Am Dienstag, dem 15. September, stiegen die Problemberichte zu ChatGPT deutlich an. Bei Downdetector gingen bis zum berichteten Höhepunkt am Nachmittag mehr als 2.000 Meldungen zu OpenAI ein. Ein zeitgenössischer Bericht ordnete rund 85 Prozent dieser Beschwerden ChatGPT zu. Wichtig ist dabei: Das sind eingereichte Meldungen bei einem Störungs-Tracker – keine Zahl aller betroffenen ChatGPT-Nutzer und erst recht keine Ausfallquote.
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Was Nutzer bemerkten – und was tatsächlich bestätigt wurde
Die vorhandenen Hinweise sprechen für ein kurzzeitiges Zugangs- oder Nutzungsproblem, das zumindest einen Teil der ChatGPT-Nutzerschaft betraf. Sie belegen aber weder einen flächendeckenden Ausfall noch eine technische Ursache.
Während die Meldungen zunahmen, soll OpenAIs öffentliche Statusseite keine bekannten Probleme angezeigt haben.
37 Im offiziellen Incident-Feed von OpenAI ist allerdings ein separater, als gering eingestufter Vorfall vom 15. September verzeichnet: Zwischen 07:12 und 07:53 UTC traten bei GPT-5.6 und GPT-5.6 Instant in Bezahl-Abos erhöhte Fehlerraten auf. Die veröffentlichten Angaben stellen jedoch keinen klaren Zusammenhang zu dem späteren Anstieg der Nutzerberichte her.
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Genau diese Unterscheidung ist entscheidend: Ein sprunghafter Anstieg von Crowdsourcing-Meldungen kann auf reale Probleme hindeuten, noch bevor ein Anbieter einen Incident bestätigt. Die Statusseite eines Anbieters kann dagegen auf bereits verifizierte, ausreichend große oder klar abgegrenzte Fehler in bestimmten Komponenten beschränkt sein.
Warum die Status-Tools unterschiedliche Antworten lieferten
Die Signale vom 15. September passten nicht vollständig zusammen, müssen sich aber nicht widersprechen.
- Nutzermeldungen: Die mehr als 2.000 Meldungen bei Downdetector zeigen, dass viele Menschen ungefähr zeitgleich Probleme meldeten. Laut einem Bericht entfielen etwa 85 Prozent auf ChatGPT.
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- Offizieller Status: Während des Anstiegs wurde OpenAIs Statusseite als unauffällig beschrieben. Separat dokumentiert der Incident-Feed das frühere Problem mit den Bezahlplan-Modellen.
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- Weitere Tracker: Entireweb bewertete ChatGPT am 15. September als beeinträchtigt und nannte 140 Meldungen in 24 Stunden sowie 11 in der vorherigen Stunde.
9 StatusGator führte den Dienst dagegen als betriebsbereit beziehungsweise wiederhergestellt, zeigte aber zugleich 201 nutzergemeldete Probleme innerhalb von 24 Stunden.
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- Automatisiertes Monitoring: UptimeRobot konnte chatgpt.com mit einem Prüfpunkt in Nordamerika erreichen und registrierte weder ungewöhnliche Antwortzeiten noch Fehlercodes.
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Solche Dienste prüfen unterschiedliche Ebenen. Ein automatischer Test der Startseite kann erfolgreich sein, obwohl sich Nutzer nicht anmelden können, ein bestimmtes Gespräch nicht lädt, ein Modell nicht funktioniert oder Antworten ausbleiben. Umgekehrt können Nutzermeldungen lokale, kontoabhängige oder funktionsspezifische Probleme sichtbar machen, ohne einen gemeinsamen Infrastrukturfehler zu beweisen.
Deutlich kleiner als der Ausfall vom 3. September
Der 3. September war der wesentlich klarere und größere Vorfall. Die Downdetector-Meldungen stiegen bis 7:53 Uhr pazifischer Zeit auf mehr als 5.000, zehn Minuten später auf über 22.000 und lagen um 8:23 Uhr bei mehr als 74.000.
32 Andere Berichte nannten für ChatGPT gegen 11 Uhr US-Ostküstenzeit mehr als 37.000 Meldungen.
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Anders als am 15. September bestätigte OpenAI den Vorfall vom 3. September. Nach Angaben des Unternehmens machte ein Routingfehler, der gegen 7:43 Uhr pazifischer Zeit begann, ChatGPT und Codex für einen Teil der Nutzer plattformübergreifend nicht verfügbar. Gegen 8:17 Uhr sei eine Gegenmaßnahme umgesetzt worden.
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Auch Claude und Grok hatten am selben Vormittag überlappende Störungen; bei Gemini gingen ebenfalls Fehlermeldungen von Nutzern ein. Ein gemeinsamer Auslöser in Microsoft Azure East US für all diese Dienste wurde von den Anbietern jedoch nicht bestätigt. Berichte hielten fest, dass kein breit angelegter Azure-Ausfall als Erklärung für sämtliche Probleme nachgewiesen wurde.
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Was bedeuten „58 Vorfälle in 90 Tagen“?
Ein unabhängiger Tracker zählte für ChatGPT in den vorherigen 90 Tagen 58 Vorfälle: einen größeren und 57 kleinere.
27 Diese Zahl sollte mit Vorsicht gelesen werden, weil Drittanbieter unterschiedliche Kriterien, Zeiträume und Produktumfänge verwenden können. Ein anderer Dienst, der Vorfälle aus OpenAIs Statusseite auflistet, zeigte 25 Incidents an.
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Aussagekräftiger als eine einzelne Gesamtzahl ist daher das Muster: Die Status-Historie von OpenAI zeigt wiederkehrende Probleme in verschiedenen Produkten und Funktionen – etwa bei ChatGPT, Modellen für Bezahl-Abos, dem Work Mode, der Bildgenerierung, Datei-Uploads und API-Diensten.
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Die praktische Lehre für Nutzer und Teams
Der Meldungsanstieg vom 15. September reichte aus, um Arbeitsabläufe zu stören und die Google-Suche nach „Is ChatGPT down?“ auszulösen. Er reicht aber nicht als Beleg für einen universellen Ausfall oder einen Azure-bedingten Fehler. OpenAI veröffentlichte keine technische Erklärung, die den gemeldeten Anstieg am Nachmittag einer konkreten Ursache zuordnet.
Wer KI-Dienste fest in tägliche Abläufe eingebunden hat, sollte deshalb nicht nur auf ein Signal vertrauen: die Statusseite des Anbieters für bestätigte Incidents, unabhängige Monitoring-Dienste für die Erreichbarkeit und Nutzerberichte für die tatsächliche Erfahrung. Für zeitkritische Aufgaben lohnt sich außerdem ein Ausweich-Tool oder ein manueller Prozess – besonders weil ein Dienst in einer Region oder für einen Anwendungsfall funktionieren kann, während er anderswo gerade scheitert.