HateAid argumentiert, dass das Modell Ray-Ban Meta Wayfarer gegen § 8 des deutschen Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG) verstößt. Dieser Paragraph verbietet es, Geräte, die als Alltagsgegenstände getarnt sind und dazu bestimmt sind, unbemerkt zu filmen oder zu belauschen, in den Verkehr zu bringen. § 27 desselben Gesetzes macht den Verstoß zu einer Straftat, die mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden kann, zudem droht die Einziehung der Geräte .
Deutschland verfügt über eines der strengsten Datenschutzrechte der Welt. Die rechtliche Schritte signalisieren, dass die Aufsichtsbehörden die Brille als grundlegend anders als ein Smartphone betrachten – weil die Kamera in einer Form versteckt ist, die Menschen auch in privaten Räumen tragen.
Der britische Gerichtsdienst HMCTS (His Majesty's Courts & Tribunals Service), der alle Straf-, Zivil- und Familiengerichte in England und Wales betreibt, hat angeordnet, dass Meta-Smart-Glasses von allen Personen konfisziert werden, die Gerichtsgebäude betreten. Die Geräte werden beim Verlassen wieder ausgehändigt .
Ein HMCTS-Sprecher erklärte gegenüber The Guardian: „Es gibt klare Beschränkungen für die Aufnahme von Bildern oder Videos in Gerichten und Tribunalen. Deshalb ist die Nutzung von Meta-Brillen verboten.“ Das Verbot folgt einer ähnlichen Maßnahme, die im Juli 2026 an Gerichten in New York verhängt wurde .
Damit wird ein modisches Accessoire wie verdeckte Aufnahmetechnik behandelt – eine deutliche Eskalation in der Wahrnehmung des Produkts durch Institutionen.
Neben Gerichten haben zahlreiche britische Gastronomie- und Unterhaltungsbetriebe die Brille verboten. Der Londoner Gastronom Jeremy King erklärte gegenüber The Guardian, dass Gäste die Brille in seinen Restaurants nicht tragen dürften . Die Privatclubkette Soho House bestätigte, dass ihr generelles Filmverbot nun auch die Brille umfasst . Die Pubkette Wetherspoons erklärte, ihre allgemeine Regelung verbiete verdeckte Aufnahmegeräte. Geschäftsführer Tim Martin sagte: „Meta-Brillen scheinen diese Regel und den gesunden Menschenverstand zu verletzen, indem sie heimliche Überwachung ermöglichen“ . Der Theaterbetreiber ATG Theatres kündigte an, dass die Zuschauer die Brille während der Vorstellungen abnehmen müssten .
Kritiker bemängeln, dass die eingebaute LED-Aufzeichnungsanzeige zu subtil sei oder leicht abgedeckt oder deaktiviert werden könne. Dies ermögliche nicht einvernehmliche Aufnahmen in sensiblen Umgebungen. Berichten zufolge wurden Frauen in Umkleidekabinen und anderen privaten Räumen heimlich gefilmt . In einer Untersuchung sagten Auftragnehmer, die Aufnahmen für Meta annotierten, sie sähen „alles – von Wohnzimmern bis zu nackten Körpern“. Nutzer seien sich möglicherweise nicht bewusst, dass Aufnahmen, die sie teilen, an menschliche Annotatoren für das KI-Training weitergeleitet werden .
Meta betont, dass die Brille integrierte Datenschutzfunktionen habe – die LED leuchte bei Aufnahmen, und das Unternehmen verbiete und unterbinde heimlich aufgezeichnete Inhalte, die auf seinen Plattformen hochgeladen werden . Eine direkte Stellungnahme zur deutschen Strafanzeige oder zu den britischen Gerichtsverboten steht noch aus.
Als Reaktion auf die Datenschutzbedenken entstehen zunehmend Apps, die Smart Glasses erkennen sollen. Die Android-App „Nearby Glasses“ des unabhängigen Entwicklers Yves Jeanrenaud scannt den Bluetooth-Low-Energy-Verkehr (BLE) auf Herstellerkennungen, die mit bekannten Smart-Glasses-Herstellern wie Meta, Luxottica und Snap verbunden sind . Wenn ein passendes BLE-Signal erkannt wird, erhält der Nutzer eine Push-Benachrichtigung: „Smart Glasses sind wahrscheinlich in der Nähe.“ Der Entwickler warnt jedoch vor Falschmeldungen, etwa durch Meta Quest VR-Headsets .
