Wie viele Filme von Quentin Dupieux beginnt auch Full Phil mit einer relativ einfachen Ausgangssituation, die schnell ins Surreale kippt.
Im Mittelpunkt steht Philip Doom, ein wohlhabender amerikanischer Industrieller, der mit seiner entfremdeten Tochter Madeleine nach Paris reist, um ihre Beziehung zu reparieren. Der Aufenthalt in einer luxuriösen Hotelsuite scheint zunächst ruhig – bis mehrere bizarre Elemente das Gleichgewicht stören: französische Küche, ein alter Horrorfilm aus den 1950er‑Jahren und ein aufdringlicher Hotelangestellter.
Die Geschichte entwickelt sich daraus zu einer eigenwilligen Mischung aus Familiendrama und absurdem Humor, ein Markenzeichen von Dupieux, der bereits mit Filmen wie Rubber oder Deerskin Kultstatus in der Arthouse‑Szene erlangte.
Mit Full Phil arbeitet Dupieux erneut stark auf Englisch und versammelt einen international bekannten Cast. Zu den Hauptdarstellern gehören:
Mehrere dieser Stars, darunter Stewart und Harrelson, traten auch gemeinsam auf dem roten Teppich der Premiere auf und sorgten für zusätzliche Aufmerksamkeit rund um den Film.
Während das Publikum im Saal positiv reagierte, fallen die ersten Kritiken deutlich gemischter aus.
Einige Beobachter sehen im Film eine weitere radikale Variation von Dupieux’ typischem Stil: surreal, bewusst chaotisch und mit schwarzem Humor durchzogen. Die französische Zeitung Le Monde beschreibt die Handlung etwa als eine Art fiebriges Vater‑Tochter‑Duell, das sich zu einem erzählerischen „Massakerspiel“ entwickelt.
Andere Kritiker betonen hingegen, dass Dupieux’ bewusst absurde Dramaturgie nicht für jeden funktioniert. Für manche Zuschauer dürfte der Film deshalb faszinierend und originell, für andere jedoch frustrierend oder unverständlich wirken.
Die Länge von Standing Ovations wird in Cannes oft wie ein inoffizieller Wettbewerb beobachtet – allerdings sagt sie nicht unbedingt etwas über langfristigen Erfolg aus.
Vor diesem Hintergrund positioniert sich Full Phil im mittleren Bereich der Cannes‑Reaktionen: freundlich aufgenommen, aber kein Rekord‑Moment des Festivals.
Alles in allem hinterließ Full Phil in Cannes den Eindruck eines klassischen Quentin‑Dupieux‑Werks: skurril, mit bekannten Stars besetzt und sofort polarisierend.
Das Publikum reagierte sichtbar begeistert, während Kritiker noch diskutieren. Ob der Film über den Festivalhype hinaus breite Anerkennung findet oder eher ein Kultfilm für Fans des absurden Kinos bleibt, dürfte sich erst zeigen, wenn er außerhalb des Festivalzirkus ein größeres Publikum erreicht.
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