| Mehr verkaufbare Unzen in einem starken Goldpreisumfeld helfen Umsatz, Marge und Cashflow. |
Barrick selbst verknüpfte das stärkere Quartalsergebnis mit einem höheren realisierten Goldpreis . Für Anlegerinnen und Anleger ist das der zentrale Punkt: Bei einem Goldproduzenten kann der Gewinn schneller steigen als die Produktion, wenn der erzielte Goldpreis deutlich über den Förderkosten liegt.
Auch der Vergleich mit dem Vorjahr verstärkte die Prozentzahl. Im ersten Quartal 2025 hatte Barrick ein Netto-EPS von 0,27 US-Dollar und ein bereinigtes Netto-EPS von 0,35 US-Dollar gemeldet . Im ersten Quartal 2026 lagen diese Werte bei 0,96 US-Dollar und 0,98 US-Dollar
. Das ist eine klare operative Verbesserung – aber der prozentuale Sprung profitierte auch von der niedrigeren Vorjahresbasis.
Der Cashflow zeigt denselben Hebel. Barrick meldete für Q1 2026 einen operativen Cashflow von 2,55 Milliarden US-Dollar, 111 % mehr als im Vorjahr .
Die operative Leistung war besser als Barrick selbst erwartet hatte. Die Goldproduktion von 719.000 Unzen lag über der Q1-Prognose; laut Unternehmen halfen starke Beiträge von Nevada Gold Mines und Veladero sowie der Hochlauf bei Loulo-Gounkoto .
Wichtig ist aber die Einordnung: Gegenüber dem Vorjahresquartal war die Goldmenge nicht höher. Im Q1 2025 hatte Barrick 758.000 Unzen Gold produziert, also mehr als die 719.000 Unzen im Q1 2026 . Der EPS-Sprung war deshalb nicht in erster Linie eine Geschichte von deutlich mehr gefördertem Gold. Es ging vor allem darum, mit der vorhandenen Produktion deutlich bessere wirtschaftliche Konditionen zu erzielen.
Der zweite große operative Hebel waren die Kosten. Barrick erklärte, die Goldkosten je Unze seien besser als geplant ausgefallen, unter anderem durch Effizienzen im Abbau und in der Verarbeitung . Gemeldet wurden für Q1 2026 Gold-Umsatzkosten von 1.922 US-Dollar je Unze, Total Cash Costs von 1.327 US-Dollar je Unze und All-in Sustaining Costs von 1.708 US-Dollar je Unze
.
Gerade bei Minenunternehmen ist diese Spanne entscheidend: Nicht nur der Goldpreis zählt, sondern die Differenz zwischen realisiertem Preis und Kosten je Unze. Bleiben die Goldpreise hoch und die Kosten unter Kontrolle, kann Barrick weiter sehr profitabel arbeiten. Fallen die Goldpreise oder steigen die Kosten, wirkt derselbe Hebel allerdings in die andere Richtung.
Barrick kann die starke Profitabilität grundsätzlich fortsetzen, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: hohe realisierte Goldpreise, Produktion nahe am Plan und disziplinierte Kosten. Einen EPS-Zuwachs von 256 % dauerhaft zu wiederholen, ist aber eine deutlich höhere Hürde.
Für das Gesamtjahr 2026 stellt Barrick eine Goldproduktion von 2,90 bis 3,25 Millionen Unzen und eine Kupferproduktion von 190.000 bis 220.000 Tonnen in Aussicht . Die 719.000 Unzen Gold aus Q1 entsprechen grob 22 % bis 25 % dieser Jahresprognose; die 49.000 Tonnen Kupfer liegen ungefähr bei 22 % bis 26 % der Jahresbandbreite
. Das ist ein ordentlicher Start, aber noch kein Signal für einen massiven Produktionsausbruch.
Hinzu kommt: Barricks Goldprognose für 2026 liegt selbst am oberen Ende leicht unter der Goldproduktion des Gesamtjahres 2025 von 3,26 Millionen Unzen . Damit werden der realisierte Goldpreis und die Kostenentwicklung für die Gewinnperspektive 2026 besonders wichtig.
Das positive Szenario ist klar: Bleiben die realisierten Goldpreise hoch, hält Barrick die Kosten nahe am Plan oder darunter, und liefern wichtige Minen wie Nevada Gold Mines, Veladero und Loulo-Gounkoto weiter zuverlässig, können die starken Margen aus Q1 in die folgenden Quartale hineinwirken .
Die Risikoseite ist ebenso klar. Weil der Gewinnsprung stark vom höheren realisierten Goldpreis gestützt wurde, würde ein Rückgang des Goldpreises die Margen belasten . Weil bessere Kosten als geplant halfen, würde Kostendruck einen Teil des Preisvorteils wieder auffressen
. Und weil die Produktionsübererfüllung an konkrete Minenleistungen gebunden war, bleibt die operative Umsetzung an diesen Standorten ein zentraler Faktor für 2026
.
Barricks Q1 2026 war stark, aber die 256-%-Zahl sollte nicht isoliert gelesen werden. Der Gewinn je Aktie stieg so kräftig, weil ein höherer realisierter Goldpreis auf eine Produktion über Plan und bessere Kosten traf. Diese Kombination kann Barrick auch im weiteren Jahresverlauf tragen. Ein weiterer EPS-Sprung in derselben Größenordnung wäre dagegen eher Ausnahme als Basisannahme für 2026.
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