Die Discord-Anfrage soll sich auf Identifikationsdaten von Konten beziehen, die seit dem 1. Juni 2026 die betreffenden Server genutzt haben. Von Microsoft werden außerdem interne Unterlagen verlangt, die zur Identifizierung der Nutzer, Personen oder Unternehmen hinter CyberLeek beitragen könnten.
Als Frist nennen die Vorladungen Berichten zufolge den 4. September. Bis dahin sollen Microsoft und Discord Unterlagen herausgeben oder im Rahmen des Gerichtsverfahrens reagieren. Das bedeutet nicht, dass Take-Two die angeforderten Informationen bereits erhalten hat: Empfänger einer Vorladung können Unterlagen vorlegen, Einspruch einlegen, Einschränkungen beantragen oder auf anderem rechtlichem Weg antworten.
Eine inhaltliche öffentliche Stellungnahme von Microsoft oder Discord ist in der verfügbaren Berichterstattung bislang nicht dokumentiert. Deshalb bleibt offen, welche Daten die Unternehmen letztlich bereitstellen und ob diese ausreichen werden, um die Verantwortlichen hinter dem Alias zu identifizieren.
Berichte meldeten, dass der Telegram-Kanal von CyberLeek nach einer Urheberrechtsbeschwerde nicht mehr erreichbar gewesen sei. Die wichtigste Grundlage dafür ist jedoch ein Beitrag in sozialen Medien und keine offizielle Mitteilung von Telegram, Take-Two oder Rockstar.
Außerdem soll der letzte funktionierende Spiegel einer CyberLeek-Website offline gegangen sein und einen 502-Fehler zurückgegeben haben. Das belegt, dass die Seite zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht erreichbar war. Es beweist jedoch weder, wer sie abgeschaltet hat, noch ob die Auszeit dauerhaft ist.
Mehrere Berichte beschrieben die Videos als Aufnahmen aus einer älteren oder frühen Version von GTA VI – also nicht aus der fertigen Verkaufsversion. In einem Clip soll das Wort „LEEK“ durch Einschusslöcher an einer Wand dargestellt worden sein. Auch dieses Detail belegt allerdings nicht unabhängig, wer das Material erstellt oder verbreitet hat.
CyberLeek soll zudem ein mit Kryptowährungen verknüpftes Modell beworben haben. Die öffentliche Botschaft lautete sinngemäß: Eine höhere Marktkapitalisierung führe zu weiteren Leaks. Das deutet zumindest auf ein spekulatives oder werbliches finanzielles Motiv hin, erklärt aber weder die vollständigen Beweggründe noch, wie die Aufnahmen beschafft wurden.
Die Anträge sind vor allem deshalb relevant, weil Take-Two das geleakte Material darin als eigene urheberrechtlich geschützte Inhalte einordnet und Informationen über mutmaßliche Verletzer verlangt. Die Unterlagen dokumentieren damit die Position des Unternehmens, dass es sich um nicht autorisierte GTA-VI-Inhalte handelt.
Sie sind jedoch kein abschließendes Urteil in der Sache. Die verfügbaren Berichte liefern auch keine unabhängige forensische Authentifizierung jedes einzelnen Clips. Ebenso ist nicht geklärt, ob CyberLeek tatsächlich Zugriff auf eine spielbare Testversion hatte oder wer die ursprüngliche Quelle der Aufnahmen war. Diese Fragen bleiben nach der vorliegenden Beweislage offen.
Auf der offiziellen GTA-VI-Website kündigt Rockstar einen „Extended Look“ für den 27. August an. Als Veröffentlichungstermin ist dort der 19. November 2026 angegeben.
Die offizielle Ankündigung bezeichnet die Vorschau nicht als Gameplay-Präsentation von Netflix. Für diese Einordnung gibt es in den verfügbaren offiziellen Quellen daher keine Belege.
Als Startplattformen nennt Rockstar die PlayStation 5 sowie Xbox Series X/S. Die Untersuchung der Leaks läuft damit vor dem angekündigten Verkaufsstart. An den offiziellen Veröffentlichungsplänen ändert die Vorladung jedoch nichts – und sie bestätigt auch nicht, dass die geleakten Szenen die finale Version des Spiels zeigen.