Zwei Vorfälle störten Anfang Oktober den Energie- und Flugverkehr in Russland: In der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober brannte ein Ölverladeterminal in Rostow am Don. Am 9. Oktober schränkten die Behörden den Flugbetrieb an allen vier Moskauer Flughäfen zeitweise ein. Berichte bringen beide Ereignisse mit Drohnenaktivität in Verbindung. Wie groß die betrieblichen Verluste in Rostow waren und wer an Bord eines umgeleiteten Regierungsflugzeugs saß, ist jedoch offen.
Brand am Ölterminal Yug Rusi
Anwohner meldeten in der Nacht Explosionen und einen großen Brand in Rostow am Don. Der Gouverneur der Region, Juri Sljussar, bestätigte das Feuer und erklärte, die Luftabwehr sei im Einsatz. Er gab an, seit dem Vorabend seien mindestens 50 Drohnen abgefangen worden. Diese Zahl ist eine offizielle Angabe und unabhängig nicht bestätigt.
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Analysten des unabhängigen russischen Mediums ASTRA ordneten den Brand anhand von Aufnahmen aus der Bevölkerung dem Ölverladeterminal Yug Rusi im Stadtbezirk Schelesnodoroschny zu. Es handelt sich um eine gemeldete Geolokalisierung aus öffentlich verfügbaren Quellen; die vorliegenden Berichte enthalten nicht genug Einzelheiten, um die Analyse unabhängig nachzuvollziehen.
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Das Terminal wird auch als NZNP-Ölverladeterminal bezeichnet. Es schlägt Erdölprodukte für den Export um, darunter Lieferungen aus dem Werk für Erdölprodukte in Nowoschachtinsk. Berichten zufolge dient es außerdem der Treibstoffversorgung russischer Streitkräfte.
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14 Wie viel Treibstoff verloren ging, welche Anlagen beschädigt wurden und wie lange der Betrieb beeinträchtigt war, geht aus den ausgewerteten Quellen nicht hervor.
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Verletzte und Schäden
Die Angaben zu Verletzten unterscheiden sich: Ein Bericht nannte zunächst mindestens eine verletzte Person, ein späterer meldete, sechs Anwohner hätten medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Auch Schäden an Wohngebäuden und Bahninfrastruktur wurden berichtet. Die verfügbaren Meldungen ergeben weder eine abschließende Zahl der Verletzten noch eine klare Abfolge der Aktualisierungen.
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Einige Sekundärberichte beziffern die geplante Jahreskapazität des Terminals auf rund 2,5 Millionen Tonnen Erdölprodukte. In den hier verfügbaren Quellen findet sich jedoch keine maßgebliche technische Dokumentation, die diese Zahl bestätigt.
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28 Auch zu einem früheren Angriff auf die Anlage im Juli liefern die ausgewerteten Quellen keine verlässliche Darstellung.
Vorübergehende Beschränkungen an allen vier Moskauer Flughäfen
Am Freitagnachmittag, dem 9. Oktober, meldete die russische Luftfahrtbehörde vorübergehende Beschränkungen an den Flughäfen Wnukowo, Scheremetjewo, Domodedowo und Schukowski. Sie traten gegen 15.40 Uhr Ortszeit in Kraft. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, die Luftabwehr habe 15 Drohnen zerstört, die sich der Hauptstadt genähert hätten.
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Berichte sprachen von Hunderten verspäteten oder gestrichenen Flügen. Eine Übersicht nannte für einen Zeitraum von 24 Stunden mehr als 370 Verspätungen und 62 Annullierungen. Diese Gesamtzahl lässt sich nicht allein den Beschränkungen an den Flughäfen am Freitagnachmittag zuordnen.
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In einigen Meldungen war außerdem von kleinen Ballons im Raum Moskau die Rede. Die ausgewerteten Quellen bestätigen weder ihren Zweck noch Berichte über Aufklärungsballons speziell über Jaroslawl.
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Regierungsflugzeuge auf dem Rückweg aus Turkmenistan
Mehrere Regierungsflugzeuge, die von einem Gipfeltreffen in Turkmenistan zurückkehrten, sollen während der Beschränkungen über Moskau gekreist oder ihre Route geändert haben.
41 Berichte unter Berufung auf Flugverfolgungsdaten zufolge landete eine Il-96 mit dem Kennzeichen RA-96025 zunächst am Flughafen Pulkowo in Sankt Petersburg und flog anschließend weiter nach Moskau.
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Flugdaten können die gemeldete Route eines Flugzeugs zeigen, nicht aber, wer an Bord war. Die verfügbaren Berichte bestätigen nicht, ob Putin während der Umleitung in der RA-96025 saß. Auch belegt der zeitliche Zusammenhang nicht, dass die Störungen gezielt auf seine Rückkehr abgestimmt waren. Eine belastbare Stellungnahme des Kremls zu diesen Berichten liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.
Einordnung in die Berichte über weitere Angriffe
Aus einem ähnlichen Zeitraum stammen Berichte über Angriffe auf das Werk Redkino in der Region Twer, das Komponenten für Treibstoff von Marschflugkörpern der Typen Ch-55 und Ch-101 herstellt, sowie auf ein Öllager nahe Belgorod.
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57 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte zudem, ukrainische Kräfte hätten die Raffinerie in Omsk angegriffen.
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Zusammengenommen betreffen die Meldungen den Umschlag von Erdölprodukten, industrielle Zulieferungen für Raketen und den Flugverkehr. Sie liefern Kontext für die breitere ukrainische Angriffskampagne, belegen aber für sich genommen weder einen einheitlichen Operationsplan noch das vollständige Ausmaß der Schäden an den einzelnen Standorten oder eine dauerhafte landesweite Sperrung des russischen Luftraums. Selenskyj hatte zuvor gewarnt, der russische Luftraum könne faktisch geschlossen werden. Diese Warnung ist kein Beleg dafür, dass es tatsächlich zu einer solchen Schließung kam.
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