Diese Abweichung ist entscheidend. Die Aufnahmen zeigen zwar, dass Modern Warfare 4 schnelle und direkte Gefechte auf der Switch 2 grundsätzlich ermöglichen kann. Sie belegen aber noch keine dauerhaft stabilen 60 fps im gesamten Spiel. Außerdem beruhen die bisherigen Berichte offenbar auf einer begrenzten Sichtung und nicht auf einer umfassenden Analyse der Framezeiten über mehrere Karten und Modi hinweg.
Bisher deutet vieles auf ein ähnliches Verhalten im Handheld- und im Dock-Modus hin. Auf dem Fernseher werden die visuellen Kompromisse gegenüber den Versionen für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC jedoch deutlicher sichtbar.
Weniger Detail, eine reduzierte Bildqualität und sichtbare Abstriche bei der Darstellung sind der erwartbare Preis dafür, einen aktuellen Militär-Shooter auf Nintendos Hardware zu bringen. Für kompetitives Online-Spiel ist deshalb weniger die maximale Grafikqualität entscheidend als die Frage, ob Bildrate und Sichtbarkeit zuverlässig bleiben. Nach dem bisher gezeigten Material wirkt der Port eher spielbar und technisch glaubwürdig als wie eine Version, die nur auf möglichst hübsche Bilder setzt.
Für Switch-2-Spieler, die überwiegend mobil spielen, könnte dieser Kompromiss besonders gut funktionieren. Auf dem kleineren Bildschirm fallen fehlende Details weniger ins Gewicht, während ein gleichmäßig wirkendes Spieltempo bei einem Online-Shooter unmittelbar die Steuerung beeinflusst. Das bleibt allerdings ein vorläufiger Eindruck und kein bestätigter Vorteil.
Kill Block ist ein modularer Multiplayer-Schauplatz, der seine Wege, Sichtlinien und Gefechtsbereiche zwischen den Partien verändert. Activision zufolge basiert die Karte auf neu kombinierbaren Abschnitten und kann mehr als 500 unterschiedliche Konfigurationen erzeugen.
Das Switch-2-Material zeigt bislang nur die kompakte 3-gegen-3-Version. Sie vermittelt einen guten Eindruck davon, wie der Port mit schnellen Multiplayer-Gefechten in begrenztem Raum umgeht. Größere Spielerzahlen, dichtere Effekte und komplexere Schlachtfelder werden dadurch aber nicht abgedeckt.
Der nächste aussagekräftige Leistungstest folgt mit Ground War. Laut dem offiziellen Beta-Zeitplan wird der Modus am zweiten Beta-Wochenende zusammen mit der Switch-2-Unterstützung verfügbar. Erst dann lässt sich besser einschätzen, wie die Hardware mit groß angelegten Gefechten umgeht.
Switch-2-Spieler können am zweiten offenen Beta-Wochenende außerdem erstmals Warzone ausprobieren. Teil dieses Tests ist Zodiac, die neue Resurgence-Karte, die mit Modern Warfare 4 eingeführt wird.
Das bisherige Multiplayer-Material sagt über die Warzone-Leistung allerdings kaum etwas aus. Die größeren Areale und anspruchsvolleren Spielsituationen können die Hardware deutlich anders fordern als Trainingsinhalte oder ein 3-gegen-3-Match auf Kill Block. Aussagen zu Bildrate, Bildqualität oder Stabilität über längere Spielzeiten wären daher verfrüht, solange Spieler die Switch-2-Version nicht selbst testen konnten.
Call of Duty: Modern Warfare 4 erscheint am 23. Oktober 2026 für die Nintendo Switch 2. Vorbestellungen für diese Version starten am 26. August.
Für die Teilnahme an der offenen Beta ist keine Vorbestellung erforderlich. Das zweite Beta-Wochenende läuft vom 28. August bis zum 1. September 2026 und steht auf allen unterstützten Plattformen einschließlich der Switch 2 offen.
Die Veröffentlichung markiert außerdem die Rückkehr von Call of Duty auf Nintendo-Hardware nach mehr als einem Jahrzehnt. Berichte bringen diesen Schritt mit Microsofts Zusagen im Zusammenhang mit der Übernahme von Activision Blizzard sowie mit der Vereinbarung in Verbindung, die Reihe auf Nintendo-Plattformen zu veröffentlichen.
Die ersten Aufnahmen rechtfertigen vorsichtigen Optimismus. In den bisher gezeigten, vergleichsweise begrenzten Inhalten scheint Modern Warfare 4 auf der Switch 2 ein reaktionsschnelles Spielgefühl nahe 60 fps zu erreichen. Der Handheld-Modus könnte dabei die überzeugendste Variante sein, weil er die visuellen Kürzungen besser kaschiert. Der Preis dafür ist sichtbar: weniger grafische Details – und laut mindestens einem Bericht eine deutlich niedrigere Bildrate im Dock-Modus.
Das endgültige Urteil sollte deshalb bis zur offenen Beta warten. Ground War wird größere Multiplayer-Schlachten auf die Probe stellen, während Warzone zeigen muss, ob der Port seine Leistungsziele auch in deutlich anspruchsvolleren Situationen halten kann. Bis dahin gilt: Die Switch-2-Version sieht vielversprechend aus, ist aber noch nicht bewiesen.