Singapur wächst – und seine Staatsbürger werden älter. Das ist die zentrale Botschaft des am 25. September veröffentlichten Berichts Population in Brief 2026: Im Juni waren 21,4 Prozent der Staatsbürger mindestens 65 Jahre alt. Damit überschreitet diese Gruppe die 21-Prozent-Marke, ab der von einer „supergealterten“ Gesellschaft gesprochen wird. Ob die Marke auch für alle Menschen in Singapur erreicht ist, lässt sich daraus jedoch nicht ablesen.
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Die entscheidende Frage: 21 Prozent von wem?
Die von Singapurs Bevölkerungsbehörden angeführte UN-Definition bezieht den Anteil der mindestens 65-Jährigen auf die Gesamtbevölkerung. Singapurs gemeldeter Meilenstein bezieht sich dagegen auf Staatsbürger – nicht auf Menschen mit unbefristetem Aufenthaltsstatus und auch nicht auf die übrigen Einwohner ohne diesen Status.
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Der Unterschied ist erheblich: Von den 6,21 Millionen Menschen im Land waren im Juni 2026 rund 3,68 Millionen Staatsbürger. Unter den Residents, einer statistischen Gruppe aus Staatsbürgern und Menschen mit unbefristetem Aufenthaltsstatus, lag der Anteil der mindestens 65-Jährigen bei 19,5 Prozent. Das ist weniger als 21 Prozent. Auch diese Zahl bezieht sich aber nicht auf die Gesamtbevölkerung; die vorliegenden Angaben belegen daher nicht, ob Singapur die Schwelle nach der UN-Bezugsgröße überschritten hat.
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Wie schnell altern die Staatsbürger?
Der Anteil der mindestens 65-Jährigen unter den Staatsbürgern stieg von 13,7 Prozent im Jahr 2016 über 20,7 Prozent im Jahr 2025 auf 21,4 Prozent im Jahr 2026 – ein Plus von 7,7 Prozentpunkten binnen zehn Jahren. Die Zahl der mindestens 80-Jährigen erhöhte sich im selben Zeitraum um 60 Prozent, von 95.000 auf 152.000.
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Für 2035 schätzt die Regierung, dass mehr als jeder vierte Staatsbürger mindestens 65 Jahre alt sein wird. Der Anteil der 20- bis 64-jährigen Staatsbürger soll zwischen 2030 und 2035 weitgehend stabil bleiben; die angeführte Zusammenfassung erklärt nicht, warum. Beide Aussagen betreffen Staatsbürger, nicht die Gesamtbevölkerung.
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Auch andere Alterskennzahlen haben unterschiedliche Bezugsgruppen: Das Statistikamt beziffert das Medianalter der Residents 2026 auf 43,6 Jahre – nicht das Medianalter der Staatsbürger. Eine für 2025 veröffentlichte Altersunterstützungsquote von 3,3 für Residents ist zudem kein bestätigter Wert für 2026.
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Mehr Einwohner trotz weniger Geburten
Die Gesamtbevölkerung wuchs zwischen Juni 2025 und Juni 2026 um 1,6 Prozent, von 6,11 auf 6,21 Millionen. Die Zahl der Staatsbürger stieg um 0,7 Prozent auf 3,68 Millionen; hinzu kamen rund 550.000 Menschen mit unbefristetem Aufenthaltsstatus und 1,98 Millionen weitere Einwohner. Berichten zufolge ging der größte Teil des Bevölkerungszuwachses auf Letztere zurück, darunter ausländische Arbeitskräfte. Als ein Faktor wurde Bauarbeit an Großprojekten wie Terminal 5 des Flughafens Changi genannt.
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Dieses Wachstum hält die Alterung der Staatsbürger nicht auf. Es ist für sich genommen auch kein Zeichen dafür, dass wieder mehr Kinder geboren werden: 2025 wurden 26.071 Geburten singapurischer Staatsbürger erfasst, 10,8 Prozent weniger als 2024. Die Regierung bezifferte die vorläufige Geburtenziffer der Residents für 2025 separat auf 0,87 Kinder je Frau, nach 0,97 im Vorjahr. Geburtenzahl und Geburtenziffer messen Unterschiedliches und beziehen sich hier auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen.
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Ehen und Einwanderung im Zahlenbild
Die Zahl der Ehen, an denen mindestens ein Staatsbürger beteiligt war, sank von 22.955 im Jahr 2024 auf 21.671 im Jahr 2025. Von diesen Ehen waren 2025 nach den amtlichen Angaben 19 Prozent interethnisch und 37 Prozent transnational; beide Anteile gelten längerfristig als weitgehend stabil. Bereits veröffentlichte Zahlen zum Medianalter bei der ersten Heirat – 30,8 Jahre für Männer und 29,1 Jahre für Frauen – stammen aus 2024, nicht aus einer neu bestätigten Erhebung für 2025.
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2025 vergab Singapur 25.094 Staatsbürgerschaften und 35.352 unbefristete Aufenthaltsrechte. Im Jahresdurchschnitt waren es von 2021 bis 2025 rund 22.400 beziehungsweise 34.600 – mehr als die 20.600 beziehungsweise 31.200 im Zeitraum 2016 bis 2020. Einwanderung kann zum Bevölkerungswachstum beitragen; sie ändert nichts daran, dass die Staatsbürger insgesamt altern und zuletzt weniger Geburten verzeichnet wurden.
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Bei den Einbürgerungszahlen gilt eine weitere Einschränkung: Seit Population in Brief 2025 werden Staatsbürgerschaften, die berechtigte, im Ausland geborene Kinder singapurischer Eltern durch Abstammung erhalten, nicht mehr in der ausgewiesenen Gesamtzahl der Staatsbürgerschaftsvergaben mitgezählt. Aus den 25.094 Vergaben lässt sich deshalb nicht ableiten, wie viele dieser Kinder 2025 die Staatsbürgerschaft erhielten.
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Unterm Strich: Die 21-Prozent-Schwelle ist für Singapurs Staatsbürger überschritten. Der Bericht zeigt zugleich, wie Bevölkerungswachstum, Einwanderung, sinkende Geburtenzahlen und die rasche Alterung dieser Gruppe nebeneinander bestehen können – ohne zu belegen, dass die gesamte Bevölkerung die UN-Schwelle erreicht hat.
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