Am Kurvenausgang gibt es dort kaum Auslaufzone – Albon rutschte deshalb direkt in die Streckenbegrenzung. Der Aufprall beschädigte die linke Fahrzeugseite schwer.
Der Fahrer blieb unverletzt und konnte selbst aussteigen. Die Rennleitung brach die Session mit einer roten Flagge ab, damit Streckenposten das Auto bergen und die Strecke reinigen konnten.
Nach dem Einschlag zeigte sich schnell, dass der Schaden erheblich war. Besonders die linke Seite des Autos war stark in Mitleidenschaft gezogen worden.
In der Garage stellte das Team fest, dass mehrere zentrale Komponenten ersetzt werden mussten, darunter:
Dass beide Baugruppen gewechselt werden mussten, deutete auf eine massive Belastung der Mechanik durch den Einschlag hin.
Solche Arbeiten sind in der Formel 1 komplex und zeitaufwendig – besonders während eines eng getakteten Rennwochenendes.
Der Kanada‑GP wurde 2026 im Sprint‑Format ausgetragen. Das bedeutet: Am Freitag gibt es nur eine einzige Trainingssession, bevor bereits das Sprint‑Qualifying stattfindet.
Nach dem Unfall versuchte Williams zunächst, den FW48 rechtzeitig wieder fahrbereit zu machen. Doch wegen der notwendigen Wechsel von Getriebe und Power Unit reichte die Zeit nicht aus.
Albions Unfall war einer von mehreren Zwischenfällen in einer ohnehin turbulenten Trainingssession. Nachdem sein beschädigter Williams auf der Strecke stehen blieb, wurde die Session unterbrochen.
Da es mehrere rote Flaggen gab, verlängerte die Rennleitung das Training später, um verlorene Zeit teilweise auszugleichen.
Für Albon selbst spielte das keine Rolle mehr: Sein Training war mit dem Einschlag bereits beendet.
Der Circuit Gilles Villeneuve liegt auf der Île Notre‑Dame im Parc Jean‑Drapeau, einer großen Parkanlage mitten im Sankt‑Lorenz‑Strom in Montreal. Das Gelände ist kein permanent abgeschotteter Rennkurs, sondern wird die meiste Zeit des Jahres als öffentlicher Park genutzt.
In diesem Umfeld leben zahlreiche Murmeltiere (groundhogs). Trotz Zäunen und Sicherheitsmaßnahmen schaffen es die Tiere gelegentlich auf die Strecke.
Solche Begegnungen sind daher kein Einzelfall: In der Vergangenheit mussten mehrere Fahrer ausweichen oder kollidierten mit den Tieren – darunter auch Lewis Hamilton, der nach einem ähnlichen Vorfall erklärte, er sei darüber „am Boden zerstört“ gewesen.
Die Veranstalter versuchen vor dem Rennwochenende, möglichst viele Tiere aus dem Bereich zu entfernen und umzusiedeln. Ganz verhindern lassen sich solche Begegnungen aber nicht.
Unfälle in der Formel 1 entstehen normalerweise durch Fahrfehler, technische Defekte oder Zweikämpfe auf der Strecke. Der Crash von Alex Albon zeigte jedoch, dass manchmal auch völlig unerwartete Faktoren eine Rolle spielen können.
Ein einziges Tier auf der Strecke genügte, um Williams’ Freitag komplett zu ruinieren – und das Wochenende begann für Albon damit praktisch schon im ersten Training mit einem großen Rückschlag.
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