Der Welthandel mit Waren hat sich im ersten Halbjahr 2026 robuster entwickelt als erwartet – trotz des Konflikts im Nahen Osten und der dadurch gestörten Energie- und Transportwege. Die Welthandelsorganisation (WTO) hob ihre Prognose für das Wachstum des Warenhandels im Gesamtjahr auf 3,9 Prozent an. Im März hatte sie noch mit 1,9 Prozent gerechnet. Rückenwind kam vor allem von der Nachfrage nach Gütern für den Ausbau künstlicher Intelligenz (KI).
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Einbruch bei den Energieexporten – aber nicht im selben Ausmaß weltweit
Im ersten Halbjahr 2026 gingen die Rohölexporte aus dem Nahen Osten im Jahresvergleich um rund 24 Prozent zurück, die Flüssigerdgasexporte (LNG) um 47 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich auf die Region – sie bedeuten nicht, dass der weltweite Handel mit Rohöl oder LNG jeweils im selben Umfang geschrumpft ist.
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Andere Anbieter lieferten mehr: Bei LNG kamen zusätzliche Mengen unter anderem aus Malaysia, Norwegen und Angola. Die USA, Norwegen und Brasilien steigerten ihre Rohöllieferungen. Damit ließ sich ein Teil der Ausfälle auffangen, die Störung der Versorgung war damit aber nicht behoben.
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Trotz der Belastungen wuchs das Volumen des weltweiten Warenhandels im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent.
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Warum die Straße von Hormus so wichtig ist
Die Straße von Hormus ist eine zentrale Route für LNG-Exporte aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) passieren üblicherweise rund 93 Prozent der LNG-Ausfuhren Katars und 96 Prozent derjenigen der Emirate diese Meerenge.
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Die Störung des Schiffsverkehrs dort verringerte die LNG-Lieferungen aus beiden Ländern seit dem 1. März um mehr als 300 Millionen Kubikmeter pro Tag. Das zeigt, warum ein Engpass am Golf weit über die Region hinaus Folgen haben kann. Mehr LNG aus anderen Fördergebieten glich laut IEA etwa drei Viertel der Ausfälle seit März aus – die Abhängigkeit von der Route machte die Energiemärkte dennoch anfällig für den Schock.
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KI-Güter wurden zum kräftigen Gegengewicht
Der Handel mit KI-fähigen Gütern, darunter Halbleiter und Server, nahm im Jahresvergleich um 67 Prozent zu. Wertmäßig entfielen im ersten Halbjahr 47 Prozent des Zuwachses im Warenhandel auf diese Produktgruppe.
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Zum Vergleich: Ende 2025 machten KI-fähige Güter 16,8 Prozent des gesamten Warenhandels aus. Dieser Anteil bezieht sich auf das Vorjahr und ist nicht der Anteil für das erste Halbjahr 2026.
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Die starke Nachfrage nach diesen Gütern trug dazu bei, dass der Warenhandel trotz der Konfliktfolgen insgesamt zulegte. Sie bedeutet jedoch nicht, dass sich alle Handelsbereiche gleich gut entwickelten: Die WTO senkte zugleich ihre Prognose für den Dienstleistungshandel.
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Was die neue Prognose aussagt – und was nicht
Für 2026 rechnet die WTO nun mit einem Wachstum des Warenhandels um 3,9 Prozent, nach 1,9 Prozent in ihrer im März veröffentlichten Basisprognose. Für 2027 erwartet sie ein Plus von 4,1 Prozent.
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Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll 2026 um 2,6 Prozent und 2027 um 2,9 Prozent wachsen.
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Die angehobene Prognose zeigt, dass sich der Warenhandel besser behauptet hat als zunächst angenommen – gestützt durch die Nachfrage nach KI-Produkten und Anpassungen in den Lieferketten. Sie ist aber kein Zeichen dafür, dass der Energieschock vorbei wäre: Hohe Energiekosten und gestörte Transportwege bleiben Risiken. Auch fällt der Ausblick für Dienstleistungen schwächer aus als für Waren.
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