Die Entwicklung der Aletheia-Prognosen in diesem Jahr spiegelt das rasant gestiegene Vertrauen in einen KI-getriebenen Superzyklus von TSMC wider:
Der entscheidende Auslöser für die jüngste Anhebung war der physische Eindruck vor Ort: „Der Markt unterschätzt das Unternehmen immer noch“, schrieben die Analysten nach der Besichtigung der neuen Fabriken und verwiesen auf einen schneller als erwarteten Kapazitätsaufbau, der in den Konsensmodellen noch nicht abgebildet sei .
Aletheias Ziel ist keine reine Spekulation. Die jüngsten Quartalsergebnisse von TSMC lieferten handfeste Belege für eine sich beschleunigende Dynamik.
Aletheias eigene Berechnungen sind sogar noch optimistischer als die offizielle Sprache von TSMC. Die Bank prognostiziert für 2026 einen Umsatz von 163,3 Mrd. US-Dollar (plus ca. 33 % im Jahresvergleich) und sieht die Möglichkeit, dass die Erlöse 2027 die Marke von 200 Mrd. US-Dollar überschreiten könnten .
Die meisten Kursziele für TSMC blicken ein bis zwei Jahre in die Zukunft. Aletheia schaut weiter – und erkennt einen strukturellen Wandel am Chipmarkt. Die Analysten schätzen, dass sich der Gewinn pro Aktie (EPS) von 2026 bis 2028 verdoppeln kann . Dieses Wachstum ist, anders als kurzfristige Nachfragezyklen, in drei grundlegenden Dynamiken verankert:
Die Bewertungsmethode setzt ein 20-faches KGV für die lokalen Aktien an (basierend auf dem Durchschnittsgewinn 2027–2028) und ein 25-faches KGV für die US-ADRs . Aus diesem zukunftsgerichteten Ansatz – und nicht aus einem kurzfristigen KGV – ergibt sich das Kursziel von 3.500 NT$ bzw. 700 US$.
Die KI-Nachfrage ist sowohl die gegenwärtige Stärke von TSMC als auch der Wachstumsanker für 2028. Die Aufschlüsselung der Q1-2026-Ergebnisse unterstreicht diese Dominanz:
Aletheias These geht ausdrücklich davon aus, dass diese KI-Nachfrage bis 2028 strukturell stark bleibt. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass das Kursziel nicht an eine bestimmte Frist gebunden ist. Der Bericht legt keinen Zeitplan fest, wann die Aktie 3.500 NT$ erreichen soll, sondern argumentiert nur, dass die fundamentale Ertragskraft dafür bereits jetzt aufgebaut wird .
Das Risiko liegt, wie immer, in der Annahme selbst. Sollten die KI-Investitionen nachlassen oder die Handelsbeschränkungen zwischen den USA und China weiter verschärft werden, wird das 20- bis 25-fache KGV schwerer zu rechtfertigen sein. Doch vorerst sind die Analysten von Aletheia nach ihren Vor-Ort-Eindrücken in Taiwan überzeugt, dass der Markt dem Unternehmen noch immer hinterherläuft.
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