfen können, ambitionierte Vorhaben rund um bekannte Spiele schneller umzusetzen. Zugleich können solche Projekte die Aufmerksamkeit von Rechteinhabern auf sich ziehen. Die Berichte klären aber nicht grundsätzlich, wie Dekompilierungen, Fan-Spiele oder KI-gestützte Nachbildungen rechtlich zu beurteilen sind.
Die vorsichtige Schlussfolgerung lautet: KI allein schützt ein Projekt nicht davor, dass Rechteinhaber oder Plattformen dagegen vorgehen. Was im Einzelfall passiert, hängt von den konkreten Umständen ab; aus diesen beiden Fällen lässt sich kein allgemeines Urteil über sämtliche KI-Fanprojekte ableiten.
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