Damit erhielten internationale Investoren erstmals direkten Zugang zu einem börsennotierten Vehikel mit Beteiligungen an wichtigen staatlich geprägten Unternehmen Usbekistans. Beobachter sehen den Börsengang als Wendepunkt für die Entwicklung der Kapitalmärkte des zentralasiatischen Landes – und zugleich als eine der bedeutenderen internationalen Neuemissionen an der Londoner Börse im Jahr 2026.
Der Börsengang brachte laut offiziellen Angaben etwa 603,6 Millionen US‑Dollar ein. Auf Basis des Ausgabepreises wurde der Fonds mit rund 1,95 Milliarden US‑Dollar bewertet.
Wichtige Eckdaten:
An der Börse in Taschkent startete der Handel am 18. Mai um 10:00 Uhr Ortszeit. Bereits innerhalb der ersten 90 Minuten stieg der Kurs auf etwa 6 Soʻm, rund 37 % über dem Angebotspreis für Privatanleger, was eine starke anfängliche Nachfrage zeigte.
Der Börsengang stieß weltweit auf großes Interesse. Die Nachfrage nach den angebotenen Aktien soll mehr als 2,8 Milliarden US‑Dollar betragen haben – über viermal so viel wie verfügbar.
Zu den sogenannten Cornerstone‑Investoren, die früh größere Beträge zugesagt hatten, gehörten unter anderem:
Gemeinsam sagten diese Investoren rund 300 Millionen US‑Dollar für den Börsengang zu.
Der UzNIF ist als staatlicher Investmentfonds aufgebaut und hält Minderheitsbeteiligungen an 13 großen usbekischen Unternehmen.
Diese decken zentrale Bereiche der Wirtschaft ab, darunter:
Zu den bekannten Unternehmen im Portfolio gehören etwa Uzbekistan Airways, Uzbektelecom und Energieunternehmen wie Uzbekhydroenergo.
Durch die Bündelung dieser Beteiligungen in einem börsennotierten Fonds entstand erstmals ein Instrument, über das internationale Anleger breit diversifiziert in zentrale Sektoren der usbekischen Wirtschaft investieren können.
Das IPO war bewusst zweigeteilt, um sowohl internationale als auch lokale Investoren anzusprechen.
Der Ausgabepreis lag bei etwa 25 US‑Dollar pro GDR, wobei ein GDR 64.700 Stammaktien repräsentiert.
Insgesamt wurden rund 30–31 % des Aktienkapitals des Fonds verkauft.
Wichtig: Der Fonds selbst erhielt keine Mittel aus dem Börsengang. Verkäufer der Aktien war das usbekische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, das vor dem IPO alleiniger Anteilseigner des Fonds war.
Der UzNIF‑Deal gilt aus mehreren Gründen als historisch.
Erstens handelte es sich um Usbekistans erstes internationales Aktienangebot überhaupt – ein symbolischer Schritt für ein Land, das seine Wirtschaft und Kapitalmärkte seit einigen Jahren schrittweise öffnet.
Zweitens zeigt die Doppelnotierung in London und Taschkent den Versuch, ausländisches Kapital stärker anzuziehen und die heimischen Finanzmärkte zu modernisieren.
Drittens bündelt der Fonds strategisch wichtige staatliche Beteiligungen – von Energie über Telekommunikation bis zur Luftfahrt – in einem einzigen börsennotierten Investmentvehikel. Damit entsteht für globale Investoren gewissermaßen ein Einstiegstor in die usbekische Wirtschaft.
Auch für die London Stock Exchange war die Transaktion bemerkenswert: Sie gehörte zu den größeren internationalen Neuemissionen des Jahres 2026 und markierte den Einstieg eines neuen Landes in den globalen Aktienmarkt.
Der UzNIF wurde geschaffen, um staatliche Beteiligungen zu bündeln und professioneller zu verwalten – mit mehr Transparenz und stärkerer Orientierung an internationalen Kapitalmarktstandards.
Der erfolgreiche Börsengang, der deutlich überzeichnet war und von großen globalen Vermögensverwaltern unterstützt wurde, deutet darauf hin, dass internationale Investoren zunehmend Vertrauen in Usbekistans Reformkurs gewinnen. Sollte das Land weitere Privatisierungen und Börsengänge folgen lassen, könnte der UzNIF‑IPO rückblickend als der Moment gelten, in dem usbekische Staatsunternehmen erstmals dauerhaft Teil der globalen Aktienmärkte wurden.