Anfang 2026 begannen Investoren, insbesondere I Squared Capital, Optionen zu prüfen, Teile des Geschäfts zu übernehmen – vor allem das Außenwerbegeschäft.
Zu Jahresbeginn hatte I Squared bereits versucht, Ströers Außenwerbe‑Sparte zu erwerben. Der Plan wurde jedoch aufgegeben. Berichten zufolge sorgten Sorgen über die wirtschaftliche Lage in Deutschland und die Entwicklung des Werbemarkts für Zurückhaltung bei Investoren.
Im Frühjahr nahm I Squared die Gespräche erneut auf und holte Blackstone, eine der weltweit größten Private‑Equity‑Gesellschaften, als Partner hinzu. Gemeinsam prüften sie zunächst eine Übernahme des Kernwerbegeschäfts von Ströer.
Im Laufe der Gespräche weitete sich das Interesse aus: Laut Berichten erwog das Konsortium schließlich eine vollständige Übernahme des Unternehmens.
Dabei stand eine Bewertung von rund 2,5 Milliarden € im Raum, mit einem möglichen Angebot im mittleren 40‑€‑Bereich pro Aktie – über dem damaligen Börsenkurs.
Ein solcher Deal hätte Ströer wahrscheinlich von der Börse genommen und unter Kontrolle internationaler Finanzinvestoren gestellt.
Am 19. Mai 2026 wurde bekannt, dass Blackstone das Interesse an der Transaktion aufgegeben und das Konsortium verlassen hat.
Die unmittelbare Marktreaktion war deutlich: Die Ströer‑Aktie verlor zeitweise rund 10 % und fiel auf etwa 34,70 €.
Öffentlich wurde kein konkreter Grund für den Rückzug genannt. Berichte bestätigen lediglich, dass Blackstone sich aus der Investorengruppe zurückgezogen hat.
Damit bleibt unklar, ob Faktoren wie
bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben.
Während der gesamten Verhandlungen galt I Squared Capital als treibende Kraft hinter der möglichen Übernahme.
Der Infrastruktur‑Investor hatte bereits zuvor Interesse an Ströer‑Assets gezeigt und später Blackstone als Partner für eine größere Transaktion gewonnen. In Berichten wurde die Investorengruppe regelmäßig als „von I Squared geführtes Konsortium“ bezeichnet.
Nach dem Rückzug von Blackstone muss I Squared nun entscheiden, ob und wie die Strategie angepasst wird.
Der Ausstieg eines Investors dieser Größenordnung erschwert eine Übernahme erheblich. Große Private‑Equity‑Deals werden meist von mehreren Finanzpartnern gemeinsam getragen, um Kapitalbedarf und Risiko zu verteilen.
Ohne Blackstone fehlt dem Konsortium ein wichtiger Geldgeber – und damit auch ein Teil der finanziellen Schlagkraft.
In der aktuellen Konstellation gilt daher: Die ursprünglich diskutierte 2,5‑Milliarden‑€‑Offerte dürfte in dieser Form kaum noch zustande kommen.
Ganz ausgeschlossen ist eine Übernahme weiterhin nicht. Denkbare Szenarien wären zum Beispiel:
Die mögliche Übernahme von Ströer zeigt, wie schnell große Private‑Equity‑Deals kippen können. Nach Monaten von Gesprächen – von einer Teilübernahme bis zu einem möglichen Komplett‑Buyout – kam das Projekt ins Stocken, sobald Blackstone ausstieg.
Solange kein neuer finanzstarker Partner auftaucht, dürfte Ströer vorerst eigenständig bleiben, während Investoren weiterhin beobachten, ob sich später doch noch eine neue Übernahmechance ergibt.
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