Elon Musks Unterstützung für eine mögliche Fusion von SpaceX und Tesla bedeutet weder, dass die Unternehmen sich bereits geeinigt haben, noch dass ein Zusammenschluss genehmigt ist. Berichte vom 20. bis 29. Oktober beschreiben eine frühe Prüfung durch unabhängige Ausschüsse, eine hohe Zustimmungshürde bei Tesla und die Sorge, Musks öffentliche Äußerungen könnten zusätzliche Aufmerksamkeit auf den Prozess lenken.
1
9
34
Was Musk unterstützt – und was noch offen ist
Musk sagte, er sehe „viel Potenzial“ in einer Verbindung der Unternehmen. Die zuständigen Ausschüsse hätten sich jedoch noch nicht auf die Bedingungen eines möglichen Geschäfts geeinigt. Musk erklärte außerdem, die Entscheidung liege nicht bei ihm.
1
37
Der Unterschied ist wichtig: Öffentliche Unterstützung zeigt, welches Ergebnis Musk bevorzugt. Sie belegt aber nicht, dass beide Unternehmen bereits Bedingungen akzeptiert haben oder dass es tatsächlich zu einer Fusion kommt. Reuters berichtete, Musk habe den Ausgang als ungewiss und die Zustimmung der Tesla-Aktionäre als hohe Hürde bezeichnet.
37
Warum Musk nicht an den Ausschussberatungen teilnimmt
SpaceX und Tesla haben jeweils Sonderausschüsse aus unabhängigen Verwaltungsratsmitgliedern eingerichtet, die einen möglichen Zusammenschluss prüfen sollen. Musk sagte, er sei befangen und könne deshalb nicht an ihren Beratungen teilnehmen.
9
12
Die Prüfung durch die Ausschüsse ist somit von Musks persönlicher Unterstützung zu unterscheiden. Sie läuft zwar, doch aus den verfügbaren Berichten geht nicht hervor, dass die Ausschüsse bereits eine Transaktion empfohlen oder ihre Bedingungen festgelegt hätten.
1
18
Die Zustimmungshürde bei Tesla
Laut den Berichten wäre die Zustimmung von Inhabern von 50 Prozent aller ausstehenden Tesla-Aktien erforderlich – nicht lediglich die Hälfte der abgegebenen Stimmen. Bei insgesamt 3,95 Milliarden Aktien entspräche das rund 1,98 Milliarden Ja-Stimmen.
47
51
Das hilft zu erklären, warum Musk die Zustimmung als hohe Hürde bezeichnete. Seine Unterstützung allein kann ein positives Votum nicht sicherstellen.
37
41
Könnte Musks Unterstützung die Gespräche erschweren?
Reuters berichtete, einige an den Gesprächen beteiligte Personen hätten Sorge, dass Musks öffentliche Unterstützung zusätzliche Prüfungen durch Aktionäre auslösen und den Prozess um mehrere Wochen verzögern könnte. Das war eine von einer mit den Gesprächen vertrauten Person geschilderte Befürchtung – keine Bestätigung, dass es tatsächlich zu einer Verzögerung kam.
34
Die Sensibilität hängt auch mit der Aufmerksamkeit zusammen, die Musks Rolle bei Geschäften zwischen Unternehmen auf sich zieht, die er führt und an denen er bedeutende Anteile hält. Reuters zufolge zogen Beteiligte Vergleiche mit Teslas Übernahme von SolarCity im Jahr 2016, die wegen Musks Rolle über Jahre zu Rechtsstreitigkeiten führte. Die vorliegenden Berichte belegen nicht, dass es im aktuellen Fall genauso kommen wird.
34
Das Börsenkürzel „X“ ist Spekulation, keine Fusionsmeldung
Bloomberg berichtete, dass das Kürzel „X“ verfügbar sei, während die Unternehmen einen möglichen Zusammenschluss prüften. Das macht es zu einer denkbaren Marken- oder Börsenkürzel-Option – nicht zum Beleg, dass eine Fusion genehmigt wurde, ein gemeinsamer Unternehmensname feststeht oder das Kürzel verwendet werden soll.
17
Die wichtigste Einordnung: Musk befürwortet eine Fusion, doch die unabhängige Prüfung und die Zustimmung der Aktionäre sind noch offen. Die Berichte beschreiben einen Vorschlag im Prüfstadium und Fragen zu seiner Aufnahme – keine abgeschlossene Transaktion.
1
18
37