In der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2026 griffen Hacker die Kühlsteuerungen von Supermärkten in Frankreich an. Berichten zufolge stiegen die Temperaturen in einigen Kühl- und Tiefkühlgeräten auf bis zu 50 °C. Lebensmittel verdarben, und in mehreren Märkten wurden Brände gemeldet.
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So wurden die Kühlgeräte aufgeheizt
Nach bisherigen Berichten richtete sich der Angriff nicht gegen Kassen oder Kundendaten, sondern gegen die Steuerung der Kühlanlagen. Die Geräte wurden offenbar aus der Ferne in einen Abtaumodus versetzt. Statt nur die Kühlung abzuschalten, hielt der Eingriff die Anlagen davon ab, ordnungsgemäß zu kühlen, sodass die Temperaturen anstiegen.
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Als betroffene Technik werden Kühlsteuerungen des dänischen Herstellers Danfoss genannt. Wie die Angreifer Zugang zu den Systemen erhielten und welche konkrete Schwachstelle sie möglicherweise ausnutzten, ist bislang nicht geklärt.
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Die Gruppe Les Mousquetaires, zu der Intermarché gehört, teilte mit, dass rund 150 ihrer Märkte betroffen gewesen seien. Einige Kühlgeräte hätten sechs Stunden lang bis zu 50 °C erreicht. Carrefour meldete Reuters zufolge Schäden in 80 Supermärkten. Auch verdorbene Ware und Brände wurden aus verschiedenen Teilen des Landes gemeldet.
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Wie viele Märkte waren betroffen?
Die veröffentlichten Zahlen unterscheiden sich. Manche Berichte nennen bestätigte Ausfälle, andere Standorte, die angegriffen oder vorsorglich vom Netz genommen worden sein könnten. Die Angaben lassen sich deshalb nicht einfach zu einer verlässlichen Gesamtsumme addieren.
- Intermarché und Netto: Reuters berichtete von rund 150 betroffenen Märkten der Gruppe Les Mousquetaires. Andere frühe Meldungen nannten mindestens 300 angegriffene Standorte von Intermarché und Netto.
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- Coopérative U: Der Vorstandschef bestätigte, dass Kühlanlagen in „mehreren Märkten“ betroffen waren. Andere Berichte nannten mehr als 100 Standorte.
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- Carrefour: Das Unternehmen meldete 80 betroffene Supermärkte.
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- Monoprix: Reuters zufolge waren fünf Prozent der rund 490 französischen Filialen betroffen.
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- E. Leclerc: Die Kette wurde als betroffen genannt; eine verlässliche Zahl der betroffenen Märkte liegt in den verfügbaren Berichten jedoch nicht vor.
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Warum die Zahlen auseinandergehen, ist nicht eindeutig belegt. Möglich ist, dass Berichte zu unterschiedlichen Zeitpunkten erschienen oder „betroffen“ jeweils anders definiert wurde.
Was über die Technik bekannt ist
Berichte bringen den Vorfall mit Danfoss-Kühlmanagementsystemen in Verbindung. Das Unternehmen erklärte, ihm seien Vorfälle in Frankreich bekannt, die eine begrenzte Zahl von Anlagen beträfen. In einem weiteren Bericht hieß es, viele betroffene Geräte seien ältere Modelle oder liefen mit veralteter Firmware – also einer älteren Version der Steuerungssoftware.
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Sicherheitsforscher haben außerdem auf Risiken bei über das Internet erreichbaren Kühlanlagen hingewiesen. Das ist ein allgemeiner Sicherheitskontext und kein Beleg dafür, dass genau eine der beschriebenen Schwachstellen bei diesem Angriff ausgenutzt wurde. Der konkrete Zugangsweg ist in den verfügbaren Berichten nicht bestätigt.
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Ermittlungen laufen – zentrale Fragen offen
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zu dem Angriff aufgenommen. Ein Bericht unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld von Premierminister Sébastien Lecornu zufolge hatte Frankreichs Cybersicherheitsbehörde ANSSI eine Schwachstelle in Danfoss-Software identifiziert. Aus den vorliegenden Berichten geht aber nicht hervor, ob diese Schwachstelle tatsächlich für den Angriff genutzt wurde.
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Der Vorfall zeigt, wie ein Angriff auf vernetzte Technik unmittelbare Folgen außerhalb der digitalen Welt haben kann: Hier waren es verdorbene Lebensmittel und gemeldete Brände. Wer hinter dem Angriff steckt und wie genau die Angreifer in die Kühlsteuerungen gelangten, ist weiterhin unbekannt.
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