Drohnenangriffe trafen zwischen dem 8. und 11. Oktober 2026 drei Rechenzentren des russischen Technologiekonzerns Yandex: in Sasowo, Kaluga und Wladimir. Die Schäden beeinträchtigten Infrastruktur und Dienste; für betroffene Cloud-Kunden organisierte Yandex Unterstützung beim Umzug zu anderen Anbietern. Die Behauptung, dadurch seien russische politische Bots verstummt, lässt sich aus den vorliegenden Verkehrsdaten jedoch nicht ableiten.
Was an den drei Standorten geschah
- Sasowo, 8. Oktober: Das Rechenzentrum in der Oblast Rjasan wurde schwer beschädigt und vollständig außer Betrieb genommen. Berichte meldeten einen Brand am Standort.
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- Kaluga, 9. Oktober: Ein weiterer Standort wurde beschädigt; mehrere Infrastrukturmodule fielen aus. Von einer vollständigen Stilllegung des gesamten Rechenzentrums war in den Berichten nicht die Rede.
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- Wladimir, 11. Oktober: Yandex Cloud teilte mit, dass der Betrieb des Standorts nach einem weiteren Angriff eingestellt wurde. Damit war innerhalb von vier Tagen der dritte Standort betroffen.
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Den Berichten zufolge waren mehr als 80 Dienste von Yandex und verbundene Angebote beeinträchtigt – darunter Cloud-Plattformen, Banking-Apps und Fahrdienste. Diese Zahl ist eine berichtete Größenordnung, keine unabhängig geprüfte Gesamtzählung.
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Was ist über YandexGPT und Zahlungsdienste bekannt?
Berichten zufolge befanden sich in Sasowo zwei der drei Yandex-Supercomputer für maschinelles Lernen. Was mit den Systemen nach dem Angriff geschah, blieb jedoch unklar. Die verfügbaren Informationen belegen weder, welche Systeme für das Training oder den Betrieb von YandexGPT beschädigt wurden, noch, ob bestimmte Supercomputer zerstört wurden.
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Auch von Störungen bei Banking-Apps und verbundenen Diensten war die Rede. Die vorliegenden Berichte zeigen allerdings nicht, welche konkreten Zahlungsdienste ausfielen oder wie lange einzelne Funktionen nicht verfügbar waren.
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Umzugshilfe für Cloud-Kunden – aber kein bestätigter Abschluss
Yandex vereinbarte mit den Cloud-Anbietern Selectel, K2Cloud und VK Cloud, betroffenen Yandex-Cloud-Kunden beim Umzug ihrer Daten und Dienste zu helfen. Die Anbieter stellten zusätzliche Fachleute bereit, vereinfachten den Einstieg und boten flexible finanzielle Konditionen an.
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Das belegt einen Plan zur Verlagerung – nicht, dass alle Kundendaten und Dienste bereits umgezogen sind. Wann beschädigte Anlagen wiederhergestellt werden, war den Berichten zufolge noch offen.
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Was der Einbruch im Cloudflare-Datenverkehr zeigt
Laut den in Berichten zitierten Daten von Cloudflare Radar gingen automatisierte HTTP-Anfragen aus dem Yandex-Netzwerk AS13238 nach den Angriffen stark zurück. Ein Bericht bezifferte sie am 11. Oktober um 02:00 UTC auf 0,3 Prozent des Höchstwerts in der dargestellten Grafik. Eine Woche zuvor hatte der Wert zur selben Uhrzeit bei 88,2 Prozent gelegen.
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Das ist ein deutlicher Einbruch bei automatisiertem Datenverkehr aus einem bestimmten Netzwerk. Es ist aber keine Zählung von Social-Media-Beiträgen, politischen Accounts oder Einflussoperationen. Yandex bezeichnet YandexBot in seiner eigenen Dokumentation als seinen wichtigsten Crawler zur Indexierung von Webseiten. Das zeigt, warum automatisierte Webanfragen eines Netzwerks nicht automatisch als politische Aktivität verstanden werden können.
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Die Daten sprechen dafür, dass automatisierte Anfragen aus Yandex’ Netzwerk während der Ausfälle stark zurückgingen. Für sich genommen zeigen sie nicht, welcher Anteil davon auf Suchmaschinen-Crawler entfiel, ob politische Akteure betroffen waren oder ob Einflussaktivitäten auf anderen Plattformen abnahmen.
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Warum die Behauptungen über politische Bots unbestätigt bleiben
Nach den Ausfällen verbreiteten sich Aussagen, russische Bot-Aktivitäten seien zurückgegangen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Angriffe im Zusammenhang mit russischen Attacken auf ukrainische Rechenzentren als „symmetrische Antwort“.
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16 Tomáš Zdechovský verbreitete Behauptungen, die den Rückgang des Yandex-Netzwerkverkehrs mit russischen Bots verknüpften. Ein weiterer Beitrag stellte einen möglichen Zusammenhang mit Aktivitäten rund um die deutsche AfD ausdrücklich unter Vorbehalt.
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Auch der Historiker Timothy Snyder wurde in Kommentaren als jemand dargestellt, der die weitergehende Behauptung verbreitet habe, russische Bot-Armeen seien verstummt. Die vorliegenden Berichte enthalten jedoch keine verifizierten Messungen zu pro-Trump- oder MAGA-Aktivitäten und belegen nicht, dass sich diese politischen Debatten infolge der Angriffe verändert hätten.
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Dasselbe gilt für Behauptungen über nachlassende Aktivitäten zugunsten von Reform UK: Die verfügbaren Belege enthalten dafür keine unabhängig überprüften Plattformdaten. Ein Einbruch bei Anfragen aus dem Yandex-Netzwerk weist für sich allein keinen Rückgang der Aktivitäten auf Social-Media-Plattformen oder in politischen Gruppen nach.
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Zusätzlich gab es Zweifel an einer verbreiteten Grafik, die offenbar einen Datenpunkt für den 15. Oktober zeigte, obwohl sie bereits am 11. Oktober geteilt wurde. Ein Bericht zufolge vermutete der Informatiker Raphael Wimmer, die Grafik könne KI-generiert sein. Die auffällige Datumsabweichung ist ein Grund zur Vorsicht, beweist für sich genommen aber nicht, wie die Grafik erstellt wurde.
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Was sich belastbar sagen lässt
Die Angriffe beschädigten drei Yandex-Rechenzentren, beeinträchtigten Dienste und führten dazu, dass Yandex betroffenen Cloud-Kunden einen Umzug zu anderen Anbietern ermöglichte. Zugleich brachen automatisierte Anfragen aus dem Netzwerk AS13238 stark ein. Diese Messung auf Netzwerkebene bestätigt jedoch nicht die Behauptung, russische Social-Media-Einflussoperationen oder die Unterstützung bestimmter Parteien seien infolge der Angriffe zurückgegangen.
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