Der kurze Anstieg über 85.000 US-Dollar war für Bitcoin-Miner ein mögliches Signal der Entlastung – noch keine Trendwende. Ein Analystenteam der US-Bank JPMorgan um Nikolaos Panigirtzoglou schätzt diesen Betrag als durchschnittliche Produktionskosten eines Bitcoin. Bleibt der Kurs länger darüber, könnte der finanzielle Druck auf Miner und damit ihr Verkaufsdruck nachlassen. Nach dem Ausbruch fiel Bitcoin jedoch wieder auf etwa 84.100 US-Dollar zurück.
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Warum die 280 Tage auffallen
Vor dem Anstieg hatte Bitcoin rund 280 Tage unter JPMorgans Kostenschätzung notiert. Berichte über die Analyse nennen als Vergleich etwa 224 Tage im Jahr 2018. Die jüngste Phase wäre damit ungefähr 56 Tage oder 25 Prozent länger gewesen. Der vollständige JPMorgan-Bericht liegt hier allerdings nicht vor; die historische Berechnung lässt sich deshalb nicht unabhängig prüfen.
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Die 85.000 Dollar sind kein garantierter Kursboden. JPMorgan beschreibt die Produktionskosten vielmehr als eine „weiche Untergrenze“. Der Wert ist ein Durchschnitt: Strom, Geräte und Finanzierung kosten einzelne Betreiber unterschiedlich viel. Dass Bitcoin monatelang unter der Schätzung blieb, zeigt bereits, dass sie keinen weiteren Kursrückgang ausschließt. Für teurere Betriebe kann ein niedriger Preis bedeuten, Coins verkaufen oder unrentable Anlagen abschalten zu müssen; andere können weiterarbeiten.
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Was ein dauerhaft höherer Kurs ändern könnte
Hielte sich Bitcoin über der Kostenschätzung, könnte das den Cashflow der Miner verbessern und Verkäufe aus finanzieller Not weniger wahrscheinlich machen. Weil der Kurs wieder unter 85.000 Dollar sank, ist diese Entlastung bislang nicht bestätigt.
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Wie angespannt die Lage zuvor war, zeigen Zahlen aus dem Juni 2026: Damals schätzte JPMorgan die Produktionskosten auf etwa 78.000 US-Dollar, während Bitcoin bei rund 62.500 US-Dollar lag. Nach Schätzung der Bank arbeiteten ungefähr 20 Prozent der Miner nicht profitabel. Börsennotierte Mining-Unternehmen verkauften im ersten Quartal mehr als 32.000 BTC, um ihren Betrieb zu finanzieren – Berichten zufolge mehr als im gesamten Jahr 2025. Diese Angaben beschreiben die damalige Situation, nicht die Finanzen der Miner beim Bitcoin-Kurs im September.
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Manche Betreiber suchen zudem günstigere Betriebsbedingungen oder nehmen unrentable Kapazitäten vom Netz. Solche Schritte können einzelnen Unternehmen helfen, machen 85.000 Dollar aber nicht zur Gewinnschwelle für alle Miner.
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Warum KI die Rechnung verändert
Einige börsennotierte Miner nutzen Stromanschlüsse und Rechenzentrumskapazitäten zunehmend für KI-Rechenleistung statt für Bitcoin-Mining. Laut Berichten über JPMorgans Analyse lag die Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks, die sogenannte Hashrate, etwa 19 Prozent unter ihrem Oktober-Hoch; die Mining-Schwierigkeit war um ungefähr 15 Prozent gesunken. Viele börsennotierte Miner hätten zugleich ihre Wachstumsprognosen für die Hashrate reduziert und längerfristige KI-Verträge verfolgt, die berechenbarere Erlöse je Megawatt versprechen.
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Daraus folgt nicht, dass der KI-Schwenk allein die Rückgänge im Bitcoin-Netzwerk verursacht hat. Er kann aber erklären, warum ein höherer Bitcoin-Kurs nicht jede verlagerte Anlage sofort zum Mining zurückbringt. CoinShares schätzte für die untersuchten Unternehmen den Gewinn je Megawatt aus KI-Rechenleistung deutlich höher ein als den aus Bitcoin-Mining.
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Die 85.000-Dollar-Marke bleibt damit eine bedingte Wegscheide: Ein anhaltender Kurs darüber könnte den Druck auf die Branche und ihre BTC-Verkäufe mindern. Ein erneuter Rückgang darunter könnte besonders weniger effiziente Betreiber belasten. Ein einzelner Ausbruch entscheidet über keines von beidem.
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