Bei einem Sicherheitsvorfall am 29. Oktober 2026 wurde auf Polymarkets internationaler Plattform offenbar ein externes Monitoring-Skript manipuliert. Der eingeschleuste Code nutzte aktive Sitzungen eingeloggter Nutzer, um Positionen zu verkaufen oder Vermögenswerte zu verschieben. Die Angreifer mussten dafür nach den vorliegenden Analysen nicht Polymarkets Smart Contracts knacken. Die Verluste werden auf etwa 2,5 bis 2,7 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Handel war rund eine Stunde eingeschränkt.
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So lief der Angriff ab
Polymarket erklärte, ein Drittanbieter sei kompromittiert worden. Das Unternehmen nannte den Anbieter in seiner ersten Mitteilung nicht. Recherchen und spätere Berichte brachten das schädliche Skript jedoch mit DebugBear in Verbindung, einem britischen Anbieter für Website-Performance und -Monitoring.
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Der Angriff setzte nach den Analysen an der Website an, nicht an den zugrunde liegenden Smart Contracts. Das JavaScript soll nach dem Trading-Client und dem Portfolio eingeloggter Nutzer gesucht und anschließend versucht haben, Vermögenswerte über die aktive Sitzung zu verkaufen oder zu verschieben.
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15 Vereinfacht gesagt: Der Code nutzte Berechtigungen, die im geöffneten Browser bereits vorhanden waren, statt die Blockchain-Verträge direkt zu überwinden.
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Handelsstopp für rund eine Stunde
Während der Untersuchung schränkte Polymarket den Handel auf seiner internationalen Plattform ein. Nutzer konnten zunächst nur Aufträge stornieren; außerdem pausierte das Unternehmen Relayer-Aktionen – also Transaktionen, die über den Relayer-Dienst der Plattform abgewickelt werden. Laut Statusseite dauerte die Unterbrechung am 29. Oktober von 18.05 bis 19.05 Uhr UTC, entsprechend 14.05 bis 15.05 Uhr an der US-Ostküste. Polymarket meldete später, das Problem sei behoben, und markierte den Vorfall als abgeschlossen.
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Betroffen war die internationale Website Polymarket.com. Einige Berichte meldeten, die separate US-Plattform sei nicht betroffen. Die vorliegenden Informationen des Unternehmens beziehen sich jedoch auf die internationale Plattform und bestätigen diese Abgrenzung nicht unabhängig.
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Was gestohlen wurde – und was die Nachverfolgung zeigt
Die Schätzungen der Verluste liegen bei ungefähr 2,5 bis 2,7 Millionen US-Dollar. Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Auswertungen: BleepingComputer verfolgte Vermögenswerte im Wert von rund 2,5 Millionen US-Dollar bis zu einer mutmaßlichen Angreifer-Wallet; andere Berichte bezifferten die Gesamtverluste auf etwa 2,7 Millionen US-Dollar.
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Bei der Blockchain-Nachverfolgung wurden rund 28,6 Millionen POL mit Wallets in Verbindung gebracht, die dem mutmaßlichen Angreifer zugerechnet wurden. BleepingComputer bezifferte ihren Wert auf etwa 2,57 Millionen US-Dollar. Diese On-Chain-Spur dokumentiert sichtbare Transfers, ist für sich genommen aber keine vollständige Abrechnung aller Verluste einzelner Nutzer.
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Rückzahlungen und offene Fragen
Am Freitagmorgen, dem 30. Oktober, meldete Polymarket, 689 von 726 betroffenen Wallets vollständig entschädigt zu haben. Die übrigen 37 Fälle würden noch geprüft.
22 Die gemeldete Gesamtsumme von 3,9 Millionen US-Dollar umfasste laut Berichten über ein Plattform-Update außerdem 1,19 Millionen US-Dollar für rund 5.500 Wallets, deren Inhaber durch die Handelsunterbrechung oder durch während des Vorfalls veränderte Positionen betroffen waren.
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Einige Medienberichte erwähnten, dass Nutzer mit Verlusten von mehr als 10.000 US-Dollar eine Verzichtserklärung unterschreiben mussten. Die hier verfügbaren Quellen belegen weder die genauen Bedingungen noch Behauptungen zu Identitätsprüfungen oder einer möglichen Verschwiegenheitsklausel. Diese Einzelheiten sind daher nicht gesichert.
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Die Sicherheitslehre: Auch externe Skripte können weitreichende Zugriffe erhalten
Ein Monitoring-Skript kann für den Betrieb einer Website nützlich sein. Wird es jedoch auf einer Handelsplattform geladen und kann dort mit angemeldeten Funktionen interagieren, kann es zum Risiko werden. Bei diesem Vorfall nutzte der schädliche Code laut den Analysen die Browser-Sitzungen von Nutzern, die Polymarket geöffnet hatten.
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Eine mögliche Schutzmaßnahme ist Subresource Integrity (SRI). Damit kann ein Browser eine externe Skriptdatei mit einem zuvor festgelegten Hash-Wert vergleichen und sie ablehnen, wenn sich ihr Inhalt geändert hat. Das würde allerdings nur helfen, wenn der Schutz für den tatsächlich kompromittierten Ladeweg korrekt eingerichtet ist; gegen jede Art von Angriff auf Drittanbieter oder Website schützt SRI nicht.
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Polymarket veröffentlichte später auf seiner Statusseite ein ausführlicheres Update zu Vorfall und Reaktion.
29 Die verfügbaren Berichte stützen den groben Angriffsweg, die geschätzten Verluste und den Stand der Rückzahlungen. Einzelne Bedingungen für Entschädigungen und die genaue Abgrenzung betroffener Dienste bleiben dagegen offen.