Berichte unter Berufung auf JPMorgan-Analysten beziffern Strategys mögliche Bitcoin-Käufe im Jahr 2026 auf bis zu 30 Milliarden US-Dollar — vorausgesetzt, das Unternehmen hält sein aktuelles Kauftempo durch [7][
16]. Strategy, früher als MicroStrategy bekannt, hatte laut einem Bericht zur JPMorgan-Notiz 2026 bereits 145.834 BTC im Wert von rund 11 Milliarden US-Dollar erworben [
7].
Die spannendere Frage ist aber nicht nur, wie viele Bitcoin Strategy kaufen könnte. Mindestens ebenso wichtig ist, womit das Unternehmen diese Käufe bezahlt. Die jüngsten Transaktionen zeigen ein klares Muster: Strategy zapft den Kapitalmarkt an — vor allem über Stammaktien und unbefristete Vorzugsaktien — und nutzt die Erlöse anschließend für Bitcoin.
Die 30 Milliarden sind ein Szenario, keine Zusage
JPMorgans berichtete Einschätzung ist ausdrücklich an eine Bedingung geknüpft: Strategy könnte 2026 Bitcoin im Wert von bis zu 30 Milliarden US-Dollar kaufen, wenn das Unternehmen sein aktuelles Tempo beibehält [7][
16]. Das ist eine Hochrechnung, keine verbindliche Ankündigung.
Warum diese Einschränkung wichtig ist: Laut demselben Bericht notierte Strategys Aktie mit einem Aufschlag von 26 % auf den Nettoinventarwert. Dieser Aufschlag half dem Unternehmen, weitere Bitcoin-Käufe über Finanzierungswege am Kapitalmarkt zu ermöglichen [7]. Anders gesagt: Die Prognose hängt nicht nur von Strategys Bitcoin-Überzeugung ab, sondern auch davon, ob Investoren weiterhin bereit sind, dem Unternehmen Kapital zu attraktiven Bedingungen zu geben.
Der Mechanismus: Wertpapiere ausgeben, Bitcoin kaufen
Die gemeldeten Transaktionen aus dem Jahr 2026 zeigen immer wieder denselben Ablauf: Strategy verkauft Wertpapiere und verwendet die Erlöse für Bitcoin-Käufe.
- Januar 2026: Strategy nahm in der Woche bis zum 11. Januar über ein At-the-market-Programm 1,25 Milliarden US-Dollar ein. Davon kamen 1,13 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf von Class-A-Stammaktien und 119,1 Millionen US-Dollar aus Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock. Mit den Erlösen kaufte Strategy 13.627 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 91.519 US-Dollar [
25].
- 2. bis 8. März 2026: Strategy kaufte 17.994 Bitcoin in einer Transaktion von rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Laut Fortune stammten etwa 900 Millionen US-Dollar aus Verkäufen von Class-A-Stammaktien, weitere 377 Millionen US-Dollar aus At-the-market-Verkäufen der Stretch-Vorzugsaktien [
18].
- 9. bis 15. März 2026: Strategy erwarb 22.337 BTC für rund 1,57 Milliarden US-Dollar. Ein Bericht bezifferte den über STRC-Vorzugsaktien finanzierten Anteil auf etwa 75 %, also 1,18 Milliarden US-Dollar; weitere 396 Millionen US-Dollar kamen aus Stammaktienangeboten [
20].
- Anfang April 2026: Strategy kaufte 4.871 Bitcoin für 329,9 Millionen US-Dollar. Der Kauf wurde als eigenkapitalfinanziert statt schuldenfinanziert beschrieben; genannt wurden Erlöse aus MSTR-Aktienverkäufen und STRC-Vorzugsaktien [
21].
So erklärt sich die Größenordnung in JPMorgans Szenario: Strategy nutzt seine börsengehandelten Wertpapiere wie eine Finanzierungsmaschine für weitere Bitcoin-Käufe.
Warum Vorzugsaktien so wichtig geworden sind
Strategy setzt zunehmend auf Vorzugsaktien als Teil seiner Bitcoin-Strategie. Ein Bericht beschreibt, dass das Unternehmen mehr Vorzugsaktien ausgibt, um weiter Bitcoin kaufen zu können und zugleich den Druck durch Marktschwankungen zu reduzieren. Die Stretch-Vorzugsaktie zahlt demnach eine variable Dividende von 11,25 % [12].
Für Leserinnen und Leser, die eher mit europäischen Aktienmärkten vertraut sind: Solche US-Vorzugsaktien sind kein klassischer Bankkredit. Sie sind eine Form von Kapitalaufnahme über den Markt, bringen aber häufig feste oder variable Dividendenansprüche mit sich. Genau deshalb sind sie für Strategy nützlich — aber nicht gratis.
Berichte zu Strategys Käufen 2026 weisen darauf hin, dass Dividenden auf Vorzugsaktien, Kapitalkosten und bestehende Schuldenverpflichtungen die auf den ersten Blick starken Bitcoin-Kennzahlen komplizierter machen können [17].
Stammaktien bleiben Teil des Plans
Trotz der stärkeren Betonung von Vorzugsaktien spielt die normale Stammaktie weiter eine große Rolle. Der Kauf im Januar wurde überwiegend durch Erlöse aus Class-A-Stammaktien finanziert [25]. Auch der Kauf vom 2. bis 8. März stützte sich vor allem auf Stammaktien: Rund 900 Millionen US-Dollar der etwa 1,3 Milliarden US-Dollar kamen aus dieser Quelle [
18].
Das ist wichtig, weil Strategys Modell für 2026 oft als Schwenk hin zu unbefristeten Vorzugsaktien beschrieben wird. Die gemeldeten Transaktionen zeichnen ein gemischteres Bild: Stammaktien, wenn der Markt sie aufnimmt; Vorzugsaktien, wenn die Nachfrage dafür reicht; und bei den jüngsten Käufen vergleichsweise weniger Gewicht auf neuen Schulden [18][
20][
21][
25].
Der entscheidende Vorbehalt: Der Kapitalmarkt muss offen bleiben
Die von JPMorgan berichteten 30 Milliarden US-Dollar sollten daher als Wenn-dann-Szenario gelesen werden, nicht als fester Einkaufszettel [7][
16]. Der Bericht hebt Marktbedingungen und verfügbare Finanzierung als zentrale Faktoren für Strategys Kaufstrategie hervor [
7].
Damit sind die nächsten Bitcoin-Käufe von Strategy nicht nur eine Krypto-Geschichte, sondern auch eine Kapitalmarktgeschichte. Bleiben Aktienaufschlag, Nachfrage nach Stammaktien und Interesse an Vorzugsaktien stabil genug, kann Strategy weiter Geld für Bitcoin einsammeln. Lässt diese Unterstützung nach, wird das Tempo hinter JPMorgans 30-Milliarden-Szenario deutlich schwerer durchzuhalten.






