Gabriel Weinberg nahm in seinen Statements kein Blatt vor den Mund. Seine Botschaft war so einfach wie wirkungsvoll: Google lässt den Nutzern keine Wahl.
In einer Erklärung fasste er die Frustration der Abwanderer prägnant zusammen: „Google zwingt den Leuten KI auf, ohne eine Möglichkeit zum Opt-out. Das Ergebnis: Die Suchergebnisse werden schlechter, nicht besser.“ . Es gehe, so Weinberg, um die Kontrolle des Nutzers über das eigene Sucherlebnis – und genau hier könne DuckDuckGo punkten
. Als konkreten Beweis führt das Unternehmen die Seite noai.duckduckgo.com an. Einfach die Adresse aufrufen, und schon ist man in einer Sucherfahrung, die komplett auf KI-generierte Antworten und Zusammenfassungen verzichtet. Ganz ohne versteckte Einstellungen oder komplizierte Menüs
.
Weinberg ging in seiner Analyse noch einen Schritt weiter und schlug die Brücke zu einem der größten Kartellverfahren der jüngeren US-Geschichte. Für ihn ist der plötzliche Ansturm auf DuckDuckGo auch ein strukturelles Problem.
Im Prozess der US-Regierung gegen Google hatte Weinberg bereits ausgesagt, dass die milliardenschweren Exklusivverträge von Google – allein an Apple fließen jährlich Milliarden – es DuckDuckGo nahezu unmöglich machen, fair zu konkurrieren . Diese Verträge sorgen dafür, dass Google auf den meisten Geräten die voreingestellte Standardsuche ist.
Nach dem I/O-Donnerschlag 2026 sieht Weinberg eine Bestätigung dieser These. Die faktische Marktmacht von Google, die auf diesen Deals beruht, bedeutet im Umkehrschluss, dass Millionen von Nutzern keinen einfachen Weg zu einer Alternative kennen. Sie sind in einem KI-durchsetzten Sucherlebnis gefangen, das sie nie aktiv gewählt haben . Die breite Medienberichterstattung über die Google-Ankündigungen habe diesen „Default-Effekt“ nun ein Stück weit durchbrochen und den Nutzern die Augen für Alternativen geöffnet
.
Für DuckDuckGo ballt sich in diesem Moment alles zusammen: die unmittelbare Frustration über eine ungewollte KI-Übernahme der Suche und der langjährige strukturelle Schaden durch Googles marktbeherrschende Vertragspolitik. Indem sich das Unternehmen als die Suche präsentiert, die den Datenschutz achtet und den KI-Einsatz zur Wahl des Nutzers macht, hat es aus einer turbulenten Woche der Suchbranche seine stärkste Wachstumsstory seit Jahren gemacht. Es ist die Rückkehr einer alten Gewissheit in neuem Gewand: Dass echte Alternativen am Ende dann Erfolg haben, wenn das Original sich zu weit vom Nutzer entfernt.