Spätere Analysen der Blockchain ergaben jedoch ein deutlich größeres Bild. Eine Rekonstruktion identifizierte etwa 3,01 Billionen gefälschte ONE, verteilt auf sechs manipulierte Cross-Shard-Transaktionen und vier Angreifer-Wallets. Die Untersuchung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen und versuchte weiterhin, die anfänglichen und späteren Messungen miteinander abzugleichen.
Die unterschiedlichen Zahlen sind deshalb kein bloßer Schreibfehler: Die Angabe von „4 Milliarden“ beschreibt die frühe, bestätigte Ausgabe. Die Billionen-Schätzung bezieht sich auf eine umfassendere Rekonstruktion der Erzeugung und Weiterbewegung der gefälschten Token.
Auch bei den Transfers kursieren abweichende Angaben. Ein Bericht nennt 2,385 Billionen ONE, die in 477 erfolgreichen Transfers bewegt wurden; ein anderer spricht von 534 Transfers innerhalb von 106 Sekunden. Solange kein abschließendes Incident-Ledger vorliegt, sollte keine einzelne Transferzahl als endgültig feststehen.
Harmony prüfte mehrere weniger umfassende Optionen: gezielte Token-Burns, Blacklists für Wallets, die selektive Wiederholung einzelner Transaktionen, eine Migration des ONE-Tokens sowie direkte Eingriffe in Datenbanken. Letztlich entschied sich das Projekt für feste Wiederherstellungspunkte auf beiden aktiven Shards.
Der Kern des Problems war die Verbreitung der gefälschten Token. Nachdem sie durch Wallets, Börsen, Liquiditätspools, Smart Contracts und weitere Transaktionen geflossen waren, hätte eine gezielte Reparatur jede betroffene Bilanz und jede nachfolgende Zustandsänderung korrekt erfassen müssen. Harmony warnte, dass ein solcher Eingriff auch nicht beteiligte Guthaben verändern könnte.
Eine Blacklist würde zwar bestimmte Adressen sperren, aber nicht automatisch sämtliche gefälschten Token aus dem Netzwerk entfernen. Bei einer selektiven Wiederholung von Transaktionen könnten sich außerdem Guthaben, Smart-Contract-Zustände oder Transaktions-Nonces – also die fortlaufenden Zähler von Wallets – voneinander abweichend entwickeln.
Ein fester Checkpoint nimmt den Validatoren die schwierige Aufgabe ab, tausende Einzelfälle nachträglich zu beurteilen. Sie erhalten Ersatzdatenbanken mit demselben vereinbarten Ausgangszustand und setzen die Blockproduktion ab den darauffolgenden Höhen fort. Das schafft einen deterministischen und vergleichsweise gut prüfbaren Neustart. Der Preis dafür: Auch legitime Aktivitäten nach dem Checkpoint werden verworfen.
Harmony will folgende Zustände behalten:
Validatoren sollen anschließend mit Ersatzdatenbanken ab Block 92.730.035 auf Shard 0 und ab Block 94.978.279 auf Shard 1 neue Blöcke erzeugen. Die Client-Version v2026.1.2 weist die als problematisch identifizierten Block-Hashes zurück.
Der Rollback ist nicht mit dem Einfrieren einiger Angreifer-Wallets gleichzusetzen. Alle Blöcke nach den beiden Checkpoints werden entfernt – auch wenn sie nichts mit dem Exploit zu tun hatten. In der detaillierten Aufstellung geht es um 109.126 reguläre Transaktionen und 315 Staking-Transaktionen.
Betroffen sein können damit unter anderem:
Nutzer müssen solche Transaktionen nach dem Neustart möglicherweise erneut ausführen oder ihre Folgen anderweitig klären. Die vorliegenden Belege bestätigen nicht, dass der Großteil der betroffenen Transaktionen automatisierte DEX-Bot-Aktivität war. Diese Einordnung sollte daher nicht als gesicherte Tatsache gelten.
