Song Yadong hat bei UFC Shanghai für die größte Überraschung seiner UFC-Karriere gesorgt. Vor heimischem Publikum in Shanghai stoppte der chinesische Bantamgewichtler den früheren Titelherausforderer Umar Nurmagomedov mit einem kurzen rechten Uppercut nach 1:48 Minuten in der zweiten Runde. Umar war als Nummer zwei der Gewichtsklasse und als ungefähr 5:1-Favorit in den Kampf gegangen.
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Für den Sieg erhielt Song einen Performance-of-the-Night-Bonus in Höhe von 100.000 US-Dollar. Gleichzeitig katapultierte ihn der deutliche Erfolg gegen einen hoch angesehenen Topkämpfer mitten in das Titelrennen.
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So kam es zum entscheidenden Treffer
In der ersten Runde musste Song vor allem Umar Nurmagomedovs Ringerqualitäten im Blick behalten. Nach Einschätzung eines nicht offiziellen Scorecards lag Umar nach den ersten fünf Minuten knapp vorn. Zu Beginn der zweiten Runde versuchte Umar erneut, die Distanz für einen Takedown zu überbrücken. Song wehrte den Ansatz ab und erwischte ihn genau in dem Moment, als Umar sich nach vorn absenkte.
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Der Uppercut traf Umar seitlich am Kopf nahe dem Ohr. Song setzte noch mit mehreren Schlägen nach, bevor Ringrichter Marc Goddard den Kampf stoppte. Das offizielle Ergebnis lautete: Song Yadong besiegt Umar Nurmagomedov durch K.-o. bei 1:48 in Runde zwei.
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Für Umar war es erst die zweite Niederlage seiner Profikarriere. Song feierte nach übereinstimmenden Berichten zudem seinen ersten K.-o.-Sieg in der UFC.
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Warum Usman Nurmagomedov anschließend in den Käfig sprang
Unmittelbar nach dem Abbruch überquerte Usman Nurmagomedov, der in Umars Ecke gestanden hatte, den Käfigzaun. Er wollte offenbar zu seinem bewusstlosen Bruder gelangen. Allerdings kreuzten sich seine Wege dabei mit dem feiernden Song.
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Videoaufnahmen schienen zu zeigen, wie Usman Song zunächst wegstieß und anschließend eine Bewegung zu einem Rückwärts- oder Spinning-Ellenbogen begann, sie jedoch abbrach. Ein Treffer landete nicht; zu einer längeren Prügelei kam es ebenfalls nicht.
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Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem, was die Bilder zeigen, und der Frage nach Usmans Absicht: Zu sehen sind ein Zusammenstoß, ein Schubser und eine angedeutete Schlagbewegung. Ob Usman Song tatsächlich angreifen wollte, lässt sich daraus nicht zweifelsfrei ableiten. Einige Fans werteten die Szene als versuchten Angriff, andere als reflexartige Reaktion in einem chaotischen Moment. Eine bestätigte Sanktion der UFC oder einer Sportkommission wurde bislang nicht bekannt.
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Usmans Erklärung – und Daniel Cormiers Verteidigung
Usman wies den Vorwurf zurück, Song absichtlich treffen zu wollen. In einer Stellungnahme sagte er: „Wenn ich ihn hätte treffen wollen, hätte ich ihn getroffen“, und forderte seine Kritiker zugleich auf, sich zu beruhigen.
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Daniel Cormier interpretierte die Szene ähnlich. Nach seiner Darstellung lief Song auf Usman zu, der lediglich reagiert und die Kollision verhindern wollte. Cormier betonte, Usman habe Song weder mit dem Ellenbogen getroffen noch angegriffen. Gleichzeitig räumte er ein, dass Usman den Käfig zu diesem Zeitpunkt nicht hätte betreten dürfen.
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Die Reaktionen in der MMA-Szene fielen dennoch deutlich schärfer aus. Fans und einige Beobachter forderten Disziplinarmaßnahmen, den Entzug von Usmans Berechtigung für die Käfigecke oder sogar Konsequenzen für mögliche künftige UFC-Pläne. Dabei handelte es sich um öffentliche Forderungen – nicht um eine bestätigte Entscheidung der zuständigen Stellen.
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Kein längerer Brawl, sondern ein respektvoller Moment
Nach dem kurzen Tumult beruhigte sich die Situation. Berichten zufolge half Khabib Nurmagomedov dabei, Blut an der Wunde über Songs Auge abzuwischen. Song selbst äußerte sich nach dem Kampf anerkennend über das Team Nurmagomedov.
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Auch Umar soll signalisiert haben, dass es ihm gut gehe und er zurückkehren wolle. Eine ausführliche medizinische Einschätzung liegt in den verfügbaren Berichten allerdings nicht vor. Sicher sagen lässt sich daher nur: Umars Umfeld stellte die Niederlage als Rückschlag dar, den er hinter sich lassen will – nicht als Ende seiner Karriere.
Bekommt Song den nächsten Titelkampf?
Song machte seinen Wunsch direkt nach dem Sieg unmissverständlich klar: Er will gegen den Sieger des Duells zwischen Petr Yan und Merab Dvalishvili um den UFC-Titel im Bantamgewicht kämpfen. Sportlich hat diese Forderung Gewicht. Song besiegte einen als Nummer zwei geführten früheren Titelherausforderer auf spektakuläre Weise und beendete den Kampf vorzeitig.
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Automatisch ist der Titelkampf allerdings nicht. Song hatte im Januar bei UFC 324 eine einstimmige Punktentscheidung gegen Sean O’Malley verloren. O’Malley blieb dadurch ebenfalls Teil der Titelplanung. Zudem gilt das Ergebnis des anstehenden Yan-Dvalishvili-Kampfes als entscheidend für die weitere Ansetzung in der Gewichtsklasse.
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Die UFC steht damit vor einer echten Matchmaking-Entscheidung. Songs Leistung in Shanghai ist wahrscheinlich das stärkste Argument für seinen nächsten Titelkampf. Trotzdem könnte die Promotion auch O’Malleys jüngsten Sieg, den Ausgang von Yan gegen Dvalishvili und die sportliche wie kommerzielle Attraktivität der möglichen Paarungen berücksichtigen.
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Die wichtigste Bilanz des Abends bleibt deshalb klar: Song Yadong verwandelte seinen Heimauftritt in einen karriereprägenden Überraschungssieg. Die Szene mit Usman Nurmagomedov brachte zusätzliche Kontroverse, änderte aber nichts am offiziellen Ergebnis. Der Uppercut war der Moment, der Song vom ernst zu nehmenden Contender zu einem glaubwürdigen Titelanwärter machte.