Am 29. Oktober 2026 war eine manipulierte Ausgabe der Claude-Code-Erweiterung anthropic.claude-code in Version 2.1.313 über Cursors Extension Marketplace verfügbar. Nach Angaben von Cursor lief das Zeitfenster von etwa 2:27 Uhr bis 13:35 Uhr Pazifikzeit – rund elf Stunden. Bis zu 5.000 Nutzer könnten die Version erhalten haben. Diese Schätzung belegt jedoch nicht, dass auf ebenso vielen Rechnern ein Fernzugriff erfolgreich eingerichtet wurde.
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Der Vorfall ist vor allem deshalb relevant, weil der eingeschleuste Code versuchte, einen von Angreifern kontrollierten SSH-Schlüssel hinzuzufügen und eine dauerhafte Verbindung zu betroffenen Geräten aufzubauen. Was die Berichte belegen – und was Nutzer prüfen sollten:
Wo die manipulierte Erweiterung angeboten wurde
Erste Berichte vermuteten, die betroffene Version sei über Open VSX verbreitet worden. Spätere Analysen verwiesen dagegen auf Cursors eigenen Marketplace. Open VSX, Microsofts Visual Studio Marketplace und das npm-Paket @anthropic-ai/claude-code wurden als nicht betroffen gemeldet. In den dortigen Versionslisten folgte auf 2.1.312 die Version 2.1.314; 2.1.313 fehlte.
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Die manipulierte Erweiterung trat unter der legitimen Kennung anthropic.claude-code auf und war damit nicht schon am Namen als Nachahmung zu erkennen. Cursors Sicherheitshinweis nennt für Windows und macOS die Versionen 2.1.312 und 2.1.313. Wer sein System überprüft, sollte deshalb auch diesen Hinweis berücksichtigen und sich nicht allein auf die Versionsnummer 2.1.313 verlassen.
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Cursor erklärte, die manipulierte Version sei nicht von Anthropic entwickelt worden. Wie der Angreifer Zugriff auf die Veröffentlichungsmöglichkeit erhielt, geht aus den verfügbaren Berichten nicht hervor.
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Was der eingeschleuste Code versuchte
Sicherheitsforscher fanden einen 66-zeiligen Loader, der vor den regulären Code der Erweiterung gesetzt worden war. Er sammelte Angaben zum Rechner und Nutzer, darunter Hostname, Benutzername, Betriebssystem, Namen von Umgebungsvariablen, Git-E-Mail-Adresse und öffentliche IP-Adresse.
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Außerdem versuchte der Code, einen Angreifer-Schlüssel mit der Bezeichnung svc-telemetry in die SSH-Datei authorized_keys einzutragen. SSH ist ein Verfahren für verschlüsselte Fernverbindungen. Der Schadcode sollte zusätzlich Mechanismen zur dauerhaften Ausführung einrichten und einen umgekehrten SSH-Tunnel öffnen – also eine Verbindung, über die sich ein externer Server den Weg zurück zum Rechner bahnen könnte. Als Persistenzmechanismen wurden unter anderem ein macOS-LaunchAgent und eine geplante Windows-Aufgabe beschrieben. Hintergrundskripte sollten den Tunnel etwa alle 60 Sekunden erneut versuchen.
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Laut Cursor scheiterte der Versuch, den lokalen SSH-Dienst zu aktivieren, wegen Fehlern im Schadcode in der Regel. Eine Ausnahme könnte es unter ungewöhnlichen Umständen gegeben haben, etwa wenn Cursor mit Administratorrechten gestartet wurde. Das senkt die Wahrscheinlichkeit, dass der vorgesehene Fernzugriff auf typischen Geräten funktionierte. Es sagt aber nicht aus, ob ein bestimmter Rechner betroffen war.
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Cursors Reaktion und die saubere Version
Cursor entfernte das Paket und nahm den Marketplace vorübergehend offline. Berichten zufolge baute das Unternehmen den Marketplace neu auf, rotierte Veröffentlichungs- oder Signaturschlüssel und wirkte daran mit, den Server des Angreifers abzuschalten.
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Die Version 2.1.314 wurde als saubere Nachfolgeversion identifiziert und war bei Open VSX sowie Microsofts Visual Studio Marketplace verfügbar. Das Aktualisieren oder Deinstallieren der Erweiterung ersetzt beziehungsweise entfernt das manipulierte Paket; es kann aber bereits angelegte Spuren auf dem Rechner zurücklassen.
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Was Nutzer prüfen sollten
Wer die Erweiterung während des Zeitfensters über Cursor installiert oder aktualisiert hat, sollte Cursors Sicherheitshinweis und Bereinigungsanweisungen befolgen. Besonders wichtig sind:
- In SSH-Autorisierungsdateien nach dem Schlüsselkommentar
svc-telemetry suchen. Auch die genannten Persistenzmechanismen – etwa den macOS-LaunchAgent oder eine geplante Windows-Aufgabe – prüfen.
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- Auf die saubere Version
2.1.314 aktualisieren und Cursors Bereinigungsschritte ausführen. Ein Update oder eine Deinstallation allein entfernt nicht unbedingt bereits angelegte Spuren.
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- Zugangsdaten erneuern, auf die ein möglicherweise betroffener Rechner Zugriff hatte. Werden verdächtige Spuren gefunden, ist es eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme, den Rechner während der Untersuchung vom Netz zu trennen. Das ist kein Beleg dafür, dass sich ein Angreifer erfolgreich verbunden hat.
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Entscheidend ist der Unterschied zwischen der Auslieferung einer manipulierten Erweiterung und einer erfolgreich aktivierten Hintertür. Die Berichte belegen den Versuch, einen dauerhaften SSH-Zugang einzurichten, und eine mögliche Reichweite von bis zu 5.000 Nutzern. Sie belegen nicht, dass alle exponierten Rechner auf dieselbe Weise kompromittiert wurden.
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