Andrei Klepach verlor am 16. August seinen Posten als Chefökonom von VEB.RF, nachdem Auszüge aus einer Rede vom Mai in russischen Medien verbreitet worden waren.
Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What happened to Andrei Klepach, the 67-year-old chief economist of Russia’s state development corporation VEB.RF, after his May speech at t. Article summary: Andrei Klepach was dismissed as VEB.RF’s chief economist on August 16 after Russian outlets circulated excerpts from his May Nikitsky Club speech. VEB.RF confirmed that he no longer held the post, while Klepach also conf. Topic tags: general, general web, user generated, government. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, ch
Andrei Klepach wurde am 16. August als Chefökonom der staatlichen russischen Entwicklungsorganisation VEB.RF abgelöst. Kurz zuvor waren Auszüge aus einer Rede bekannt geworden, die er im Mai im Nikizki-Klub der Moskauer Börse gehalten hatte. Russische Medien berichteten daraufhin ausführlich über seine ungewöhnlich pessimistische Einschätzung der wirtschaftlichen und kriegsbedingten Aussichten Russlands. VEB.RF bestätigte, dass Klepach die Position nicht mehr innehat. Mehrere Berichte brachten seine Entlassung mit den Äußerungen in Verbindung.
Klepachs zentrale Aussage lautete, dass Russland einen langwierigen wirtschaftlichen und technologischen „Abnutzungskrieg“ gegen den Westen nicht gewinnen könne. Seiner Einschätzung nach fällt das Land gegenüber den USA und China zurück – in mancher Hinsicht sogar gegenüber der Ukraine. Zugleich widersprach er der Erwartung, die ukrainische Wirtschaft werde zwangsläufig zusammenbrechen. Russlands eigene Kosten würden weiter steigen, so seine Argumentation.
Klepach sagte demnach nicht den unmittelbar bevorstehenden Kollaps der russischen Wirtschaft voraus. Er beschrieb vielmehr eine schleichende Verschlechterung, die sich unter anderem in folgenden Entwicklungen zeige:
Für 2027 soll Klepach ein Wachstum des russischen Bruttoinlandsprodukts von lediglich 1 bis 1,5 Prozent prognostiziert haben. Damit lag seine Einschätzung grob in der Nähe einer später nach unten korrigierten Prognose des russischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung, das für dasselbe Jahr 1,4 Prozent Wachstum erwartete. Die beiden Prognosen stammen jedoch aus unterschiedlichen Quellen und sind nicht als identisch zu verstehen.
Klepach erklärte, die ukrainische Wirtschaft habe vor allem dank umfangreicher westlicher Finanzhilfen weiterarbeiten können. Militärische und innenpolitische Unterstützung entspreche in seiner Darstellung fast der Hälfte des russischen Staatshaushalts; insgesamt habe die Ukraine zudem ein Mehrfaches des russischen Kapitalabflusses an Hilfe erhalten. Ohne diese externe Unterstützung wäre die ukrainische Wirtschaft nach seiner Einschätzung zusammengebrochen.
Dieser Punkt war für seine Gesamtanalyse entscheidend: Russlands scheinbare Widerstandsfähigkeit bedeute nicht automatisch, dass das Land den größeren Wettbewerb gewinne. Die Ukraine ist stark von ausländischer Finanzierung abhängig. Gleichzeitig steigen jedoch auch Russlands Belastungen durch den Krieg, den Sanktionsdruck und Angriffe auf Infrastruktur.
Klepach warnte außerdem, Russland könne irgendwann mit einer schweren sozialen Krise konfrontiert werden, die unerwartet ausbrechen und dann nur schwer zu kontrollieren sein könnte. Als historische Beispiele verwies er auf die Februarrevolution von 1917 und den Zerfall der Sowjetunion 1991.
