Das könnte Widgets deutlich praktischer für bestimmte Tagesabläufe machen. Statt separate Widgets für Kalender und Nachrichten auf dem Startbildschirm zu platzieren, könnte ein Nutzer beispielsweise eine gemeinsame Ansicht mit bevorstehenden Terminen und relevanten Nachrichten anfordern. Die Informationen würden dabei offenbar aus unterstützten Samsung-Apps stammen. Die einzelnen Module ließen sich voraussichtlich auswählen und anordnen.
Nach dem bisherigen Eindruck wäre „My Custom Widget“ eher ein konfigurierbares Dashboard als eine vollständig neu erzeugte App. Samsung würde vermutlich vordefinierte Informationsblöcke kompatibler Anwendungen zu einem Layout kombinieren, das der Nutzer auswählt oder beschreibt.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Die Bedienung könnte dank natürlicher Sprache wie eine KI-generierte Lösung wirken. Das Ergebnis wäre aber wahrscheinlich weiterhin davon abhängig, welche Apps und Datenmodule Samsung unterstützt. Datenquellen, Layout-Optionen und das endgültige Design können sich bis zur Veröffentlichung noch ändern, da die Funktion in einer unveröffentlichten Softwareversion entdeckt wurde.
Zu den in Berichten genannten Integrationen gehören Kalender und Nachrichten. Ein gemeinsames Widget könnte Termine, Erinnerungen und nachrichtenbezogene Informationen an einem Ort anzeigen. Wie umfangreich diese Funktionen tatsächlich ausfallen, ist allerdings noch offen.
Außerdem gibt es mögliche Parallelen zu Samsungs informationsorientiertem Erlebnis im Stil von Daily Brief. Die geleakte Oberfläche erinnert offenbar an diesen KI-kuratierten Ansatz. Der Leak bestätigt jedoch nicht, dass „My Custom Widget“ zu Daily Brief gehört oder dass beide Funktionen dieselben Daten verwenden.
Besonders auffällig ist die Ähnlichkeit zu Googles „Create My Widget“, das Google als Teil seiner Gemini-Intelligence-Neuerungen angekündigt hat. Die Funktion soll natürliche Sprache nutzen, um individuelle Widgets zu erstellen, und für Pixel- sowie Samsung-Galaxy-Geräte verfügbar werden.
Daraus ergeben sich zwei mögliche Erklärungen:
Bestätigt ist bislang nicht, dass es sich bei Samsungs Tool lediglich um eine umbenannte Google-Funktion handelt. Die Screenshots zeigen eine ähnliche Richtung, verraten aber nicht, welche Technik im Hintergrund zum Einsatz kommt oder wie die Verteilung organisiert wird.
Möglich ist das, belegt ist es aber nicht. Google hatte angekündigt, „Create My Widget“ bis zum Ende des Sommers 2026 auf geeignete Pixel- und Galaxy-Geräte zu bringen. Die zugrunde liegende Funktion könnte daher auf kompatiblen Galaxy-Smartphones erscheinen, bevor One UI 9.5 allgemein verfügbar ist.
Die Samsung-Oberfläche wurde allerdings in einer frühen One-UI-9.5-Version entdeckt. Solange Samsung keinen separaten Start über eine App, einen Dienst- oder ein früheres Software-Update bestätigt, bleibt eine vorgezogene Veröffentlichung von „My Custom Widget“ Spekulation.
One UI 9.5 wird derzeit zusammen mit der Galaxy-S27-Serie für Anfang 2027 erwartet. Ein Beta-Programm für ausgewählte hochwertige Galaxy-Modelle könnte bereits im vierten Quartal 2026 beginnen. Dieser Zeitplan beruht jedoch auf bisherigen Veröffentlichungsmustern und ist nicht offiziell angekündigt.
Eine endgültige Kompatibilitätsliste für „My Custom Widget“ gibt es nicht. Berichte bringen die Galaxy-Modelle Z Fold8, Z Fold8 Ultra und Z Flip8 mit dem ersten Einsatz von Gemini Intelligence bei Samsung in Verbindung. Google spricht dagegen allgemeiner von ausgewählten Galaxy-Geräten.
Die genannten Foldables wurden mit One UI 9.0 ausgeliefert. Falls Samsung die Funktion ausdrücklich an One UI 9.5 koppelt, wäre dafür möglicherweise ein späteres Update nötig. Das ist derzeit jedoch nur eine Schlussfolgerung und keine bestätigte Upgrade-Anforderung.
Die klarste Aussage ist, dass Samsung eine dialogorientiertere Personalisierung des Galaxy-Startbildschirms prüft. Statt sich durch feste Widget-Größen und App-Menüs zu arbeiten, könnten Nutzer künftig eine Ansicht beschreiben – etwa einen Tagesplan mit einer Zusammenfassung neuer Nachrichten – und das System daraus ein Widget aus unterstützten Modulen zusammenstellen lassen.
Vorerst sollte „My Custom Widget“ als unfertiges Projekt betrachtet werden. Die stärksten Hinweise sind der Fund in einer frühen One-UI-9.5-Version und die deutliche Ähnlichkeit zu Googles angekündigtem „Create My Widget“. Samsung muss noch klären, ob es sich um eine eigene Funktion, eine Galaxy-Anpassung von Googles Technik oder eine Kombination aus beidem handelt – und ob bestehende Galaxy-Geräte die Funktion vor dem erwarteten One-UI-9.5-Start erhalten.