In KI intensiven Branchen wächst die Zahl der Stellenausschreibungen seit der zweiten Hälfte 2022 schwächer – besonders deutlich in Deutschland, Australien und den USA. Am stärksten betroffen sind Callcenter, Softwareverlage, Unternehmensberatung und Werbedienstleistungen.
Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What does Goldman Sachs’s latest research report reveal about how artificial intelligence is already affecting hiring and employment across. Article summary: Goldman Sachs finds an identifiable but still limited AI-related hiring slowdown: job openings have grown more weakly in AI-exposed industries since the second half of 2022, especially in Germany, Australia, and the Unit. Topic tags: general, general web, academic, user generated. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, chart
Die künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt bereits – bislang allerdings nicht in Form eines flächendeckenden Beschäftigungseinbruchs. Nach der jüngsten Arbeitsmarktanalyse von Goldman Sachs zeigen sich die deutlichsten Spuren dort, wo KI-Anwendungen bereits ausgereift und praktisch eingesetzt werden: in Callcentern, der Softwarebranche, der Unternehmensberatung, der Werbung sowie in Teilen der Technologie- und Kreativwirtschaft.
Besonders sichtbar ist die Entwicklung bei Stellenausschreibungen und in den Beschäftigungstrends einzelner Branchen. In den Industrieländern verzeichneten Wirtschaftszweige mit höherem Automatisierungspotenzial durch KI seit der zweiten Hälfte 2022 im Allgemeinen ein schwächeres Wachstum der offenen Stellen. Am ausgeprägtesten ist dieser Zusammenhang laut Goldman Sachs in Deutschland, Australien und den USA.
Vier Bereiche stechen in den verfügbaren Zusammenfassungen der Goldman-Analyse hervor:
In diesen Branchen liegt die Beschäftigung in den Industrieländern unter ihrem historischen Trend. Die größte Lücke zeigen Callcenter: In den USA liegt die Beschäftigung dort laut den berichteten Schätzungen 39 Prozent unter dem Trend, in Kanada 33 Prozent und in Deutschland 27 Prozent.
Damit ist allerdings nicht bewiesen, dass KI allein für jeden Rückgang verantwortlich ist. Konjunktur, Auslagerungen, veränderte Nachfrage und allgemeine Branchenzyklen können die Beschäftigung ebenfalls beeinflussen. Dass sich die Schwäche vor allem auf stark digitalisierte und besonders KI-exponierte Tätigkeiten konzentriert, passt jedoch zu Goldmans Einschätzung, dass KI inzwischen messbare Spuren hinterlässt.
Die Auswirkungen fallen nicht in allen Ländern gleich aus. Der Zusammenhang zwischen einer höheren KI-Exponierung und einem langsameren Wachstum der Stellenausschreibungen ist laut Goldman Sachs besonders in Deutschland, Australien und den USA erkennbar.
Diese ungleichmäßige Entwicklung ist entscheidend für die Einordnung. Würde KI bereits einen einheitlichen Schock auslösen, müssten sich ähnliche Beschäftigungseffekte in allen Industrieländern und Branchen zeigen. Stattdessen deutet die aktuelle Datenlage auf einen selektiven Wandel hin: Dort, wo Tätigkeiten stärker exponiert sind oder Unternehmen KI schneller einsetzen, entsteht der Druck zuerst.
Informations- und Kommunikationsdienstleistungen gehören zu den am stärksten von KI betroffenen Bereichen. Seit 2022 hat sich das Beschäftigungswachstum in dieser Branche in nahezu allen großen Industrieländern abgeschwächt. Außerhalb der USA liegt die Zahl der Beschäftigten jedoch weiterhin ungefähr auf oder sogar über dem Niveau vor 2022, wie aus den berichteten Goldman-Ergebnissen hervorgeht.
Der Unterschied zwischen langsamerem Wachstum und sinkender Beschäftigung ist für die Interpretation zentral. Eine Branche kann weiterhin neue Mitarbeiter einstellen, obwohl sie deutlich weniger stark wächst als zuvor. Die Daten sprechen daher eher für eine Abkühlung der Arbeitskräftenachfrage als für eine breit angelegte Verdrängung im gesamten Informationssektor.
Besondere Aufmerksamkeit gilt jüngeren und neu einsteigenden Beschäftigten. Berichte über die Goldman-Ergebnisse beschreiben Berufseinsteiger in hoch exponierten Branchen als besonders stark unter Druck.
Der Grund liegt nahe: Viele Aufgaben, die traditionell an Junior-Mitarbeiter vergeben werden, sind standardisiert, digital und informationsbezogen. KI kann solche Tätigkeiten teilweise übernehmen oder unterstützen. Unternehmen könnten deshalb zunächst weniger Einstiegsstellen besetzen, bevor sie erfahrene Mitarbeiter abbauen.