Die verfügbaren Berichte deuten darauf hin, dass die Token nicht in einer einzigen Minting-Adresse liegen blieben, sondern sich innerhalb kurzer Zeit über zahlreiche Transfers verteilten. Einer Darstellung zufolge bewegte ein mit dem Angriff verbundenes Wallet 2,385 Billionen ONE in 477 erfolgreichen Transfers innerhalb von 106 Sekunden. Andere Berichte nennen 534 Transfers.
Harmony stellte Börsen und LayerZero eine Liste der bislang bekannten Incident-Wallets zur Verfügung. Zudem wurden Börsen aufgefordert, Gelder zu blockieren oder einzufrieren, die sich auf die veröffentlichten Adressen zurückführen lassen.
Solche Maßnahmen können den Verkauf über zentrale Handelsplätze und die Bewegung über Brücken erschweren. Sie stellen jedoch nicht automatisch den maßgeblichen On-Chain-Zustand wieder her. Genau diese Unterscheidung erklärt, weshalb Harmony den Rollback als umfassendere Eindämmung betrachtete, statt sich ausschließlich auf die Zusammenarbeit mit Börsen und anderen Intermediären zu verlassen.
Klar ist, dass die Ausgabe großer Mengen nicht autorisierter ONE die Integrität des Token-Angebots und die Liquidität des Ökosystems erheblich belastete. Die vorliegenden Belege liefern jedoch keine ausreichend verlässliche und unabhängig bestätigte Kursreihe oder Marktkapitalisierungsberechnung, um den genauen Kursverlust oder den Verlust an Börsenwert zu beziffern.
Ein Bericht spricht von einem starken Einbruch des ONE-Kurses. Eine einzelne Darstellung reicht allerdings nicht aus, um daraus eine präzise Marktkennzahl abzuleiten.
Die vorsichtige Schlussfolgerung lautet daher: Die unrechtmäßige Ausgabe erschütterte das Vertrauen in die Token-Versorgung. Für Börsen, Bridges, Validatoren und Nutzer wurde zugleich unklar, welcher Zustand als endgültig gelten konnte. Wie stark der Markt tatsächlich reagierte, müsste anhand zeitgestempelter Börsen- und Marktdaten gesondert überprüft werden.
Mit seiner Entscheidung macht Harmony einen grundlegenden Zielkonflikt sichtbar: Die endgültige Gültigkeit bereits bestätigter Transaktionen wird der Wiederherstellung eines bekannten, als sicher geltenden Zustands untergeordnet. Ein Rollback kann umfassender sein als das Verbrennen oder Sperren einzelner gefälschter Guthaben. Gleichzeitig zeigt er, dass selbst eine als „unveränderlich“ geltende Ledger-Historie im Extremfall zu einer Governance-Entscheidung werden kann, wenn gefälschte Assets tief in den Protokollzustand eingedrungen sind.
Der Vorgang lässt sich mit anderen Rücksetzungen in der Blockchain-Welt vergleichen. Die vorliegenden Quellen dokumentieren die technischen Einzelheiten von Ravencoins Reaktion jedoch nicht ausreichend für einen belastbaren Detailvergleich. Belegt ist außerdem, dass Harmony bereits mit dem Horizon-Bridge-Vorfall befasst war und damals einen Vorschlag zur Erstattung auf Basis von ONE diskutierte. Daraus folgt aber nicht, dass der aktuelle Rollback offiziell die langfristige Strategie des Projekts für künftige Exploits festlegt.
Die unmittelbare Lehre ist konkreter: Wenn ein Fehler bei der Cross-Shard-Validierung gefälschte Assets im Netzwerk verbreiten lässt, geht es bei der Wiederherstellung nicht nur darum, Token zu löschen. Entscheidend ist, ob sich jedes betroffene Guthaben, jeder Smart-Contract-Zustand und jede Transaktionsabhängigkeit zuverlässig rekonstruieren lässt. Harmony kam zu dem Schluss, dass dies nicht sicher genug möglich war – und setzt deshalb beide Shards zurück.
