Zunächst lauschte das Publikum drei Minuten lang dem bisherigen Klang aus sieben Pfeifen. Dann wurde eine achte Pfeife eingesetzt .
Der Akkord wechselte von sieben auf acht Töne. Hinzu kam eine A4-Pfeife . Es war die 17. Akkordänderung seit Beginn der Aufführung und zugleich der erste Klangwechsel seit dem 5. Februar 2024 – also nach rund zweieinhalb Jahren .
Nach Angaben der Berichte entspricht der Klangwechsel ungefähr vier Prozent des insgesamt 639 Jahre umfassenden Projekts . Das geplante Ende der Aufführung ist der 4. September 2640 .
Die Aufführung startete am 5. September 2001 zunächst mit einer stillen Pause. Der erste hörbare Ton erklingt seit dem 5. Februar 2003 . Gespielt wird das Werk in der früheren Zisterzienser-Klosterkirche St. Burchardi in Halberstadt, Sachsen-Anhalt .
| Meilenstein | Datum |
|---|---|
| Beginn der Aufführung mit einer stillen Pause | 5. September 2001 |
| Erster dauerhaft erklingender Ton | 5. Februar 2003 |
| 17. Klangwechsel: von sieben auf acht Töne | 5. August 2026 |
| Nächster, 18. Klangwechsel | 5. Oktober 2027 |
| Geplantes Ende | 4. September 2640 |
Für das Projekt wurde eine mechanische Orgel eigens angefertigt. Ihre Pfeifen bleiben geöffnet und werden ununterbrochen von elektrischen Gebläsen mit Luft versorgt . Deshalb muss kein Organist während der gesamten Aufführung an der Orgel sitzen. Der Klang wird durch das Zusammenspiel der mechanischen Konstruktion und der elektrischen Luftzufuhr gehalten.
Der Akkord, der vom Februar 2024 bis zum Klangwechsel im August 2026 erklang, bestand aus sieben Tönen . Die Pfeifen werden nur bei den festgelegten Klangwechseln von freiwilligen Helfern von Hand eingesetzt oder entfernt.
Der nächste, 18. Klangwechsel ist für den 5. Oktober 2027 vorgesehen . Dann soll die E4-Pfeife entfernt werden. Sie war zuvor am 5. September 2020 hinzugefügt worden; dadurch wechselt der Klang von acht Tönen zurück auf sieben . Ein weiterer, 19. Klangwechsel ist für den 5. April 2028 geplant .
Cages avantgardistisches Werk trägt den Titel „ORGAN²/ASLSP“ – kurz für „As Slow as Possible“, also „so langsam wie möglich“. Die Halberstädter Fassung treibt diese Anweisung ins Äußerste: Sie erstreckt sich über 639 Jahre. Als Inspiration diente unter anderem die Geschichte Halberstadts, wo der Dom um 1361 eine der frühen Orgeln beherbergte .
Jeder Klangwechsel ist inzwischen ein eigenes Ereignis und zieht Besucher aus verschiedenen Ländern an. Für den unmittelbaren Blick auf die Orgel konnten Unterstützer 2026 einen Premium-Platz gegen eine Spende von 200 Euro erhalten . Das Projekt bietet sogar ein „Final Ticket“ für Menschen an, die einen Platz beim geplanten Ende im Jahr 2640 reservieren möchten .