Wichtig dabei: Die SEC-Zahl beschreibt Beiträge für neu ausgegebene Fondsanteile abzüglich Ausschüttungen im Zusammenhang mit zurückgenommenen Anteilen. Sie ist nicht dasselbe wie eine durch Kursbewegungen verursachte Veränderung des Nettoinventarwerts der Fonds .
Die Abflüsse bei BlackRock waren Teil einer größeren Risikoaversion am US-Kryptomarkt. Spot-Bitcoin-ETFs in den USA verzeichneten im zweiten Quartal insgesamt etwa 5 Milliarden Dollar Nettoabflüsse – ein Rekord für ein Quartal. IBIT, der größte Fonds dieser Gruppe, trug den größten Teil des Verkaufsdrucks .
Allein im Juni flossen rund 4 Milliarden Dollar aus US-Bitcoin-ETFs ab. Auf IBIT entfielen laut den von SoSoValue stammenden und in einem Yahoo-Finance-Bericht zitierten Daten ungefähr 73 Prozent dieser Abflüsse . Parallel dazu trafen im privaten Kreditmarkt Rücknahmeanträge über 15,6 Milliarden Dollar auf die üblichen vierteljährlichen Begrenzungen. Das deutet auf eine breitere Reduzierung institutioneller Risiken hin, nicht nur auf eine Bitcoin-spezifische Bewegung .
Besonders deutlich wurde der Verkaufsdruck Ende Mai: IBIT verlor über neun aufeinanderfolgende Sitzungen hinweg netto 2,43 Milliarden Dollar. Am 26. Mai gipfelte die Entwicklung in einem Blockverkauf über 1,26 Milliarden Dollar – dem größten eintägigen Rücknahmeereignis in der Geschichte des Fonds seit seinem Start im Januar 2024 . On-Chain-Daten bestätigten an diesem Tag zudem die Übertragung von rund 6.005 BTC aus mit IBIT verbundenen Verwahr-Wallets zu Coinbase Prime .
Die SEC-Unterlagen schlüsseln die Kapitalbewegungen von IBIT und ETHA wie folgt auf :
| Fonds | Bruttobeiträge | Bruttorücknahmen | Netto im Q2 2026 |
|---|---|---|---|
| IBIT (Bitcoin) | 4,3 Mrd. $ | 7,2 Mrd. $ | −2,9 Mrd. $ |
| ETHA (Ethereum) | 943,3 Mio. $ | 1,5 Mrd. $ | −583,4 Mio. $ |
| Zusammen | 5,2 Mrd. $ | 8,7 Mrd. $ | rund −3,5 Mrd. $ |
Einige Berichte aus der Jahresmitte hatten den IBIT-Abfluss zunächst mit etwa 3,3 Milliarden Dollar angegeben. Der offizielle Form-10-Q-Bericht weist auf Basis von Beiträgen und Rücknahmen jedoch 2,9 Milliarden Dollar aus .
Bei einer ETF-Rücknahme geben sogenannte autorisierte Teilnehmer – große Finanzinstitute, die direkt mit dem Fonds handeln – Fondsanteile zurück und erhalten dafür die zugrunde liegenden Vermögenswerte. Die SEC-Unterlagen nennen für das zweite Quartal folgende Mengen :
Die Verkäufe konzentrierten sich offenbar auf das zweite Quartal. Das On-Chain-Analyseunternehmen Arkham Intelligence meldete, dass bis mindestens zum 4. August kein Bitcoin-ETF BTC verkauft hatte .
Anfang August drehten die Kapitalströme deutlich. Vor allem BlackRocks Fonds führten die Erholung an. Die von SoSoValue und Farside Investors erfassten Daten zeigen für IBIT und ETHA folgende Tageswerte :
| Datum | Nettozufluss IBIT | Nettozufluss ETHA | Einordnung |
|---|---|---|---|
| 3. August | +111,4 Mio. $ | – | IBIT vereinte 65,5 Prozent der gesamten 170,1 Millionen Dollar Zuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs auf sich; kein Bitcoin-ETF verzeichnete Abflüsse . |
| 4. August | +170,3 Mio. $ | +42,5 Mio. $ | IBIT erhielt rund 80 Prozent der gesamten 211 Millionen Dollar Zuflüsse in Bitcoin-ETFs; ETHA führte bei den Ethereum-Fonds . |
| 5. August | +197 Mio. $ | +50,34 Mio. $ | BlackRocks beide Fonds zogen zusammen 305 Millionen Dollar an – mehr als 80 Prozent der kombinierten Tageszuflüsse in Bitcoin- und Ethereum-ETFs . |
Über die fünf abgeschlossenen Handelssitzungen vom 30. Juli bis zum 5. August flossen insgesamt 717,5 Millionen Dollar in die erfassten US-Krypto-ETFs für Bitcoin, Ether und Solana. Davon entfielen 593,7 Millionen Dollar auf Bitcoin-Produkte und 123,8 Millionen Dollar auf Ether-Produkte . IBIT allein nahm in diesem Zeitraum rund 539,2 Millionen Dollar auf .
Bis zum 4. August hatten US-Spot-Bitcoin-ETFs keinen einzigen Tag mit Nettoabflüssen im August verzeichnet – zu diesem Zeitpunkt eine Serie von sechs positiven Handelstagen .
Die entscheidenden Vergleichswerte sind:
Wenn dieser außergewöhnlich starke Durchschnitt anhielte, wären rechnerisch rund 20 Handelstage nötig, um den Q2-Abfluss vollständig auszugleichen – also ungefähr ein Kalendermonat. Die Berechnung beruht allerdings nur auf wenigen besonders starken Sitzungen.
Bei einem nachhaltigeren Durchschnitt von etwa 50 bis 80 Millionen Dollar pro Tag würde sich der Zeitraum auf rund 44 bis 70 Handelstage verlängern. Die August-Zuflüsse sind daher ein klares Signal für eine kurzfristige Nachfrage, aber noch kein Beleg dafür, dass der Quartalsabfluss bereits dauerhaft umgekehrt wurde.
Genau an diesem Punkt bremsen die Analysten den Optimismus. Die August-Bewegung ist real und stark von BlackRock geprägt – doch die bisherige Entwicklung spricht eher für einen taktischen Bounce als für eine strukturell bestätigte Rückkehr institutioneller Überzeugung.
Die vorsichtige Schlussfolgerung lautet daher: BlackRocks August-Erholung ist ein wichtiger Gegenimpuls, aber noch kein Beweis für eine nachhaltige institutionelle Trendwende. Die starken Umschwünge – vom Blockverkauf über 1,26 Milliarden Dollar im Mai bis zur schnellen Umkehr der Juli-Zuflussserie – zeigen, dass die ETF-Ströme weiterhin stark auf Nachrichten reagieren und von der Marktdynamik abhängen.