Nach 120 Minuten stand es 1:1, und das Spiel musste vom Punkt entschieden werden. PSG trat als erstes Team an und traf sicher. Dann folgte der große Moment für die Arsenal-Fans, der sich jedoch schnell in einen Albtraum verwandelte:
„Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft, denn sie wusste, dass es nach dem ersten Titel letztes Jahr noch schwieriger werden würde. Diesmal ist es sogar noch größer“, unterstrich PSG-Coach Luis Enrique nach dem Triumph die Bedeutung dieses Erfolgs.
Mikel Arteta war die Enttäuschung nach Abpfiff deutlich anzumerken. Der Spanier sprach jedoch nicht nur über die Emotionen, sondern nutzte die bittere Niederlage auch, um deutliche Forderungen zu stellen. Seine Aussagen lassen auf einen heißen Transfersommer schließen.
Wenige Minuten nach dem verlorenen Finale richtete der Trainer eine klare Botschaft an die Vereinsführung: "Wir müssen anfangen, einige sehr wichtige Entscheidungen zu treffen, wenn wir das nächste Level erreichen wollen. Wir müssen diesen Ehrgeiz zeigen. Wir sind mehr als fähig dazu, aber es wird von uns verlangen, sehr, sehr ambitioniert, sehr schnell und sehr klug zu sein" .
Bereits im Vorfeld des Finales war durchgesickert, dass Arsenal an Julián Álvarez (Atlético Madrid) und dem jungen Stürmer Eli Junior Kroupi (FC Lorient) interessiert ist . Artetas Worte dürften diese Gerüchte weiter anheizen. Der Spanier weiß: Um in Europa ganz oben mitzuspielen, braucht es im Sturmzentrum mehr Durchschlagskraft, als in Budapest zu sehen war.
Neben der Transferoffensive stand vor allem eine Schiedsrichterentscheidung im Fokus. In der 103. Minute ging der eingewechselte Noni Madueke nach einem Zweikampf mit Nuno Mendes im Strafraum zu Boden. Die Proteste der Arsenal-Spieler waren gewaltig, doch Schiedsrichter Siebert ließ weiterspielen. Auch der Video-Assistent (VAR) griff nicht ein.
Arteta, der nach eigener Aussage jeden Elfmeterpfiff der abgelaufenen Champions-League-Saison analysiert hatte, war außer sich: "Ich habe es mir nochmal angesehen, und es hätte leicht ein Elfmeter sein können. Besonders, wenn man sieht, welche Elfmeter in dieser Saison in der Champions League gepfiffen wurden. Der Schiedsrichter hat auf der einen Seite so entschieden, auf der anderen Seite anders, und genau das frustriert uns" .
Während Arsenal seinen Träumen nachtrauerte, feierte PSG einen historischen Erfolg. Der Klub aus der französischen Hauptstadt ist der erste Titelverteidiger der Champions League seit Real Madrids königlicher Ära mit drei Titeln in Folge zwischen 2016 und 2018 .
Für Luis Enrique war es eine ganz besondere Genugtuung. Der Spanier holte seinen dritten „Henkelpott“ als Trainer, nach 2015 mit dem FC Barcelona und 2025 mit PSG. Er reiht sich damit in einen erlesenen Kreis ein: Nur Carlo Ancelotti (5 Titel), Bob Paisley (3), Zinedine Zidane (3) und Pep Guardiola (3) haben den wichtigsten europäischen Vereinspokal ebenfalls drei- oder mehrmals gewonnen .
„Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und eine echte Mannschaft geformt haben. Dieser Erfolg ist keine Momentaufnahme mehr, sondern das Ergebnis jahrelanger Arbeit und einer klaren Philosophie“, betonte Enrique mit Blick auf die Zukunft.
Für Arsenal ist die Niederlage besonders tragisch. Fast auf den Tag genau 20 Jahre nach der ersten und bisher einzigen Champions-League-Endspielteilnahme – dem 1:2 gegen den FC Barcelona 2006 in Paris – rückte der ersehnte erste Titel in dieser Saison zum Greifen nah. Die Mannschaft hatte zuvor nach 22 Jahren wieder die englische Meisterschaft gewonnen, und der europäische Thron schien nur noch einen Schritt entfernt .
Doch es sollte nicht sein. In Budapest verloren die Nordlondoner nicht nur ein Elfmeterschießen, sondern vorerst auch den Traum vom großen Coup. Die Wartezeit von mittlerweile zwei Jahrzehnten auf den Henkelpott geht in eine weitere Saison – ein Antrieb, den Mikel Arteta nun in eine neue Offensive ummünzen will.
Die beiden Finalisten könnten unterschiedlicher nicht aus dem Duell hervorgehen:
Das Spiel in Budapest wird in Erinnerung bleiben: als Sternstunde für Paris, als bitterste Niederlage für Arsenal – und als ein weiterer Beweis dafür, dass die Champions League Abend für Abend Emotionen und Geschichten schreibt, die kein Drehbuch je besser hätte inszenieren können.
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