Der kurze Ausflug über 87.000 Dollar war für Bitcoin kein nachhaltiger Ausbruch. Nachdem ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht den Kurs am 2. Oktober zunächst angeschoben hatte, drehte die Bewegung: Am 3. Oktober wurde Bitcoin wieder bei rund 84.600 Dollar gehandelt. Gleichzeitig belasteten Gewinnmitnahmen und eine Welle erzwungener Schließungen am Derivatemarkt den Kurs. Händler blickten zudem auf Zinsen, US-Staatsanleiherenditen und die Nachfrage am Spotmarkt.
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Schwache Jobzahlen gaben zunächst Rückenwind
Im September kamen in den USA lediglich 29.000 neue Stellen hinzu – weniger als erwartet. Die Daten stärkten zunächst die Aussicht, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung am 27. und 28. Oktober auf eine weitere Zinserhöhung verzichten könnte. Das unterstützte Bitcoin auf dem Weg über 87.000 Dollar.
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Der Impuls reichte jedoch nicht aus, um den Kurs dauerhaft nach oben zu treiben. Bei etwa 87.000 Dollar traf Bitcoin auf Verkaufsangebote, die Analysten als Widerstandszone beschrieben hatten.
3 Berichte verwiesen außerdem auf Gewinnmitnahmen großer Investoren. Eine On-Chain-Auswertung meldete, dass die Bestände sogenannter Bitcoin-Wale um rund 30.000 BTC gesunken seien. Das kann auf zusätzlichen Verkaufsdruck hindeuten, belegt aber nicht, dass Verkäufe großer Halter allein die Kehrtwende ausgelöst haben.
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Zwangsliquidationen verstärkten die Schwankungen
Mit dem Rücksetzer gingen innerhalb von 24 Stunden erzwungene Schließungen von Positionen im Krypto-Derivatemarkt im Umfang von rund 433,6 Millionen Dollar einher. Berichten zufolge hatten etwa drei Viertel dieser Positionen auf steigende Kurse gesetzt.
39 Werden gehebelte Trades automatisch geschlossen, kann das die Ausschläge am Markt verstärken. Die verfügbaren Berichte belegen jedoch nicht, dass Liquidationen allein den Kursrückgang verursacht haben.
Auch die Einschätzungen zur Hebelwirkung hängen davon ab, wann die Daten erhoben wurden. Bitfinex meldete vor der Rally, dass das offene Volumen aggregierter Futures-Kontrakte den niedrigsten Stand seit Januar erreicht habe. Ein CoinDesk-Bericht vor Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten beschrieb dagegen steigendes Open Interest und höhere Funding Rates – Kennzahlen, die auf mehr gehebelte Positionen hindeuten können.
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35 Die Angaben zeigen unterschiedliche Momentaufnahmen. Sie beweisen nicht, dass das Liquidationsrisiko beim späteren Rücksetzer verschwunden war.
Die Marken, auf die Händler achteten
Als Widerstandsbereich galten etwa 87.000 bis 87.400 Dollar. Auf der Unterseite wurde die Gegend um 82.500 Dollar als mögliche Unterstützung genannt.
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11 Solche Kursmarken sind Bezugspunkte, die Marktteilnehmer beobachten – keine festen Unter- oder Obergrenzen. Bitcoins Rückkehr in die mittleren 84.000er zeigte, dass ein kurzfristiger Sprung über eine Schwelle allein noch keinen nachhaltigen Ausbruch bestätigt.
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ETF-Zuflüsse und Anleiherenditen senden gemischte Signale
Auch die Berichte zu US-Spot-Bitcoin-ETFs zeichneten kein einheitliches Bild. Für den 1. Oktober wurde ein Zufluss gemeldet; ein anderer Bericht hielt fest, dass eine neuntägige Serie mit Nettozuflüssen am 30. September mit einem Abfluss geendet hatte.
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50 Bitfinex zufolge hatten sich die ETF-Zuflüsse zudem so weit verlangsamt, dass sie ungefähr dem Tempo der neu geschaffenen Bitcoins entsprachen. Für eine anhaltende Aufwärtsbewegung sei stärkere Nachfrage am Spotmarkt nötig, so die Einschätzung.
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Auch die Renditen von US-Staatsanleihen blieben ein Faktor. Nach Veröffentlichung der schwachen Jobzahlen gaben sie zunächst nach, erholten sich im Verlauf des Handelstags aber wieder.
9 Bitfinex bezeichnete erhöhte reale Renditen von US-Staatsanleihen als Belastung für Bitcoin. Die schwächeren Arbeitsmarktdaten beseitigten somit nicht die Unsicherheit über das breitere wirtschaftliche Umfeld.
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Vor dem nächsten Fed-Termin bleibt der Ausblick offen
Die US-Notenbank hatte ihren Zielkorridor im September um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Die nächste Sitzung ist für den 27. und 28. Oktober angesetzt.
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18 Nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht galt es als wahrscheinlicher, dass die Fed im Oktober auf eine weitere Erhöhung verzichtet. Reuters zufolge könnten neue Daten – insbesondere zur Inflation – diese Einschätzung aber noch verändern; eine spätere Zinserhöhung blieb möglich.
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Für Bitcoin kommt es kurzfristig darauf an, ob Käufer stark genug zurückkehren, um das Angebot im Bereich des Widerstands aufzunehmen. Die Bewegung vom 2. und 3. Oktober machte deutlich: Eine für Risikoanlagen günstige Nachricht kann den Kurs zwar anschieben, garantiert aber keinen weiteren Anstieg, wenn Verkaufsdruck, Positionierungen am Derivatemarkt und Unsicherheit über die Geldpolitik gleichzeitig eine Rolle spielen.