Weil der Antrag bereits im Verfahren scheiterte, erhielt Taiwan keine Einladung. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die seit 2016 anhält – dem letzten Jahr, in dem Taiwan als Beobachter an der WHA teilnehmen durfte.
China stellte sich entschieden gegen den Vorschlag. Nach Pekings Position kann Taiwan nicht eigenständig an internationalen Organisationen teilnehmen, die mit den Vereinten Nationen verbunden sind.
Die wichtigsten Argumente der chinesischen Seite:
Chinesische Regierungsvertreter und staatlich verbundene Medien interpretierten die Entscheidung der WHA als Zeichen dafür, dass das Ein‑China‑Prinzip international weiterhin breite Unterstützung findet.
Staaten, die Taiwans Teilnahme unterstützen, stellten vor allem gesundheitspolitische und praktische Aspekte in den Vordergrund.
Mehrere diplomatische Partner Taiwans brachten den Vorschlag ein und warben in Genf öffentlich für eine Beteiligung der Insel.
Ihre wichtigsten Argumente:
Parallel zur Versammlung organisierten taiwanische Vertreter und zivilgesellschaftliche Gruppen in Genf zahlreiche Nebenveranstaltungen, um Taiwans Gesundheitsleistungen und internationale Kooperationen hervorzuheben.
Kurzfristig bedeutet die Entscheidung, dass Taiwan weiterhin von der Weltgesundheitsversammlung ausgeschlossen bleibt. Diese Situation besteht bereits seit 2016.
Zwischen 2009 und 2016 durfte Taiwan unter der Bezeichnung „Chinese Taipei“ als Beobachter teilnehmen. Nachdem sich die politischen Spannungen zwischen China und Taiwan verschärften, stellte Peking diese Praxis jedoch infrage, und Einladungen wurden nicht mehr ausgesprochen.
Seitdem versuchen Taiwans Verbündete regelmäßig, das Thema erneut auf die Tagesordnung der WHA zu bringen. Bislang ist jeder dieser Vorstöße gescheitert – auch bei der 79. Versammlung.
Taiwan bleibt daher weiterhin außerhalb des wichtigsten Entscheidungsgremiums der WHO und versucht stattdessen, über informelle Kooperationen, internationale Partnerschaften und Veranstaltungen rund um die WHA Einfluss auf globale Gesundheitsdebatten zu nehmen.
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