Die vorliegenden Ergebnisse liefern allerdings keine belastbare, einheitliche Schätzung für den genauen relativen Effekt auf die Beschäftigung von Berufseinsteigern. Sie stützen dennoch eine klare Interpretation: Die frühen Auswirkungen von KI zeigen sich vor allem in der Einstellungspipeline und bei standardisierten digitalen Tätigkeiten – nicht in einer allgemeinen Welle von Arbeitsplatzverlusten.
Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist damit nicht nur die Gesamtzahl der Jobs wichtig, sondern auch deren Zusammensetzung. Eine insgesamt stabile Beschäftigung kann verbergen, dass Unternehmen bestimmte Rollen nicht mehr oder nur noch seltener besetzen.
Goldman Sachs schätzt, dass die derzeitige Einführung von KI durch Unternehmen die Arbeitslosenquote in den USA um etwa 0,1 Prozentpunkte erhöht hat.
Joseph Briggs, Ökonom bei Goldman Sachs Research, bezifferte den KI-bedingten Dämpfer für das monatliche Beschäftigungswachstum in den bislang betroffenen Bereichen – etwa Technologie, Unternehmensberatung und Grafikdesign – auf ungefähr 10.000 bis 15.000 Stellen pro Monat. Er bezeichnete die Entwicklung als begrenzten Schock für den Arbeitsmarkt und nicht als gravierende Belastung für die Gesamtwirtschaft.
Diese Schätzungen setzen die Rückgänge einzelner Branchen in den richtigen Kontext. Eine große Beschäftigungslücke in einem bestimmten Wirtschaftszweig kann mit einer vergleichsweise kleinen Veränderung der nationalen Arbeitslosenquote einhergehen – insbesondere dann, wenn die betroffenen Branchen nur einen Teil der Gesamtwirtschaft ausmachen und KI zugleich die Produktivität oder ergänzende Tätigkeiten steigert.
Die Formulierung fasst zwei Beobachtungen zusammen:
Das könnte sich ändern, wenn Unternehmen von ersten Tests zu einem breiteren Einsatz übergehen. In einer früheren Analyse schätzte Goldman Sachs, dass weltweit Tätigkeiten im Umfang von 300 Millionen Vollzeitstellen durch KI automatisierbar sein könnten. Zugleich verwies die Bank auf neue Beschäftigung durch KI-Investitionen und den Ausbau der dafür benötigten Energie- und Rechenzentrumsinfrastruktur.
Die Zahl von 300 Millionen bedeutet nicht, dass ebenso viele Menschen unmittelbar ihre Arbeit verlieren werden. Sie beschreibt vielmehr Tätigkeiten, deren Aufgaben durch Automatisierung betroffen sein könnten. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten deuten darauf hin, dass dieser Übergang in einzelnen Branchen bereits begonnen hat – seine gesamtwirtschaftlichen Folgen sind bislang jedoch begrenzt.
Die Analyse von Goldman Sachs liefert weder Entwarnung noch ein Szenario des unmittelbaren KI-Kollapses. Die plausibelste Lesart lautet: KI beeinflusst Einstellungen bereits dort, wo die Werkzeuge ausgereift sind und Arbeit stark digital organisiert ist. Besonders unter Druck stehen Callcenter, Softwareverlage, Unternehmensberatungen, Werbedienstleister und bestimmte Einstiegspositionen im Bürobereich.
Auf nationaler Ebene bleibt der Effekt vorerst klein genug, um nicht als allgemeine Beschäftigungskrise sichtbar zu werden. Die branchenspezifischen Daten sind dennoch ein frühes Warnsignal. Wenn Unternehmen KI schneller und in weiteren Tätigkeiten einsetzen, könnte sich die heute auf wenige Bereiche konzentrierte Einstellungsbremse zu einem breiteren Trend am Arbeitsmarkt entwickeln.
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In KI intensiven Branchen wächst die Zahl der Stellenausschreibungen seit der zweiten Hälfte 2022 schwächer – besonders deutlich in Deutschland, Australien und den USA.
In KI intensiven Branchen wächst die Zahl der Stellenausschreibungen seit der zweiten Hälfte 2022 schwächer – besonders deutlich in Deutschland, Australien und den USA. Am stärksten betroffen sind Callcenter, Softwareverlage, Unternehmensberatung und Werbedienstleistungen.
Goldman Sachs schätzt, dass die derzeitige Einführung von KI die Arbeitslosenquote in den USA um rund 0,1 Prozentpunkte erhöht hat.