Rund 30.000 Flaschen Spitzenwein im geschätzten Wert von 5 Millionen Euro (etwa 5,8 Millionen US-Dollar) sind aus einem Lager von Marchesi Antinori nahe Cortona in der Toskana gestohlen worden. Der Weinproduzent bezeichnete den Überfall als größten Weindiebstahl, der bislang in Italien verzeichnet wurde. Zur Beute gehörten begehrte Weine des Jahrgangs 2023. Wer die Sicherheitstechnik zuvor ausschaltete und ob die Täter Unterstützung von innen hatten, ist jedoch nicht belegt.
17
36
So lief der Raub ab
Berichten zufolge drangen mindestens sieben maskierte Täter in das Lager ein und luden die Weinflaschen auf zwei Lastwagen. Sie schalteten Alarmanlage und Kameras aus und nutzten Gabelstapler des Weinguts, um die Kisten zu bewegen. Ein Bericht beziffert die Dauer des Einsatzes auf etwa drei Stunden.
2
5
7
Fortune berichtete zudem, die Alarmanlage sei bereits am Tag vor dem Einbruch von innerhalb des Gebäudes ausgeschaltet worden. Das wirft Fragen nach der Vorbereitung des Raubs auf. Wer die Anlage deaktivierte, ist damit aber nicht geklärt – und der Bericht belegt keine Beteiligung von Insidern.
5
Die Flaschen waren bereits für den Versand vorbereitet; Antinori stellte gerade eine Lieferung für Kundinnen und Kunden im Ausland zusammen. Das könnte das schnelle Verladen erleichtert haben. Die vorliegenden Berichte belegen allerdings weder, dass diese Lieferung ungewöhnlich selten war, noch, dass der Zeitpunkt auf Insiderwissen schließen lässt.
2
6
Welche Weine wurden gestohlen – und was sind sie wert?
Zur Beute gehörten Tignanello, Solaia und Guado al Tasso. Antinori-Sprecher Lorenzo Vivoli sagte gegenüber Fortune, die Diebe hätten jeweils ungefähr 10.000 Flaschen der drei Weine mitgenommen – alle aus dem Jahrgang 2023.
5
Fortune nannte durchschnittliche Verkaufspreise im US-Einzelhandel von rund 430 US-Dollar für Solaia, 200 Dollar für Tignanello und 190 Dollar für Guado al Tasso. Das sind Preisangaben für den Einzelhandel, keine bestätigte Schätzung eines möglichen Wiederverkaufs der gestohlenen Flaschen. Antinori bezifferte den Verlust für europäische Märkte auf etwa 5 Millionen Euro.
5
Zuverlässige Angaben zu den jährlichen Produktionsmengen dieser Weine liefern die zitierten Berichte nicht. Fortune berichtete außerdem, Antinoris Versicherung decke einen Verlust dieser Größenordnung nicht ab. Weitere Einzelheiten zu den Versicherungsbedingungen liegen in den verfügbaren Angaben nicht vor.
5
Wann wurde der Diebstahl entdeckt und bekannt gemacht?
Mitarbeitende bemerkten den Diebstahl am Montagmorgen, dem 5. Oktober. Öffentlich machte das Unternehmen den Verlust am Freitag, dem 9. Oktober. Warum zwischen der Entdeckung und der Mitteilung mehrere Tage lagen, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.
10
11
17
36
Beim genauen Zeitpunkt des Einbruchs unterscheiden sich die Berichte: Einige sprechen von der Nacht auf Samstag, andere ordnen den Überfall dem Sonntag oder dem Wochenende vom 3. bis 4. Oktober zu. Die wesentlichen Angaben zum Ablauf stimmen weitgehend überein, die genaue Chronologie ist aber nicht einheitlich.
4
5
19
23
Warnung an Kundschaft – und mögliche Verbindungen zu anderen Diebstählen
Antinori rief Kundinnen und Kunden dazu auf, bei Angeboten außerhalb der offiziellen Vertriebskanäle vorsichtig zu sein. Das Weingut hofft, die gestohlenen Flaschen wiederzufinden. Die Familiengeschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1385 zurück; Antinori exportiert in 170 Länder.
3
In der Berichterstattung werden auch andere Weindiebstähle erwähnt, darunter Fälle bei Banfi und Conterno Fantino. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass dieselben Täter dahinterstecken. Eine Verbindung zum Überfall auf Antinori ist in den verfügbaren Berichten nicht belegt.
18
24
Fest steht: Eine große Menge wertvoller Weine wurde aus einem Lager gestohlen, nachdem die Sicherheitssysteme ausgeschaltet worden waren. Wer die Flaschen mitnahm, wer die Alarmanlage deaktivierte, warum Antinori den Diebstahl erst Tage später öffentlich machte und ob die Weine wieder auftauchen, bleibt offen.