Mit dieser Struktur erhält Full-Life Kapital sowohl für die Entwicklung seiner Medikamentenpipeline als auch für die Infrastruktur, die für Radiopharmazeutika erforderlich ist. Anders als klassische Arzneimittel müssen radioaktive Wirkstoffe unter strengen Zeit‑ und Sicherheitsanforderungen produziert, transportiert und verabreicht werden.
Ein zentraler Teil der Finanzierung fließt in die Weiterentwicklung von zielgerichteten Radiotherapien auf Basis des Isotops Actinium‑225 (Ac‑225).
Zu den wichtigsten Kandidaten gehören:
Diese Wirkstoffe nutzen die starke Alpha‑Strahlung von Actinium‑225, um Krebszellen gezielt zu zerstören, während umliegendes gesundes Gewebe möglichst geschont wird. Die Entwicklung erfolgt über die firmeneigene Plattform UniRDC, mit der sogenannte Radionuklid‑Drug‑Konjugate entwickelt werden.
Full-Life verfolgt das Ziel, mehrere Radiopharma‑Programme bis 2026 in klinische Studien zu bringen.
Neben der klinischen Entwicklung investiert das Unternehmen stark in die eigene Produktionsinfrastruktur für Radiopharmazeutika.
Dazu gehört eine GMP‑Produktionsanlage im belgischen Gembloux, deren Bau 2023 begonnen hat. Die Anlage soll rund 4.000 Quadratmeter umfassen und als Produktionszentrum für radiopharmazeutische Therapien und Komponenten dienen.
Die belgische Aufsichtsbehörde FANC (Federal Agency for Nuclear Control) hat den Bau und Betrieb der Anlage genehmigt, sodass dort therapeutische Radioisotope hergestellt werden dürfen.
Actinium‑225 gilt als eines der vielversprechendsten Isotope für moderne Krebs‑Radiotherapien – gleichzeitig ist es extrem knapp verfügbar. Die Produktion ist technisch anspruchsvoll und weltweit nur an wenigen Standorten möglich.
Um die Versorgung zu sichern, baut Full-Life nicht nur eigene Kapazitäten auf, sondern hat auch Liefervereinbarungen mit Isotopenproduzenten wie Eckert & Ziegler abgeschlossen.
Die Finanzierung zeigt eine klare Doppelstrategie:
Dieser integrierte Ansatz wird im Radiopharma‑Sektor zunehmend wichtiger. Viele Unternehmen stellen fest, dass innovative Therapien nicht schnell genug vorankommen, wenn die Versorgung mit medizinischen Isotopen begrenzt ist.
Sollte Full-Life sowohl die klinische Entwicklung als auch die Produktionsinfrastruktur erfolgreich ausbauen, könnte das Unternehmen zu einem vertikal integrierten Anbieter im wachsenden Markt für Alpha‑Strahlentherapien werden – einem Bereich, der besonders bei schwer behandelbaren soliden Tumoren großes Interesse weckt.
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