Mittlerweile gibt es mehrere ähnliche Apps sowohl im Google Play Store („Glasses Radar“, „Nearby Lens“) als auch im Apple App Store („Near Glasses“, „AntiZuck“). Die Downloadzahlen liegen bei mehreren Zehntausend bis zu Hunderttausend . Allein „Nearby Glasses“ wurde Mitte August 2026 über 100.000 Mal aus dem Google Play Store heruntergeladen . Die Apps blockieren keine Aufnahmen, sondern geben den Nutzern die Möglichkeit zu reagieren, wenn möglicherweise ein Aufnahmegerät in der Nähe ist.
Die Datenschutzkontroverse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Meta seine Vormachtstellung auf dem Smart-Glasses-Markt weiter ausbaut. Nach IDC-Daten für das erste Quartal 2026 hält Meta einen Marktanteil von 69,2 % aller weltweit verkauften Smart Glasses . Das gesamte Segment der Brillen ohne Display verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Anstieg von 167 % im Jahresvergleich und erreichte mit rund 2,25 Millionen ausgelieferten Einheiten fast das Gesamtvolumen des Segments für das gesamte Jahr 2024 (2,7 Millionen Einheiten) .
Die kumulierten Verkaufszahlen der Ray-Ban Meta belaufen sich bis Mitte 2026 auf rund 8,9 Millionen Einheiten . Allein im Jahr 2025 verkaufte EssilorLuxottica mehr als 7 Millionen Einheiten – mehr als das Dreifache der insgesamt 2 Millionen Einheiten, die in den Jahren 2023 und 2024 verkauft wurden . Mehr als zwei Drittel aller derzeit verkauften Smart Glasses stammen von Meta, berichtet die LA Times .
Das rapide Marktwachstum – Analysten prognostizieren für 2026 Auslieferungen von mehr als 25 Millionen Smart Glasses – bedeutet, dass die Datenschutzdebatte erst am Anfang steht.
HateAid argumentiert, dass das Modell Ray-Ban Meta Wayfarer gegen § 8 des deutschen Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG) verstößt. Dieser Paragraph verbietet es, Geräte, die als Alltagsgegenstände getarnt sind und dazu bestimmt sind, unbemerkt zu filmen oder zu belauschen, in den Verkehr zu bringen. § 27 desselben Gesetzes macht den Verstoß zu einer Straftat, die mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden kann, zudem droht die Einziehung der Geräte .
Deutschland verfügt über eines der strengsten Datenschutzrechte der Welt. Die rechtliche Schritte signalisieren, dass die Aufsichtsbehörden die Brille als grundlegend anders als ein Smartphone betrachten – weil die Kamera in einer Form versteckt ist, die Menschen auch in privaten Räumen tragen.
Der britische Gerichtsdienst HMCTS (His Majesty's Courts & Tribunals Service), der alle Straf-, Zivil- und Familiengerichte in England und Wales betreibt, hat angeordnet, dass Meta-Smart-Glasses von allen Personen konfisziert werden, die Gerichtsgebäude betreten. Die Geräte werden beim Verlassen wieder ausgehändigt .
Ein HMCTS-Sprecher erklärte gegenüber The Guardian: „Es gibt klare Beschränkungen für die Aufnahme von Bildern oder Videos in Gerichten und Tribunalen. Deshalb ist die Nutzung von Meta-Brillen verboten.“ Das Verbot folgt einer ähnlichen Maßnahme, die im Juli 2026 an Gerichten in New York verhängt wurde .
Damit wird ein modisches Accessoire wie verdeckte Aufnahmetechnik behandelt – eine deutliche Eskalation in der Wahrnehmung des Produkts durch Institutionen.
