Mindestens genauso wichtig ist das Finanzierungsumfeld. Derselbe Bericht verwies darauf, dass die Strategy-Aktie mit einem Aufschlag von 26 % auf den Nettoinventarwert, also den Net Asset Value, gehandelt wurde – ein Aufschlag, der weitere Bitcoin-Käufe über Finanzierungswege am Kapitalmarkt erleichtert . Anders gesagt: Solange Investoren bereit sind, Strategy-Wertpapiere zu kaufen, kann daraus frisches Kapital für Bitcoin werden.
Die jüngsten Transaktionen aus dem Jahr 2026 zeigen ein wiederkehrendes Muster: Strategy beschafft Geld über börsennotierte Wertpapiere und verwendet die Erlöse anschließend für Bitcoin-Käufe.
| Zeitraum | Bitcoin-Kauf | Gemeldete Finanzierung |
|---|---|---|
| Woche bis 11. Januar 2026 | 13.627 BTC zu einem Durchschnittspreis von 91.519 US-Dollar | 1,25 Mrd. US-Dollar über ein At-the-Market-Programm, darunter 1,13 Mrd. US-Dollar aus Class-A-Stammaktien und 119,1 Mio. US-Dollar aus Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock |
| 2. bis 8. März 2026 | 17.994 BTC, rund 1,3 Mrd. US-Dollar | Etwa 900 Mio. US-Dollar aus Verkäufen von Class-A-Stammaktien und 377 Mio. US-Dollar aus Verkäufen von Stretch-Vorzugsaktien |
| 9. bis 15. März 2026 | 22.337 BTC für etwa 1,57 Mrd. US-Dollar | Rund 75 % über 1,18 Mrd. US-Dollar aus STRC-Vorzugsaktienverkäufen, dazu 396 Mio. US-Dollar aus Stammaktienangeboten |
| Anfang April 2026 | 4.871 BTC für 329,9 Mio. US-Dollar | Als eigenkapitalfinanziert statt schuldenfinanziert beschrieben, unter anderem über MSTR-Aktienverkäufe und Erlöse aus STRC-Vorzugsaktien |
Die wichtigste Erkenntnis: Strategys Bitcoin-Modell 2026 ist nicht einfach eine neue Schuldenstory. Die gemeldeten Transaktionen sprechen eher für eine hybride Kapitalmarktmaschine aus Stammaktien und Vorzugsaktien, wobei die jüngsten Käufe stark auf eigenkapitalnahe Emissionen setzten .
Vorzugsaktien geben Strategy einen zusätzlichen Finanzierungshebel neben klassischen Stammaktien. Crypto.news berichtete, Strategy greife auf Vorzugsaktien zurück, um weiter Bitcoin kaufen zu können und zugleich Druck aus Marktschwankungen abzufedern; die Stretch-Vorzugsaktie zahle demnach eine variable Dividende von 11,25 % .
Kostenlos ist diese Struktur nicht. Ein KuCoin-Bericht wies darauf hin, dass Kennzahlen wie BTC Gain Kapitalkosten, Dividenden auf Vorzugsaktien und Schuldenverpflichtungen verdecken können . Für die wirtschaftliche Gesamtbilanz reicht es daher nicht, nur auf die Zahl der zusätzlich gehaltenen Bitcoin zu schauen. Entscheidend ist, was die Finanzierung dieser Bitcoin kostet.
Der stärkere Fokus auf Vorzugsaktien sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Stammaktien weiter eine große Rolle spielen. Im Januar-Beispiel kamen 1,13 Mrd. US-Dollar der insgesamt 1,25 Mrd. US-Dollar über Verkäufe von Stammaktien herein . Beim Kauf vom 2. bis 8. März stammten rund 900 Mio. US-Dollar des etwa 1,3 Mrd. US-Dollar schweren Bitcoin-Kaufs aus Verkäufen von Class-A-Stammaktien, verglichen mit 377 Mio. US-Dollar aus Stretch-Vorzugsaktien .
Die Mischung kann sich von Woche zu Woche deutlich verschieben. Der Kauf vom 9. bis 15. März wurde viel stärker über STRC-Vorzugsaktien finanziert; rund 75 % der gemeldeten Finanzierung kamen aus dieser Quelle . Genau diese Flexibilität scheint der Punkt zu sein: Strategy nutzt offenbar den öffentlichen Kapitalmarktkanal, der gerade am besten funktioniert – Stammaktien oder Vorzugsaktien.
Das 30-Mrd.-US-Dollar-Szenario steht und fällt mit unterstützenden Finanzierungsbedingungen. Berichte unter Berufung auf JPMorgan knüpfen die Zahl daran, dass Strategy sein aktuelles Kauftempo beibehält . Ein Bericht hob zudem Marktbedingungen und die Verfügbarkeit von Finanzierung als wichtige Faktoren für Strategys Akquisitionsstrategie hervor .
Wenn der Aufschlag der Aktie auf den Nettoinventarwert schrumpft, die Nachfrage nach Stammaktien nachlässt oder Investoren für Vorzugsaktien deutlich teurere Bedingungen verlangen, wäre das von JPMorgan beschriebene Tempo schwerer durchzuhalten. Bleiben diese Kanäle offen, kann Strategy Wertpapieremissionen weiterhin als Motor für Bitcoin-Käufe einsetzen.
JPMorgans gemeldete Prognose ist weniger eine reine Bitcoin-Kurswette als eine Einschätzung zu Strategys Fähigkeit, Kapital aufzunehmen. Bis zu 30 Mrd. US-Dollar an Bitcoin-Käufen im Jahr 2026 sind das obere Szenario, falls das aktuelle Tempo anhält . Der Mechanismus dahinter ist in den jüngsten Transaktionen gut zu erkennen: Strategy finanziert einen großen Teil seiner Bitcoin-Akkumulation über Stammaktien und unbefristete Vorzugsaktien – nicht vor allem über neue klassische Schulden .