Banked integriert diese Funktionen in eine Checkout‑Lösung, die Händler neben Kreditkarten oder digitalen Wallets anbieten können.
NAB sieht in der Technologie eine Möglichkeit, seine digitale Zahlungsstrategie zu stärken. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu helfen, Zahlungen schneller und günstiger zu erhalten.
Ein wichtiger Faktor ist Australiens bestehende Zahlungsinfrastruktur: Das Land verfügt bereits über moderne Echtzeit‑Zahlungsrails, wodurch Konto‑zu‑Konto‑Zahlungen relativ leicht skaliert werden können – sowohl im Onlinehandel als auch im B2B‑Bereich.
Durch die vollständige Übernahme kann NAB Bankeds Plattform enger in seine eigenen Angebote für Händler und Firmenkunden integrieren.
Die Beziehung zwischen beiden Unternehmen reicht mehrere Jahre zurück. NAB Ventures wurde bereits 2022 Minderheitsinvestor und beteiligte sich später an weiteren Finanzierungsrunden. Seit 2024 nutzt die Bank Bankeds Pay‑by‑Bank‑Technologie bereits für ihre Kunden.
Vor der Übernahme sammelte Banked mehrere Venture‑Finanzierungsrunden ein.
Zu den wichtigsten Investments zählen:
Insgesamt sammelte Banked damit über 50 Millionen US‑Dollar ein, um international zu expandieren – insbesondere in die USA und nach Australien.
Banked‑Gründer und CEO Brad Goodall bezeichnete den Deal als Chance, Pay‑by‑Bank‑Zahlungen schneller global zu verbreiten. Durch die Kombination aus Bankeds Technologie und der Reichweite einer großen Bank könne das Modell deutlich schneller wachsen.
Goodall hatte zuvor betont, dass direkte Bankzahlungen weltweit an Bedeutung gewinnen, weil Händler verstärkt nach Alternativen zu Karten‑Netzwerken suchen. Die Nachfrage komme sowohl aus dem Konsumenten‑ als auch aus dem Unternehmensbereich.
Die Übernahme durch NAB folgt auf eine Phase, in der Banked versuchte, stärker in den Endkundenmarkt vorzudringen.
2025 kündigte das Unternehmen an, die britische Zahlungs‑App VibePay zu übernehmen. Ziel war es, Pay‑by‑Bank‑Zahlungen über Verbraucher‑Belohnungen und Händler‑Incentives populärer zu machen.
Einige Berichte deuten jedoch darauf hin, dass VibePay Anfang 2026 nach Finanzierungsproblemen und einem gescheiterten Übernahmeprozess in Liquidation ging. Die Quellenlage dazu ist allerdings uneinheitlich und nicht vollständig bestätigt.
Daher lässt sich nicht sicher sagen, ob Banked seine Strategie in Großbritannien oder den USA tatsächlich aufgegeben hat. Klar ist jedoch: Mit der NAB‑Übernahme verschiebt sich der strategische Schwerpunkt stärker nach Australien, wo die Bank Bankeds Technologie in ihre Echtzeit‑Zahlungsstrategie integrieren will.
Der Schritt von NAB zeigt einen größeren Branchentrend. Banken investieren zunehmend in Account‑to‑Account‑Infrastruktur, um mit Karten‑Netzwerken und Fintech‑Wallets zu konkurrieren.
Sollten Pay‑by‑Bank‑Modelle breiter angenommen werden, könnten sie den Online‑Zahlungsverkehr deutlich verändern: Händler würden schneller bezahlt, Gebühren könnten sinken – und mehr Transaktionen würden direkt über das Bankensystem laufen statt über Kartenanbieter.
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