Hanwha Aerospace und Korea Aerospace Industries (KAI) haben eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit an einer südkoreanischen Langstrecken-Luft-Luft-Rakete für den Kampfjet KF-21 Boramae unterzeichnet. Sie verbindet die Entwicklung der Waffe mit ihrer späteren Integration in das Flugzeug. Ein Regierungsauftrag an Hanwha ist damit nicht vergeben.
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Was im Juli vereinbart wurde
Unterzeichnet wurde die Vereinbarung im Juli 2026 am KAI-Hauptsitz in Sacheon; öffentlich bekannt wurde sie im September. Als Unterzeichner nennen Berichte Baek Ki-bong, Leiter des Geschäftsbereichs PGM2 bei Hanwha Aerospace, und Baek Joong-hyun aus dem Geschäftsbereich für Starrflügelflugzeuge bei KAI. Die Unternehmen wollen bei der Raketenentwicklung und der Einbindung in die KF-21 zusammenarbeiten. Auch weitere in Südkorea entwickelte Flugzeugwaffen sollen in die Zusammenarbeit einbezogen werden.
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Bereits im Februar hatten Hanwha und KAI auf der Rüstungsmesse World Defense Show in Riad eine Kooperation zur Entwicklung und Lokalisierung von Flugzeugwaffen vereinbart. Dazu gehörten Langstrecken-Luft-Luft-Raketen sowie die Integration von Waffen in die KF-21 und das Flugzeugmodell FA-50. Die vorliegenden Quellen belegen dagegen nicht hinreichend die vollständigen Bedingungen einer weiteren für Februar beschriebenen Partnerschaft – etwa eine gemeinsame Nutzung von Zuliefernetzwerken oder konkrete Absprachen zum Auslandsmarketing.
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Warum KAI und Hanwha zusammenarbeiten
KAI verantwortet die Flugzeugplattform und die Systemintegration der KF-21. Hanwha Aerospace liefert wichtige Ausrüstung, darunter Triebwerke, Fahrwerk und Flugsteuerung. Das verbundene Unternehmen Hanwha Systems steuert unter anderem das AESA-Radar – ein elektronisch schwenkbares Radar –, elektrooptische Zielerfassung, Infrarot-Such- und Verfolgungstechnik sowie den Missionscomputer bei. Damit ist die Abstimmung zwischen Raketenentwickler und Flugzeugbauer wichtig. Dass die geplante Rakete bereits in die KF-21 integriert wäre, folgt daraus aber nicht.
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Hanwha arbeitet zudem an Technologie für Langstreckenraketen. Berichtet wird über ein Ducted-Ramjet-Antriebssystem und Hanwhas Beteiligung an der Systemintegration eines früheren Prototyps. Nicht ausreichend belegt sind hingegen ein angebliches Ziel, die Schnittstelle zwischen Flugzeug und Rakete schon im ersten Halbjahr 2027 fertigzustellen, sowie die Angabe, Hanwha sei seit 2021 an fünf von sechs Forschungsprojekten zu Feststoff-Ducted-Ramjets beteiligt gewesen. Beides lässt sich daher nicht als bestätigter Meilenstein darstellen.
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Kooperation ja, Zuschlag nein
Um den Entwicklungsauftrag bewirbt sich neben Hanwha Aerospace ein Team aus Hyundai Rotem und LIG Defense & Aerospace. KAI hat auch mit Hyundai Rotem eine Vereinbarung zur Entwicklung und Integration von Flugzeugwaffen geschlossen. Die Zusammenarbeit mit dem Hersteller der KF-21 ist also nicht Hanwha vorbehalten.
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Das Gesamtprogramm wird mit rund 1,9 Billionen Won (1,4 Milliarden US-Dollar) beziffert. Davon entfallen 753,5 Milliarden Won auf die Entwicklung bis 2033; für die ab 2035 geplante Serienproduktion sind 1,1471 Billionen Won vorgesehen. Die südkoreanische staatliche Forschungsbehörde Agency for Defense Development (ADD) sollte voraussichtlich im Oktober 2026 einen bevorzugten Bieter auswählen und die Entscheidung bis Jahresende abschließen. Die Auswahl eines bevorzugten Bieters und ein endgültiger Vertrag sind zwei verschiedene Schritte. Als Entwicklungsziel ist 2033 belegt; ein genauer Abschluss im November 2033 lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht bestätigen.
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