Neben Gerichten haben zahlreiche britische Gastronomie- und Unterhaltungsbetriebe die Brille verboten. Der Londoner Gastronom Jeremy King erklärte gegenüber The Guardian, dass Gäste die Brille in seinen Restaurants nicht tragen dürften . Die Privatclubkette Soho House bestätigte, dass ihr generelles Filmverbot nun auch die Brille umfasst . Die Pubkette Wetherspoons erklärte, ihre allgemeine Regelung verbiete verdeckte Aufnahmegeräte. Geschäftsführer Tim Martin sagte: „Meta-Brillen scheinen diese Regel und den gesunden Menschenverstand zu verletzen, indem sie heimliche Überwachung ermöglichen“ . Der Theaterbetreiber ATG Theatres kündigte an, dass die Zuschauer die Brille während der Vorstellungen abnehmen müssten .
Kritiker bemängeln, dass die eingebaute LED-Aufzeichnungsanzeige zu subtil sei oder leicht abgedeckt oder deaktiviert werden könne. Dies ermögliche nicht einvernehmliche Aufnahmen in sensiblen Umgebungen. Berichten zufolge wurden Frauen in Umkleidekabinen und anderen privaten Räumen heimlich gefilmt . In einer Untersuchung sagten Auftragnehmer, die Aufnahmen für Meta annotierten, sie sähen „alles – von Wohnzimmern bis zu nackten Körpern“. Nutzer seien sich möglicherweise nicht bewusst, dass Aufnahmen, die sie teilen, an menschliche Annotatoren für das KI-Training weitergeleitet werden .
Meta betont, dass die Brille integrierte Datenschutzfunktionen habe – die LED leuchte bei Aufnahmen, und das Unternehmen verbiete und unterbinde heimlich aufgezeichnete Inhalte, die auf seinen Plattformen hochgeladen werden . Eine direkte Stellungnahme zur deutschen Strafanzeige oder zu den britischen Gerichtsverboten steht noch aus.
Als Reaktion auf die Datenschutzbedenken entstehen zunehmend Apps, die Smart Glasses erkennen sollen. Die Android-App „Nearby Glasses“ des unabhängigen Entwicklers Yves Jeanrenaud scannt den Bluetooth-Low-Energy-Verkehr (BLE) auf Herstellerkennungen, die mit bekannten Smart-Glasses-Herstellern wie Meta, Luxottica und Snap verbunden sind . Wenn ein passendes BLE-Signal erkannt wird, erhält der Nutzer eine Push-Benachrichtigung: „Smart Glasses sind wahrscheinlich in der Nähe.“ Der Entwickler warnt jedoch vor Falschmeldungen, etwa durch Meta Quest VR-Headsets .
Mittlerweile gibt es mehrere ähnliche Apps sowohl im Google Play Store („Glasses Radar“, „Nearby Lens“) als auch im Apple App Store („Near Glasses“, „AntiZuck“). Die Downloadzahlen liegen bei mehreren Zehntausend bis zu Hunderttausend . Allein „Nearby Glasses“ wurde Mitte August 2026 über 100.000 Mal aus dem Google Play Store heruntergeladen . Die Apps blockieren keine Aufnahmen, sondern geben den Nutzern die Möglichkeit zu reagieren, wenn möglicherweise ein Aufnahmegerät in der Nähe ist.
Die Datenschutzkontroverse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Meta seine Vormachtstellung auf dem Smart-Glasses-Markt weiter ausbaut. Nach IDC-Daten für das erste Quartal 2026 hält Meta einen Marktanteil von 69,2 % aller weltweit verkauften Smart Glasses . Das gesamte Segment der Brillen ohne Display verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Anstieg von 167 % im Jahresvergleich und erreichte mit rund 2,25 Millionen ausgelieferten Einheiten fast das Gesamtvolumen des Segments für das gesamte Jahr 2024 (2,7 Millionen Einheiten) .
Die kumulierten Verkaufszahlen der Ray-Ban Meta belaufen sich bis Mitte 2026 auf rund 8,9 Millionen Einheiten . Allein im Jahr 2025 verkaufte EssilorLuxottica mehr als 7 Millionen Einheiten – mehr als das Dreifache der insgesamt 2 Millionen Einheiten, die in den Jahren 2023 und 2024 verkauft wurden . Mehr als zwei Drittel aller derzeit verkauften Smart Glasses stammen von Meta, berichtet die LA Times .
Das rapide Marktwachstum – Analysten prognostizieren für 2026 Auslieferungen von mehr als 25 Millionen Smart Glasses – bedeutet, dass die Datenschutzdebatte erst am Anfang steht.