Er sagte damit nicht voraus, dass Russland zwangsläufig auseinanderbrechen werde. Seine Warnung war enger gefasst: Auch wenn ein vollständiger wirtschaftlicher Kollaps ausbleibt, könnten aufgestaute Verluste, wachsende Ungleichheit und nachlassendes Wachstum langfristig die Voraussetzungen für eine Krise schaffen. Berichten zufolge hielt er das Eintreten irgendeiner Form einer sozialen Krise für „fast sicher“.
Der zeitliche Ablauf ist vergleichsweise klar: Klepach hielt seine Rede im Mai, die Auszüge erregten Mitte August breite Aufmerksamkeit in russischen Medien, und am 16. August verlor er seine Position bei VEB.RF. Mehrere Medien stellten einen Zusammenhang zwischen der Entlassung und der Rede her.
Als offizielle beziehungsweise institutionelle Erklärung wurde berichtet, VEB.RF habe Klepach wegen „harter persönlicher Einschätzungen“ zur wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Russlands entlassen. Diese Ansichten hätten nicht der Position der Organisation entsprochen.
Die staatliche Nachrichtenagentur TASS bestätigte, dass Klepach nicht mehr Chefökonom von VEB.RF sei und ein Nachfolger ernannt werden solle. Eine politische Erklärung für seinen Abgang lieferte TASS jedoch nicht.
Das ist nicht bestätigt. Das unabhängige Medium The Bell berichtete unter Berufung auf mit Klepach vertraute Quellen, VEB.RF-Chef Igor Schuwalow habe nach einem „Anruf von oben“ gehandelt. Andere Medien griffen diese Darstellung auf. Sie beruht jedoch auf anonymen Quellen und nicht auf einer offiziellen Stellungnahme des Kremls.
Die vorsichtige Schlussfolgerung lautet daher: Klepachs Äußerungen vom Mai wurden in mehreren Berichten als Faktor für seine Entlassung genannt. Die genaue Befehlskette hinter der Entscheidung ist öffentlich aber nicht geklärt.
Klepach war zwölf Jahre lang Chefökonom von VEB.RF und kam 2014 zu der Institution. Zuvor hatte er etwa ein Jahrzehnt im russischen Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung gearbeitet, davon acht Jahre als stellvertretender Minister.
Gerade dieser Hintergrund machte seine Aussagen besonders brisant. Klepach war kein außenstehender Kommentator, sondern ein erfahrener Ökonom aus dem Zentrum des russischen wirtschaftspolitischen Establishments. Berichte ordneten ihn derselben groben Generation von Spitzenbeamten zu wie Elwira Nabiullina und Andrei Beloussow. Die verfügbaren Quellen belegen jedoch nicht im Einzelnen, wie eng die beruflichen Beziehungen zwischen ihnen waren.
Seine Ablösung war deshalb mehr als eine gewöhnliche Personalentscheidung: Ein hochrangiger staatlicher Ökonom hatte öffentlich erklärt, Russland verliere im langfristigen wirtschaftlichen Wettbewerb rund um den Krieg an Boden. Politisch kostspielig wurden diese Aussagen offenbar vor allem in dem Moment, als sie eine breite Öffentlichkeit erreichten.
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Andrei Klepach verlor am 16. August seinen Posten als Chefökonom von VEB.RF, nachdem Auszüge aus einer Rede vom Mai in russischen Medien verbreitet worden waren.
Andrei Klepach verlor am 16. August seinen Posten als Chefökonom von VEB.RF, nachdem Auszüge aus einer Rede vom Mai in russischen Medien verbreitet worden waren. Er sagte, Russland könne einen langwierigen wirtschaftlichen und technologischen „Abnutzungskrieg“ gegen den Westen nicht gewinnen und werde 2027 voraussichtlich nur um 1 bis 1,5 Prozent wachsen.
VEB.RF bestätigte seinen Abgang und verwies auf „harte persönliche Einschätzungen“; die staatliche Nachrichtenagentur TASS nannte keine politische Begründung.