Spätere Analysen der Blockchain ergaben jedoch ein deutlich größeres Bild. Eine Rekonstruktion identifizierte etwa 3,01 Billionen gefälschte ONE, verteilt auf sechs manipulierte Cross-Shard-Transaktionen und vier Angreifer-Wallets. Die Untersuchung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen und versuchte weiterhin, die anfänglichen und späteren Messungen miteinander abzugleichen.
Die unterschiedlichen Zahlen sind deshalb kein bloßer Schreibfehler: Die Angabe von „4 Milliarden“ beschreibt die frühe, bestätigte Ausgabe. Die Billionen-Schätzung bezieht sich auf eine umfassendere Rekonstruktion der Erzeugung und Weiterbewegung der gefälschten Token.
Auch bei den Transfers kursieren abweichende Angaben. Ein Bericht nennt 2,385 Billionen ONE, die in 477 erfolgreichen Transfers bewegt wurden; ein anderer spricht von 534 Transfers innerhalb von 106 Sekunden. Solange kein abschließendes Incident-Ledger vorliegt, sollte keine einzelne Transferzahl als endgültig feststehen.
Harmony prüfte mehrere weniger umfassende Optionen: gezielte Token-Burns, Blacklists für Wallets, die selektive Wiederholung einzelner Transaktionen, eine Migration des ONE-Tokens sowie direkte Eingriffe in Datenbanken. Letztlich entschied sich das Projekt für feste Wiederherstellungspunkte auf beiden aktiven Shards.
Der Kern des Problems war die Verbreitung der gefälschten Token. Nachdem sie durch Wallets, Börsen, Liquiditätspools, Smart Contracts und weitere Transaktionen geflossen waren, hätte eine gezielte Reparatur jede betroffene Bilanz und jede nachfolgende Zustandsänderung korrekt erfassen müssen. Harmony warnte, dass ein solcher Eingriff auch nicht beteiligte Guthaben verändern könnte.
Eine Blacklist würde zwar bestimmte Adressen sperren, aber nicht automatisch sämtliche gefälschten Token aus dem Netzwerk entfernen. Bei einer selektiven Wiederholung von Transaktionen könnten sich außerdem Guthaben, Smart-Contract-Zustände oder Transaktions-Nonces – also die fortlaufenden Zähler von Wallets – voneinander abweichend entwickeln.
Ein fester Checkpoint nimmt den Validatoren die schwierige Aufgabe ab, tausende Einzelfälle nachträglich zu beurteilen. Sie erhalten Ersatzdatenbanken mit demselben vereinbarten Ausgangszustand und setzen die Blockproduktion ab den darauffolgenden Höhen fort. Das schafft einen deterministischen und vergleichsweise gut prüfbaren Neustart. Der Preis dafür: Auch legitime Aktivitäten nach dem Checkpoint werden verworfen.
Harmony will folgende Zustände behalten:
Validatoren sollen anschließend mit Ersatzdatenbanken ab Block 92.730.035 auf Shard 0 und ab Block 94.978.279 auf Shard 1 neue Blöcke erzeugen. Die Client-Version v2026.1.2 weist die als problematisch identifizierten Block-Hashes zurück.
Der Rollback ist nicht mit dem Einfrieren einiger Angreifer-Wallets gleichzusetzen. Alle Blöcke nach den beiden Checkpoints werden entfernt – auch wenn sie nichts mit dem Exploit zu tun hatten. In der detaillierten Aufstellung geht es um 109.126 reguläre Transaktionen und 315 Staking-Transaktionen.
Betroffen sein können damit unter anderem:
Nutzer müssen solche Transaktionen nach dem Neustart möglicherweise erneut ausführen oder ihre Folgen anderweitig klären. Die vorliegenden Belege bestätigen nicht, dass der Großteil der betroffenen Transaktionen automatisierte DEX-Bot-Aktivität war. Diese Einordnung sollte daher nicht als gesicherte Tatsache gelten.
