Das Al‑Schifa‑Krankenhaus in Gaza‑Stadt bestätigte, dass dort sechs Leichen eingeliefert wurden – darunter fünf Polizeibeamte sowie ein Kind, das 2011 geboren wurde.
Berichten zufolge schlugen zwei Raketen auf dem Gelände ein und zerstörten den Posten. Mehrere Menschen in der Umgebung wurden verletzt, doch eine genaue Zahl der Verletzten wurde in den verfügbaren Berichten nicht bestätigt.
Die Polizei im Gazastreifen – sie steht unter der Verwaltung der Hamas – erklärte, die getöteten Beamten hätten zu den Kräften gehört, die für öffentliche Ordnung und interne Sicherheit im Gebiet zuständig sind.
Der Standort liegt westlich von Dschabalia, einer der am dichtesten besiedelten Regionen im Norden des Gazastreifens. Seit Beginn des Gaza‑Krieges im Oktober 2023 war das Gebiet wiederholt Ziel von Luftangriffen.
Der Angriff ereignete sich mehr als sechs Monate nach der Waffenruhe, die am 10. Oktober 2025 angekündigt wurde. Internationale Organisationen betonen jedoch, dass die Lage weiterhin instabil ist.
Human Rights Watch erklärte im Mai 2026, dass die Infrastruktur, die das Überleben der Bevölkerung in Gaza ermöglicht, weiterhin stark unter Druck steht und durch anhaltende Angriffe sowie Einschränkungen gefährdet bleibt.
Auch das UN‑Menschenrechtsbüro warnte, dass Palästinenser im Gazastreifen selbst Monate nach der Waffenruhe weiterhin unsicher leben, da israelische Angriffe regelmäßig stattfinden.
Israel betont in Berichten über solche Vorfälle, dass es sich das Recht vorbehalte, Personen oder Einrichtungen anzugreifen, die es als Bedrohung einstuft, auch während einer Waffenruhe.
Der Vorfall in Al‑Tuam passt in eine Reihe von Angriffen auf die Polizeistrukturen im Gazastreifen, die während der Waffenruhe gemeldet wurden.
Beispiele aus den letzten Monaten:
Analysten und Medienberichte weisen darauf hin, dass Israel verstärkt die Polizeistrukturen der Hamas angreift. Diese wurden von der Hamas genutzt, um nach intensiven Kampfphasen wieder zivile Verwaltung und öffentliche Ordnung in Teilen des Gazastreifens aufzubauen.
Palästinensische Behörden argumentieren, dass Angriffe auf Polizeieinrichtungen die lokale Sicherheit und die Organisation von Hilfslieferungen schwächen. Polizeieinheiten sichern häufig Straßen, begleiten Hilfskonvois und koordinieren Verteilungen von Lebensmitteln oder anderen Hilfsgütern.
Humanitäre Organisationen warnen zudem vor einer weiterhin extrem fragilen Lage. Das UN‑Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) berichtete, dass seit Oktober 2023 mindestens 593 Hilfsarbeiter im Gazastreifen getötet wurden, darunter mehrere nach der Verkündung der Waffenruhe im Oktober 2025.
OCHA dokumentierte außerdem Dutzende gewaltsame Vorfälle seit der Waffenruhe, bei denen weitere Menschen getötet oder verletzt wurden.
Der Angriff in Al‑Tuam ist Teil eines Konflikts mit sehr hohen Opferzahlen seit Beginn des Krieges im Oktober 2023.
Eine Studie des Costs‑of‑War‑Projekts der Brown University, die sich auf Daten des Gesundheitsministeriums in Gaza stützt, schätzt, dass bis 3. Oktober 2025 mindestens 67.075 Menschen getötet und 169.430 verletzt wurden.
Zusammen entsprechen diese Zahlen mehr als 10 % der Vorkriegsbevölkerung des Gazastreifens. Neuere Gesamtzahlen variieren je nach Quelle und Zeitpunkt, da der Konflikt weiterhin andauert.
Einige Aspekte des Angriffs bleiben in den bisherigen Berichten offen:
Trotz dieser offenen Punkte zeigt der Vorfall, dass selbst während der formellen Waffenruhe weiterhin Gewalt auftritt – und dass Sicherheitskräfte, Zivilisten und humanitäre Strukturen im Gazastreifen weiterhin erheblichen Risiken ausgesetzt sind.
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