Wenn die frühen, leichten Gewinne bei Halbleitern bereits abgeschöpft sind, wo sieht Covello dann noch Chancen? Sein Haus empfiehlt einen Relative-Value-Trade, also eine Umschichtung: raus aus Halbleiteraktien, rein in die drei großen Hyperscale-Cloud-Anbieter – Amazon, Microsoft und Alphabet (Google) .
Die Logik dahinter ist simpel. Der Philadelphia Semiconductor Index ist im vergangenen Jahr um rund 150 Prozent gestiegen und preist bei Chipherstellern bereits eine perfekte Zukunft ein, die deren Kunden nur schwer erreichen können . Im Gegensatz dazu hat die Marktskepsis gegenüber der KI-Rendite die Bewertungen der Hyperscale-Cloud-Konzerne gedrückt – für Goldman Sachs ein potenzieller Einstiegszeitpunkt
.
Covellos Investmentthese für Hyperscaler ist besonders widerstandsfähig, weil sie Anlegern zwei mögliche Gewinnpfade aufzeigt :
Das Hauptrisiko dieses Trades ist ein drittes, schmerzhafteres Szenario: dass die Hyperscaler weiterhin massiv investieren, ohne jemals klare Erträge zu zeigen, und in einem endlosen Wettrüsten schlicht Geld verbrennen .
Während sich die Kernaktien-Story um eine Umschichtung von Chips zu Clouds dreht, zeigt die breitere Goldman-Sachs-Forschung, dass der KI-Investitionszyklus auch Anlagechancen in traditioneller Infrastruktur neu formt. Der immense Bedarf an Strom und Konnektivität zwingt zu einem raschen Ausbau der zugrunde liegenden Industrien und schafft Möglichkeiten in den Bereichen Energie, Stromübertragung und Rechenzentrumsinfrastruktur . Dieser Teil der These ist weniger umstritten, da der Bedarf an mehr physischer Infrastruktur eine direkte, berechenbare Konsequenz des laufenden KI-Ausbaus ist.
Covellos übergeordnete Botschaft lautet: Anleger sollten den Blick hinter den Hype richten und der finanziellen Schwerkraft folgen. Jahrelang hat diese Schwerkraft die Gewinne in Richtung Silizium gezogen. Seine Wette lautet nun, dass die nächste Phase des Zyklus beginnt, den Wert zurück zu den Software-Plattformen zu lenken, die am Ende dafür sorgen müssen, dass sich die Technologie bezahlt macht.
Comments
0 comments