Der Digitalanteil stieg um 2,2 Prozentpunkte von 59,3 % im Vorjahreszeitraum – ein kontinuierlicher, aber gemächlicher Wandel . Die Switch 2 verkaufte sich im Quartal 3,82 Millionen Mal, und der gesamte Software-Absatz über Switch und Switch 2 erreichte 33,81 Millionen Einheiten .
Am 1. Juli 2026 verkündete Sony, die Produktion physischer Discs für alle neuen PlayStation-Spiele ab Januar 2028 einzustellen . Neue Titel gibt es dann nur noch als Download im PlayStation Store oder als Box mit einem Code – ohne Disc . Spiele, die vor dem Stichtag erscheinen, werden weiter auf Disc verkauft .
Sony begründete den Schritt mit „sich wandelnden Verbraucherpräferenzen“ und dem allgemeinen Trend der Branche weg von physischen Medien . Die Entscheidung bedroht einen rund 7 Mrd. US-Dollar schweren Gebrauchtspiele-Markt und stieß bei Sammlern und Handelspartnern auf massive Kritik . Branchenanalysten gehen davon aus, dass Sonys Schritt kaum Einfluss auf Nintendos Strategie haben wird – dafür seien die Kundenbasis und die Handelsbeziehungen zu unterschiedlich .
Nintendos Kategorie „Digitalumsatz“ umfasst Vollspiele-Downloads, Add-ons, DLCs und Mikrotransaktionen . Die 61,5 % Digitalanteil sind eine umsatzbasierte Kennzahl, die auch margenschwache Zusatzinhalte enthält – nicht das reine Verhältnis von Modul zu Download im Handel. Der tatsächliche Anteil der Vollspiele, die als Cartridge über den Ladentisch gehen, liegt vermutlich höher als 38,5 % .
Nintendos Publikum ist jünger und familienorientierter als das von PlayStation . Eltern, die für Kinder Spiele kaufen, greifen weiterhin stark zu physischen Modulen: Sie können verschenkt, weiterverkauft, unter Geschwistern geteilt werden – und man muss kein Kinderkonto mit Zahlungsmittel einrichten. Nintendo verzeichnet in Märkten, in denen Familien die Hauptkäufer sind, weiterhin hohe physische Verkaufszahlen.
Anders als Sonys Blu-ray-Discs setzt Nintendo auf Solid-State-Module: robuster, transportabler und sofort spielbar ohne Installation. Das Format passt perfekt zum Hybrid-Ansatz der Switch 2 – Module lassen sich unterwegs tauschen, was mit Discs auf der heimischen Konsole nie so gut funktioniert hat.
Nintendo gewährt selten tiefe oder häufige Digital-Rabatte im Vergleich zu PlayStation. First-Party-Titel (Mario, Zelda usw.) behalten jahrelang ihren Wert im Handel, sodass der Preisdruck zum Digitalkauf fehlt. Physische Module sind oft günstiger im Einzelhandel oder gebraucht zu haben. Interessant: Nintendo hat kürzlich in den USA begonnen, die Preise zu differenzieren – das kommende Yoshi und das geheimnisvolle Buch wird digital 59,99 US-Dollar und physisch 69,99 US-Dollar kosten . Das könnte den Digital-Anteil weiter steigern.
Physische Nintendo-Spiele sind nach wie vor beliebt als Geschenke, Sammlerstücke und zum Weiterverkauf. Nintendos IP-starkes, langlebiges Line-up (Mario Kart, Animal Crossing, Zelda) eignet sich hervorragend für Geschenkanlässe und Regal-Präsentation – anders als Sonys cineastische Single-Player-Titel.
Nintendo pflegt traditionell engere Beziehungen zu Massenmärkten und Spielzeughändlern (Target, Walmart, GameStop) als Sony. Diese Händler räumen Nintendo-Modulen weiterhin viel Platz ein. Analysten berichten, dass der physische US-Markt für Nintendo in den letzten 12 Monaten sogar leicht gewachsen sei – auch wenn dieser Trend „nicht von Dauer sein wird“ . Nintendo hat zudem Verkaufsdisplays in Läden aufgestellt, um die neue Konsole und Software zu bewerben .
Sony treibt das PlayStation-Ökosystem bis 2028 in die vollständige Digitalisierung und zwingt die Kunden in den eigenen Store. Nintendo hingegen hat keine Absicht signalisiert, auf Cartridges zu verzichten – solange noch 38,5 % des Software-Umsatzes aus physischen Medien kommen . Der Digitalanteil steigt zwar, aber langsam: gerade einmal 2,2 Prozentpunkte im Jahresvergleich .
Vorerst ziehen die beiden Giganten in entgegengesetzte Richtungen – und Nintendos Zahlen zeigen: Das physische Cartridge-Geschäft ist noch lange nicht am Ende.