Obwohl das Treffen der beiden Präsidenten weltweit Aufmerksamkeit erhielt, blieb der konkrete politische Durchbruch begrenzt. Berichte deuteten darauf hin, dass es nur wenige unmittelbare Fortschritte bei zentralen Handels‑ oder geopolitischen Themen gab.
Für die Märkte bedeutete das: Der diplomatische Effekt war schwächer als erhofft, während makroökonomische Faktoren wie Zinsdifferenzen schnell wieder den Ton angaben.
Trotz kurzfristiger Schwankungen bleiben mehrere internationale Banken konstruktiv für die chinesische Währung.
Goldman Sachs argumentiert, dass der Renminbi – so der offizielle Name der chinesischen Währung – gegenüber dem US‑Dollar deutlich unterbewertet sei. Nach internen Bewertungsmodellen könnte die Währung mehr als 20 % unter ihrem fairen Wert liegen.
Die Bank erwartet daher eine schrittweise Aufwertung. Ihre Prognosen für den Wechselkurs USD/CNY lauten etwa:
Diese Schätzungen implizieren, dass der Yuan im Laufe der Zeit gegenüber dem Dollar stärker werden könnte.
Ein weiteres Argument für einen stärkeren Yuan ist Chinas Außenhandelsbilanz. Das Land verzeichnete 2025 einen Rekord‑Handelsüberschuss von rund 1,2 Billionen US‑Dollar, getragen von etwa 3,8 Billionen Dollar an Exporten und relativ schwacher Importnachfrage.
Solche Überschüsse bedeuten, dass kontinuierlich Devisen in die chinesische Wirtschaft fließen. Wenn Exporteure ihre Dollarerlöse in Renminbi umtauschen, kann das langfristig Aufwertungsdruck auf die chinesische Währung erzeugen.
Der Rückgang des Yuan trotz positiver Schlagzeilen vom Trump‑Xi‑Gipfel zeigt, wie stark Devisenmärkte von globalen Zinsen und Kapitalströmen bestimmt werden. Steigende US‑Renditen, Erwartungen an die Fed und Turbulenzen am Anleihemarkt stärkten den Dollar und belasteten kurzfristig den Yuan.
Langfristig sehen viele Analysten jedoch ein anderes Bild: Chinas starke Exportbasis, der große Handelsüberschuss und Bewertungsmodelle großer Banken deuten darauf hin, dass der Yuan strukturell eher unterbewertet ist – und mittelfristig wieder an Stärke gewinnen könnte.
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