Die verfügbaren Berichte deuten darauf hin, dass die Token nicht in einer einzigen Minting-Adresse liegen blieben, sondern sich innerhalb kurzer Zeit über zahlreiche Transfers verteilten. Einer Darstellung zufolge bewegte ein mit dem Angriff verbundenes Wallet 2,385 Billionen ONE in 477 erfolgreichen Transfers innerhalb von 106 Sekunden. Andere Berichte nennen 534 Transfers.
Harmony stellte Börsen und LayerZero eine Liste der bislang bekannten Incident-Wallets zur Verfügung. Zudem wurden Börsen aufgefordert, Gelder zu blockieren oder einzufrieren, die sich auf die veröffentlichten Adressen zurückführen lassen.
Solche Maßnahmen können den Verkauf über zentrale Handelsplätze und die Bewegung über Brücken erschweren. Sie stellen jedoch nicht automatisch den maßgeblichen On-Chain-Zustand wieder her. Genau diese Unterscheidung erklärt, weshalb Harmony den Rollback als umfassendere Eindämmung betrachtete, statt sich ausschließlich auf die Zusammenarbeit mit Börsen und anderen Intermediären zu verlassen.
Klar ist, dass die Ausgabe großer Mengen nicht autorisierter ONE die Integrität des Token-Angebots und die Liquidität des Ökosystems erheblich belastete. Die vorliegenden Belege liefern jedoch keine ausreichend verlässliche und unabhängig bestätigte Kursreihe oder Marktkapitalisierungsberechnung, um den genauen Kursverlust oder den Verlust an Börsenwert zu beziffern.
Ein Bericht spricht von einem starken Einbruch des ONE-Kurses. Eine einzelne Darstellung reicht allerdings nicht aus, um daraus eine präzise Marktkennzahl abzuleiten.
Die vorsichtige Schlussfolgerung lautet daher: Die unrechtmäßige Ausgabe erschütterte das Vertrauen in die Token-Versorgung. Für Börsen, Bridges, Validatoren und Nutzer wurde zugleich unklar, welcher Zustand als endgültig gelten konnte. Wie stark der Markt tatsächlich reagierte, müsste anhand zeitgestempelter Börsen- und Marktdaten gesondert überprüft werden.
Mit seiner Entscheidung macht Harmony einen grundlegenden Zielkonflikt sichtbar: Die endgültige Gültigkeit bereits bestätigter Transaktionen wird der Wiederherstellung eines bekannten, als sicher geltenden Zustands untergeordnet. Ein Rollback kann umfassender sein als das Verbrennen oder Sperren einzelner gefälschter Guthaben. Gleichzeitig zeigt er, dass selbst eine als „unveränderlich“ geltende Ledger-Historie im Extremfall zu einer Governance-Entscheidung werden kann, wenn gefälschte Assets tief in den Protokollzustand eingedrungen sind.
Der Vorgang lässt sich mit anderen Rücksetzungen in der Blockchain-Welt vergleichen. Die vorliegenden Quellen dokumentieren die technischen Einzelheiten von Ravencoins Reaktion jedoch nicht ausreichend für einen belastbaren Detailvergleich. Belegt ist außerdem, dass Harmony bereits mit dem Horizon-Bridge-Vorfall befasst war und damals einen Vorschlag zur Erstattung auf Basis von ONE diskutierte. Daraus folgt aber nicht, dass der aktuelle Rollback offiziell die langfristige Strategie des Projekts für künftige Exploits festlegt.
Die unmittelbare Lehre ist konkreter: Wenn ein Fehler bei der Cross-Shard-Validierung gefälschte Assets im Netzwerk verbreiten lässt, geht es bei der Wiederherstellung nicht nur darum, Token zu löschen. Entscheidend ist, ob sich jedes betroffene Guthaben, jeder Smart-Contract-Zustand und jede Transaktionsabhängigkeit zuverlässig rekonstruieren lässt. Harmony kam zu dem Schluss, dass dies nicht sicher genug möglich war – und setzt deshalb beide Shards zurück.