Auch Smart Window wird erweitert. Firefox kann dabei Vorschläge für Gruppen verwandter geöffneter Tabs machen und passende Namen für diese Gruppen vorschlagen. Die Funktion wird schrittweise ausgerollt und ist als freiwillige Nutzung angelegt. Je nach Verfügbarkeit kann dabei ein cloudbasiertes Sprachmodell zum Einsatz kommen.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu einer automatisch und ständig aktiven Tab-Sortierung: Firefox 154 macht die KI-Steuerung sichtbarer, zwingt Nutzern aber keine KI-Organisation ihrer Tabs auf. Ob Smart Window verfügbar ist, kann vom laufenden Rollout sowie von Region oder Kontokonfiguration abhängen.
Die Funktion „Ganzseitige Übersetzung“ kann in Firefox 154 nun auch Inhalte innerhalb von <iframe>-Elementen übersetzen. Solche eingebetteten Bereiche enthalten oft eigenständige Inhalte und blieben bei einer Übersetzung bislang teilweise in der Ausgangssprache.
Außerdem führt Firefox die Spracherkennung nun bei jedem Seitenaufruf aus. Dadurch soll der Browser zuverlässiger erkennen, wann er eine Übersetzung anbieten kann. Das verbessert das Übersetzungsangebot, bedeutet aber nicht, dass jede Sprache und jede Seite in allen Fällen fehlerfrei erkannt wird.
Firefox 154 verbessert das sogenannte Seeking, also das Springen zu einer anderen Stelle im Video, auf verschiedenen Betriebssystemen. Besonders deutlich fällt der von Mozilla beschriebene Effekt unter macOS aus: Nach der Korrektur eines Problems im Hardware-Decoding sank die getestete Verzögerung beim Springen von ungefähr 260 Millisekunden auf rund 30 Millisekunden.
Beim Vor- und Zurückspringen in Videos sollte die Reaktion dadurch spürbar direkter ausfallen. Wie groß der Vorteil im Einzelfall ist, hängt weiterhin von Betriebssystem, Hardware, Codec und dem jeweiligen Streamingdienst ab.
Mehrere Neuerungen sind weniger spektakulär, dürften im täglichen Einsatz aber Reibung vermeiden:
Gerade die letzten Punkte sind leicht zu übersehen. Für Nutzer, die häufig im Vollbild arbeiten, PDFs mit speziellen Anzeigeeinstellungen lesen oder ihr Firefox-Profil auf einen anderen Rechner übertragen, können sie dennoch einen konkreten Unterschied machen.
Firefox erweitert den Schutz Local Network Access auf WebSocket-Verbindungen. Versucht eine Website, per WebSocket eine Verbindung zu einem Gerät im lokalen Netzwerk aufzubauen, kann Firefox künftig zunächst eine Berechtigung verlangen.
Damit wird der Schutz auf eine weitere Art von Netzwerkverbindung ausgeweitet. Relevant ist das etwa für browserbasierte Werkzeuge, die mit Geräten, Diensten oder Entwicklungsumgebungen im privaten Netzwerk kommunizieren. Solche Verbindungen können nun eine ausdrückliche Freigabe benötigen, bevor sie zustande kommen.
Die strategische Bedeutung der Version liegt vor allem im neuen Veröffentlichungsplan. Nach Firefox 154, das am 18. August erschienen ist, soll Firefox 155 am 1. September folgen. Damit halbiert Mozilla den Abstand zwischen stabilen Hauptversionen von vier auf zwei Wochen.
Für private Nutzer könnte das regelmäßigere, kleinere Verbesserungen und schneller verfügbare Fehlerbehebungen bedeuten. Entwickler und Unternehmen müssen dagegen möglicherweise häufiger testen, ob Websites, Erweiterungen und interne Anwendungen mit der jeweils aktuellen Version funktionieren.
Der neue Takt ist allerdings kein unumstößliches Versprechen. Mozilla bezeichnet ihn als Experiment und will die Auswirkungen beobachten. Sollte der schnellere Rhythmus unerwartete Probleme verursachen, kann das Unternehmen den Kurs anpassen.
Kurz gesagt: Firefox 154 ist vor allem ein sorgfältiges Verbesserungs- und Schutzupdate. Die sichtbarsten Änderungen betreffen die KI-Steuerung, Tab-Gruppen, Übersetzungen und die Videowiedergabe. Der entscheidende Einschnitt folgt jedoch mit Firefox 155: Dann beginnt Mozillas Test eines Veröffentlichungsrhythmus, der nicht zwingend dauerhaft bestehen bleiben muss.