Seit dem 30. Juli 2026 wurden Berichten zufolge mehr als 130 Millionen Dollar aus mit Coldcard verbundenen Wallets gestohlen.
Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What happened in the ongoing cryptocurrency theft targeting Coldcard offline hardware-wallet users—including who appears to be conducting it. Article summary: The theft appears to be an active, opportunistic campaign by at least a dozen unidentified hackers or groups, not a demonstrated breach of Bitcoin itself or of victims’ physical wallets. Estimates varied as the campaign . Topic tags: general, general web. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, charts with fake numbers, clic
Der Coldcard-Diebstahl war kein physischer Einbruch und bedeutet nicht, dass die Kryptografie von Bitcoin geknackt wurde. Das Problem lag darin, wie einige Coldcard-Geräte die Wiederherstellungs-Seeds erzeugten, die den Zugriff auf die Guthaben ihrer Besitzer steuern. Nachdem Angreifer das Muster erkannt hatten, konnten sie massenhaft mögliche Seeds berechnen, diese mit öffentlich sichtbaren Bitcoin-Adressen abgleichen und die Guthaben übertragen – ohne das Hardware-Wallet oder dessen Backup in die Hände zu bekommen.
Coldcard ist als Hardware-Wallet konzipiert. Die für Transaktionen benötigten Schlüssel bleiben vom Internet und von internetfähiger Software getrennt. Diese sogenannte Cold-Storage-Architektur ist normalerweise deutlich schwerer aus der Ferne anzugreifen als ein Hot-Wallet, das etwa als Smartphone-App, Browser-Erweiterung oder Konto bei einer Kryptobörse läuft.
Doch diese Sicherheit hängt auch von der Qualität des Zufalls ab, mit dem ein Seed bei seiner Erstellung erzeugt wird. Eine im März 2021 eingeführte Firmware-Änderung führte dazu, dass betroffene Coldcards statt des vorgesehenen Hardware-Zufallszahlengenerators einen vorhersehbaren Softwareprozess nutzten. Coinkite erklärte später, die Ursache sei ein Fehler bei der Build- und Symbolauflösung gewesen – keine beabsichtigte Entscheidung, auf eine schwächere Ersatzlösung zurückzugreifen.
Ein Wiederherstellungs-Seed ist praktisch das Hauptgeheimnis einer Bitcoin-Wallet. Aus ihm lassen sich die Adressen und privaten Signaturschlüssel der Wallet wiederherstellen. Der Seed muss deshalb unvorhersehbar sein. Können Angreifer den möglichen Wertebereich stark verkleinern, lässt sich der richtige Seed berechnen, ohne das ursprüngliche Gerät zu sehen.
Bei betroffenen Mk3-Wallets lag die effektive Entropie nach Auswertungen auf Grundlage der technischen Analyse von Coinkite bei ungefähr 40 Bit statt bei den vorgesehenen 128 Bit. Dadurch wurde die Zahl der möglichen Kombinationen so weit reduziert, dass spezialisierte Berechnungen praktikabel wurden.
Der mutmaßliche Ablauf sah so aus:
Das erklärt, warum Betroffene trotz sinnvoller Sicherheitsmaßnahmen Geld verlieren konnten: Sie hatten ihren Seed womöglich nie weitergegeben, das Gerät offline aufbewahrt und das Backup sicher verwahrt. Die Schwachstelle entstand bereits bei der Erstellung des Seeds – nicht erst bei dessen späterer Speicherung.
Die gemeldeten Summen veränderten sich im Verlauf der Kampagne. Eine frühe Bilanz schrieb 594,48 BTC etwa 500 Single-Signature-Wallets zu. Spätere Berichte brachten den Angriff mit mehr als 1.300 BTC und Verlusten von über 130 Millionen Dollar in Verbindung.
Diese Zahlen sind nicht zwangsläufig als eine einzige abschließende Gesamtsumme zu verstehen. Die Berichte erfassten unterschiedliche Diebstahlwellen, Zeiträume, Wallet-Typen und Bitcoin-Kurse. Eine spätere Einschätzung von Galaxy Research sprach von „130 Millionen Dollar und mehr“ und deutete darauf hin, dass die Untersuchung Mitte August noch nicht abgeschlossen war.
Die Täter wurden öffentlich bislang nicht identifiziert. Die verfügbare Berichterstattung beschreibt eine aktive, opportunistische Kampagne mit mindestens einem Dutzend unbekannter Hacker oder Gruppen. Möglich ist demnach, dass mehrere Akteure dieselbe Schwachstelle ausnutzten, nachdem sie bekannt geworden war.
Die technische Ursache und die Täterfrage müssen dabei getrennt betrachtet werden. Die Ursache ist mit der Implementierung der Seed-Erzeugung bei Coldcard verbunden. Identität, Organisation und Aufenthaltsort der Personen, die die Wallets leerten, sind in den verfügbaren Berichten dagegen ungeklärt. Die Belege bestätigen weder einen Angriff auf Bitcoin selbst noch eine einzelne eindeutig identifizierte kriminelle Gruppe.
