Der CLARITY Act – ein Gesetzesentwurf, der den rechtlichen Status von XRP als Nicht-Wertpapier bundesgesetzlich verankert hätte – verpasste vor der Sommerpause des US-Senats das entscheidende Zeitfenster. Damit bleibt die Rechtslage von XRP eine bloße Verwaltungsauslegung (die aktuelle Position der SEC nach dem Rechtsstreit) und kein förmliches Gesetz.
Für regulierte institutionelle Anleger – Pensionsfonds, registrierte Anlageberater, bankverwaltete Portfolios – ist dieser Unterschied von enormer Bedeutung. Eine künftige SEC könnte eine Verwaltungsauslegung mit einem neuen Vorsitzenden jederzeit umkehren; ein Bundesgesetz hingegen nicht. Ohne gesetzliche Klarheit können Compliance-Beauftragte keine massiven XRP-ETF-Allokationen genehmigen. Daher verdampften die ETF-Zuflüsse auf 1 Million Dollar, während BTC- und ETH-ETFs mit klarer Rechtsgrundlage weiterhin Milliarden anziehen.
Die Nettovermögenswerte der sieben US-Spot-XRP-ETFs beliefen sich Anfang August auf rund 964 Millionen Dollar – ein Rückgang von etwa 988 Millionen Dollar in der Vorwoche. Die kumulierten Nettozuflüsse seit dem Start im November 2025 betragen insgesamt rund 1,44 Milliarden Dollar. Die Differenz zwischen Gesamtzuflüssen und aktuellem Vermögen erklärt sich durch den gefallenen XRP-Kurs seit dem Zufluss des Kapitals.
Die Seite der Wale und Derivatehändler ist eine völlig andere Anlegergruppe:
Sie haben es mit zwei parallelen XRP-Märkten zu tun: (1) einem spekulativen, von Leverage getriebenen Retail-/Whale-Markt, der aktiv und akkumulationsorientiert ist, und (2) einem regulierten ETF-Kanal, der de facto eingefroren ist, weil das Scheitern des CLARITY Act XRP die für Institutionen erforderliche gesetzliche Rechtsklarheit entzieht. Solange der Kongress dieses Gesetz nicht verabschiedet – oder die SEC eine formelle und beständigere No-Action-Position herausgibt –, wird der institutionelle Kanal wahrscheinlich anämisch bleiben, ganz gleich, was Wale oder Futures-Händler tun.