Der Schlepper TEDY ist nach übereinstimmenden Berichten am 9. September im Schwarzen Meer nahe der ukrainischen Region Odesa von Drohnen angegriffen worden. Während das beschädigte Schiff anschließend Kurs auf Constanța in Rumänien nahm, soll es in der Nacht erneut attackiert worden sein. Zwei aserbaidschanische Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Der Fall zeigt erneut, wie stark der Krieg die internationale Handelsschifffahrt im Schwarzen Meer gefährdet.
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Die Opfer: Zwei Tote, zwei Verletzte
Das Außenministerium Aserbaidschans nannte die Getöteten: Aslan Aliyev und Asim Gasimov. Verletzt wurden Imran Novruzov und Rauf Aliyev. Beide kamen nach Angaben Bakus in ein Krankenhaus im ukrainischen Tschornomorsk bei Odesa. Die Behörden Aserbaidschans koordinierten Hilfe sowie die Rückführung der Verletzten und der Leichname.
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Zur Schwere der Verletzungen gibt es unterschiedliche Angaben. Ein Bericht sprach von Verbrennungen; die offizielle aserbaidschanische Mitteilung bestätigte Verletzungen und die Behandlung im Krankenhaus, ohne Details zum Gesundheitszustand zu nennen.
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Was über Schiff und Besatzung bekannt ist
TEDY wurde als Schlepper beziehungsweise Offshore-Versorgungsschiff unter somalischer Flagge beschrieben, das einem türkischen Eigentümer zugeordnet wird. An Bord sollen sich zehn Menschen befunden haben: vier Staatsangehörige Aserbaidschans, drei türkische Staatsangehörige, zwei Deutsche und ein ukrainischer Staatsangehöriger.
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Damit gehörten sechs weitere Personen zur Besatzung, die nicht zu den vier von Baku namentlich genannten Aserbaidschanern zählten. Für diese sechs Menschen liegt in den verfügbaren Berichten jedoch keine ausreichend belastbare, vollständige Darstellung zu Identität, medizinischer Versorgung oder endgültigem Zustand vor. Aussagen über ihr Schicksal sollten deshalb mit Vorsicht behandelt werden.
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Ablauf: Erst Treffer bei Odesa, dann weitere Angriffe auf dem Weg nach Rumänien
In der groben Abfolge stimmen die Berichte überein: TEDY wurde zunächst nahe Odesa getroffen und versuchte danach offenbar, Constanța anzulaufen. In der folgenden Nacht wurde das Schiff erneut angegriffen.
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Unklar bleibt die genaue Zahl der Angriffe. Mehrere Berichte nennen nach dem ersten Treffer zwei weitere Attacken auf dem Weg nach Rumänien, andere sprechen von zwei Angriffen insgesamt über den 9. und 10. September. Gesichert ist daher vor allem: TEDY war mehreren gemeldeten Drohnenangriffen ausgesetzt; eine präzise Zahl der Treffer lässt sich aus dem vorliegenden Material nicht verlässlich ableiten.
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Russlands Darstellung – und was nicht belegt ist
Ukrainische Berichte ordneten die Angriffe russischen Drohnen zu. Das russische Verteidigungsministerium erklärte seinerseits, es habe einen Schlepper getroffen, der Schiffe in den Hafen von Odesa begleitet habe.
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Diese Aussage ist jedoch kein unabhängig überprüfter Nachweis dafür, dass TEDY militärische Fracht an Bord hatte oder militärische Lieferungen transportierte. Die vorliegenden Quellen belegen weder die Ladung noch den genauen Auftrag des Schleppers zum Zeitpunkt des Angriffs. Die Todesopfer, Verletzten und die Angriffe selbst sind gut dokumentiert; die behauptete militärische Begründung bleibt dagegen öffentlich umstritten.
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Reaktion aus Baku
Aserbaidschan bestätigte die Opfer und teilte mit, dass Diplomaten und zuständige staatliche Stellen den Fall bearbeiteten. Dazu gehörten Bemühungen, die Verletzten sowie die Getöteten zurückzuführen. Fachmedien berichteten zudem, dass Aserbaidschan nach dem Angriff eine Warnung herausgab.
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Für Behauptungen über einen gesonderten Vorfall im Juni mit fünf getöteten aserbaidschanischen Staatsangehörigen liefern die bereitgestellten Quellen keine ausreichende belastbare Grundlage. Ebenso lässt sich daraus keine direkte Verbindung zu TEDY oder eine weitergehende Bewertung der diplomatischen Folgen für das Verhältnis zwischen Baku und Moskau ableiten.
Warum der Fall für die Schifffahrt im Schwarzen Meer wichtig ist
Der Angriff auf TEDY fiel in eine Phase zunehmender Attacken auf Schiffe, Häfen und maritime Infrastruktur im Schwarzen Meer. Reuters berichtete im August, dass die Ukraine Russland über Dritte eine Aussetzung von Angriffen auf zivile Ziele in der Region vorgeschlagen habe. Hintergrund waren Sorgen um die Sicherheit der Schifffahrt und mögliche Folgen für die Lebensmittelversorgung.
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Auch die Türkei hatte beide Seiten zu einem gegenseitigen Moratorium für Angriffe auf Handelsschiffe und maritime Einrichtungen aufgerufen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte am 8. September, ein solches Moratorium lasse sich nicht wirksam überwachen.
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Die Gefahr betrifft nicht nur ein einzelnes Schiff: Bereits vor dem Angriff auf TEDY wurde über einen Sommer mit Angriffen Russlands und der Ukraine auf Schiffe und Hafeninfrastruktur berichtet. Das störte insbesondere Getreideexporte und verschärfte die Sorgen vor höheren Lebensmittelpreisen sowie wachsenden Risiken für Seeleute.
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Fazit
Vier Punkte gelten nach den vorliegenden Berichten als gesichert: TEDY fuhr unter somalischer Flagge und stand in türkischem Eigentum; der Schlepper wurde nahe Odesa angegriffen und auf dem Weg nach Constanța erneut attackiert; Aslan Aliyev und Asim Gasimov wurden getötet; Imran Novruzov und Rauf Aliyev kamen verletzt in ein Krankenhaus in Tschornomorsk.
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Offen bleiben die genaue Chronologie jedes einzelnen Angriffs, der Zustand aller übrigen Besatzungsmitglieder und die Frage, ob es eine tatsächliche Grundlage für die russische militärische Begründung gab. Gerade diese offenen Punkte sind entscheidend, um den Vorfall einzuordnen – und die Risiken für zivile Seeleute im Schwarzen Meer realistisch zu bewerten.