Der Coldcard-Vorfall ereignete sich in einer Phase insgesamt hoher Verluste in der Kryptobranche. Bis Anfang August war in Berichten von mehr als 200 Angriffen auf Kryptounternehmen im Jahr 2026 und Schäden von über 950 Millionen Dollar die Rede.
Der Vergleich braucht allerdings Kontext: Die größere Summe umfasst Angriffe auf verschiedene Unternehmen und Systeme. Die Coldcard-Verluste gingen dagegen auf eine konkrete Schwachstelle bei der Erzeugung von Wallet-Seeds zurück. Der Fall zeigt dennoch ein wiederkehrendes Risiko der Selbstverwahrung: Starke Kryptografie und Offline-Speicherung können eine fehlerhafte Schlüsselgenerierung oder eine mangelhafte Implementierung nicht ausgleichen.
Hardware-Wallets sollen sensible Signaturdaten von internetfähigen Geräten isolieren. Ein Hot-Wallet läuft hingegen meist als Software und ist damit einer größeren Bandbreite von Online-Bedrohungen ausgesetzt. Cold Storage senkt deshalb im normalen Betrieb das Risiko durch Schadsoftware, die Übernahme von Online-Konten und die versehentliche Preisgabe eines Seeds.
Dieses Sicherheitsmodell scheiterte nicht daran, dass sich Angreifer in jede Coldcard einloggten. Das Problem war, dass einige Wallets mit Seeds erzeugt worden waren, die nicht ausreichend zufällig waren. Liegt ein schwacher Seed einmal vor, schützt ein sicher verwahrtes Gerät zwar die Hardware – aber nicht unbedingt das mathematische Geheimnis, das sich anhand der öffentlichen Blockchain und des bekannten Erzeugungsmusters rekonstruieren lässt.
Der Unterschied ist entscheidend: Es handelte sich um eine Schwachstelle in der Produktimplementierung. Der Vorfall ist kein Beleg dafür, dass jedes Offline-Wallet grundsätzlich unsicher ist oder das Adress- und Signatursystem von Bitcoin überwunden wurde.
Jonathan Goodman erklärte, dass aus seinen von Coldcard kontrollierten Beständen ungefähr 1,6 Millionen kanadische Dollar (C$) entwendet worden seien. Nach eigenen Angaben hatte er seinen Seed nie weitergegeben und seine Geräte physisch gesichert. Trotzdem verhinderten diese Vorsichtsmaßnahmen den Diebstahl nicht.
Sein Fall macht den besonders verstörenden Punkt des Vorfalls deutlich: Gute Sicherheitsmaßnahmen im täglichen Umgang reichen nicht aus, wenn das Geheimnis selbst bei seiner Erstellung aus einem nicht ausreichend unvorhersehbaren Prozess stammt. Eine sorgfältig geschützte Kopie eines schwachen Schlüssels bleibt ein schwacher Schlüssel.
Coinkite veröffentlichte die Sicherheitswarnung am 30. Juli 2026 und stellte korrigierte Firmware sowie weitere technische Informationen bereit. Die zentrale Maßnahme ist nicht nur ein Update, sondern eine Migration:
Coinkite warnte ausdrücklich, dass ein Firmware-Update einen Seed, der unter der anfälligen Firmware erzeugt wurde, nicht nachträglich sicher macht. Die vorhandenen Guthaben müssen auf eine Wallet mit einem neu erzeugten Seed übertragen werden.
Laut Sicherheitswarnung besteht ein Risiko insbesondere dann, wenn der Seed ohne mindestens 50 unabhängige, private Würfelwürfe erzeugt wurde und die finanzierte Wallet nicht durch eine starke, einzigartige BIP-39-Passphrase geschützt war. Nutzer sollten für modellbezogene Firmware-Versionen und Migrationsschritte die aktuelle offizielle Warnung beachten. Seed-Wörter oder Passphrasen sollten niemals an Personen weitergegeben werden, die sich als Support ausgeben.
Der Coldcard-Fall zeigt, dass die Sicherheit eines Hardware-Wallets aus mehreren Ebenen besteht:
Die wichtigste praktische Regel ist einfach: Wenn ein Wallet-Seed möglicherweise mit einem anfälligen Verfahren erzeugt wurde, muss der Seed ersetzt werden – nicht nur das Gerät. Die Angreifer mussten in diesem Fall Berichten zufolge keine Coldcard stehlen. Es genügte, das von ihr erzeugte Geheimnis nachzubilden.
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Seit dem 30. Juli 2026 wurden Berichten zufolge mehr als 130 Millionen Dollar aus mit Coldcard verbundenen Wallets gestohlen.
Seit dem 30. Juli 2026 wurden Berichten zufolge mehr als 130 Millionen Dollar aus mit Coldcard verbundenen Wallets gestohlen. Ein Integrationsfehler in der Firmware leitete die Erzeugung des Wiederherstellungs Seeds über einen vorhersehbaren Software Zufallsprozess statt über den vorgesehenen Hardware Zufallszahlengenerator.
Coinkite rät gefährdeten Nutzern, eine korrigierte Firmware zu installieren, einen vollständig neuen Seed zu erzeugen und die Guthaben zu übertragen.