Ein wichtiger Bestandteil des Deals ist eine zusätzliche „Accordion“-Option über weitere 790 Millionen Dollar. Diese Kreditlinie kann später aktiviert werden, wenn zusätzliche Kapazitäten benötigt werden. Damit könnte das Campus um etwa 115 Megawatt zusätzliche Rechenzentrumsleistung erweitert werden.
Ursprünglich war das Narvik‑Projekt eng mit OpenAIs Infrastrukturinitiative „Stargate Norway“ verbunden. Ziel dieser Initiative war es, weltweit riesige Rechenzentren für KI‑Training und ‑Inference aufzubauen.
Doch die Gespräche zwischen OpenAI und Nscale führten letztlich nicht zu einem endgültigen Kapazitätsvertrag.
Damit änderte sich die Dynamik des Projekts erheblich: Die Rechenleistung, die ursprünglich für OpenAI vorgesehen war, wurde schließlich von Microsoft übernommen, das bereits zuvor Beziehungen zu Nscale aufgebaut hatte.
Microsoft hat seine Zusammenarbeit mit Nscale deutlich ausgeweitet. Im Rahmen der Vereinbarung sollen am Standort Narvik mehr als 30.000 Nvidia‑Rubin‑GPUs installiert werden.
Einige zentrale Eckpunkte des Deals:
Microsoft mietet dabei im Wesentlichen Rechenzentrums‑ und Hardwarekapazität von Nscale, um seine Azure‑KI‑Dienste und andere rechenintensive Anwendungen zu betreiben. Bereits zuvor hatte das Unternehmen rund 6,2 Milliarden Dollar an Kapazitätsinvestitionen in Verbindung mit dem Standort zugesagt.
Die optionale zweite Kreditlinie über weitere 790 Millionen Dollar ist für Infrastrukturprojekte dieser Größe typisch.
Statt sofort die gesamte Summe aufzunehmen, kann der Betreiber zusätzliche Schulden aufnehmen, wenn:
Für das Narvik‑Projekt bedeutet das konkret: Sollte die Nachfrage weiter steigen – etwa durch zusätzliche Cloud‑ oder KI‑Kunden – könnte das Rechenzentrum um weitere 115 MW erweitert werden.
Der Ausbau großer KI‑Rechenzentren ist derzeit einer der zentralen Trends der Tech‑Industrie. Training und Betrieb moderner KI‑Modelle benötigen zehntausende spezialisierte GPUs, enorme Strommengen und speziell entwickelte Rechenzentren.
Nscale positioniert sich genau in diesem Marktsegment. 2026 schloss das Unternehmen eine Series‑C‑Finanzierungsrunde über 2 Milliarden Dollar ab, die das Unternehmen mit etwa 14,6 Milliarden Dollar bewertete. Insgesamt hat Nscale innerhalb von etwas mehr als einem Jahr über 4,9 Milliarden Dollar Kapital eingesammelt.
Mit großen Kunden wie Microsoft, milliardenschweren Finanzierungen und einem schnell wachsenden Rechenzentrums‑Portfolio versucht das Unternehmen, sich als wichtiger Anbieter von KI‑Rechenkapazität für Hyperscaler und große KI‑Entwickler zu etablieren.
Die jüngste Finanzierung zeigt: Das Narvik‑Projekt lebt – auch ohne OpenAIs ursprüngliche Stargate‑Pläne. Mit Unterstützung europäischer Banken und Microsoft als Großkunden entwickelt sich der Standort zu einem möglichen KI‑Rechenzentrumsknoten für Europa.
Sollte die zusätzliche Finanzierung aktiviert und weitere Kapazität gebaut werden, könnte das Rechenzentrum bei Narvik zu einem der bedeutendsten KI‑Infrastrukturprojekte des Kontinents werden – und ein Beispiel dafür, wie stark die weltweite Nachfrage nach GPU‑Rechenleistung die Investitionen in neue Rechenzentren antreibt.
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