Vietnams Plan für staatliche Unternehmensbeteiligungen bis 2030 ist kein pauschaler Rückzug des Staates aus strategischen Branchen. Vielmehr sollen Anteile bei einzelnen Unternehmen angepasst werden, während der Staat in anderen Bereichen die volle oder eine kontrollierende Beteiligung behält. Der stellvertretende Premierminister Nguyen Van Thang unterzeichnete den Beschluss Nr. 2054/QD-TTg am 27. Oktober 2026. Er setzt den Rahmen für Unternehmen, die nach den am 5. August festgelegten Kriterien erfasst werden. Laut Berichten umfasst der Plan 21 staatliche und staatlich unterstützte Unternehmen.
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Bei drei großen Banken gilt die 65-Prozent-Marke
Der Plan sieht für BIDV und Vietcombank eine staatliche Beteiligung von mindestens 65 Prozent vor. Für VietinBank ist ein Ziel von 65 Prozent genannt; der Staatsanteil liegt den Berichten zufolge derzeit bei 64,46 Prozent.
11 Bei BIDV beträgt er aktuell 76,73 Prozent, bei Vietcombank rund 74,8 Prozent.
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Damit könnten die staatlichen Anteile an BIDV und Vietcombank sinken. „Mindestens 65 Prozent“ bedeutet jedoch eine Untergrenze – nicht, dass die Beteiligungen zwingend genau auf 65 Prozent reduziert werden.
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Der zugrunde liegende Klassifizierungsrahmen sieht für Unternehmen in den Bereichen Banken, Luftfahrt und Schifffahrt eine direkte staatliche Beteiligung von mindestens 65 Prozent am Stammkapital vor.
8 Bei den drei Banken passt die Zielmarke zum Anspruch, die staatliche Kontrolle zu erhalten und zugleich Anpassungen der Beteiligungen zu ermöglichen.
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Kein flächendeckender Rückzug aus strategischen Unternehmen
Der Plan bedeutet nicht, dass staatliche Unternehmen generell privatisiert werden. Berichten zufolge sollen zehn Unternehmen und Banken zwischen 2026 und 2030 zu 100 Prozent in Staatsbesitz bleiben.
21 Dazu zählen die Energiekonzerne Vietnam Electricity (EVN) und Vietnam National Oil and Gas Group (PVN), auch PetroVietnam genannt.
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Das Gesamtbild ist daher gemischt: Bei manchen Unternehmen können staatliche Beteiligungen angepasst werden, während der Staat bei anderen seine Anteile hält oder vollständig Eigentümer bleibt. Als politische Ziele werden unter anderem eine stärkere Beteiligung des Privatsektors in ausgewählten Unternehmen und eine höhere Effizienz staatlicher Unternehmen genannt. Ob der Plan diese Ergebnisse tatsächlich bewirkt, ist damit noch nicht belegt.
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Zielvorgaben sind noch keine abgeschlossenen Verkäufe
Die genannten Werte sind Zielvorgaben – keine Ankündigung, dass unmittelbar Aktien verkauft oder neue Anteile ausgegeben werden. Nach den Berichten sind das Finanzministerium und die vietnamesische Staatsbank an der Umsetzung beteiligt. Über Zeitpunkt und Form konkreter Änderungen sollen die zuständigen Behörden entscheiden.
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Für Unternehmen und Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Eine niedrigere Mindestbeteiligung kann Spielraum für spätere Veränderungen schaffen. Die vorliegenden Berichte nennen jedoch weder einen konkreten Termin für einzelne Transaktionen noch einen detaillierten Zeitplan für jedes Unternehmen.
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Was der Plan signalisiert
Vietnams Vorgaben verbinden mögliche Änderungen bei einzelnen Staatsbeteiligungen mit fortgesetzter Kontrolle in strategischen Bereichen. Bei BIDV und Vietcombank lässt die Untergrenze von 65 Prozent Spielraum für geringere Anteile; bei VietinBank ist eine Anhebung auf 65 Prozent vorgesehen. Andere Unternehmen sollen vollständig in Staatsbesitz bleiben.
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21 Ob die angestrebten Reformen zu mehr Effizienz oder zusätzlichem privatem Kapital führen, lässt sich aus den Zielvorgaben allein nicht ableiten.
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